SOS-Kinderdorf Rustenburg

S├╝dafrika ist auch heute noch ein zutiefst geteiltes Land. Die Folgen der Apartheid sind in den informellen Siedlungen von Rustenburg nach wie vor sp├╝rbar und gef├Ąhrden die Zukunft tausender Kinder. Die HIV/AIDS-Pandemie hat das Leid der Menschen zus├Ątzlich vergr├Â├čert - tausende Kinder sind vom Verlust der elterlichen F├╝rsorge bedroht.

In Rustenburg herrscht gro├čer Mangel an sozialem Wohnraum


Br├╝der und Schwestern haben Spa├č beim Tanzen (Foto: SOS-Archiv).
Rustenburg ist die Hauptstadt der Nordwest-Provinz von S├╝dafrika und hat ca. 500 000 Einwohner. Unweit der Stadt findet man die gr├Â├čten Platinvorkommen der Welt. Hier werden rund 70 Prozent des weltweiten Platinbedarfs gef├Ârdert. Der traditionelle Stamm der Royal Bafokeng Nation besitzt 1000 km² Land in der Nordwest-Provinz. Ein Gro├čteil der Minen befindet sich auf ihrem Territorium. Phokeng, die Hauptstadt des K├Ânigreichs der Bafokeng, liegt unweit von Rustenburg. Das Umland ist ├╝berwiegend landwirtschaftlich gepr├Ągt.

Aufgrund der Platinindustrie hatte Rustenburg in j├╝ngster Zeit ein rasantes Bev├Âlkerungswachstum zu verzeichnen und ist mittlerweile die am schnellsten wachsende Stadt in S├╝dafrika. Der st├Ąndige Zustrom an Zuwanderern hat zu Versorgungsknappheit und ├ťberlastung der Infrastruktur gef├╝hrt. Obwohl die Kommunalverwaltung einen regionalen Entwicklungsplan umgesetzt hat, kann sie dem wachsenden Bedarf nicht gerecht werden. Anfang 2012 fehlten insgesamt 90 000 Wohneinheiten in der Stadt.

Tausende Menschen leben in den informellen Siedlungen am Stadtrand in notd├╝rftigen Baracken. Diese Gebiete sind der Kommunalverwaltung ein Dorn im Auge. Der Versuch, die Menschen zu vertreiben und daf├╝r unter anderem wiederholt den Strom abzustellen, hat in j├╝ngster Zeit zu Streiks und sogar gewaltt├Ątigen Protesten gef├╝hrt. Aber die Wartelisten f├╝r Sozialwohnungen sind sehr lang, so dass viele Menschen keine andere Wahl haben, als sich in informellen Siedlungen niederzulassen. Die meisten Slumbewohner sind Zuwanderer aus den l├Ąndlichen Gebieten, die auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben nach Rustenburg gekommen waren. Aufgrund des Mangels an Bildung und praktischen Fertigkeiten finden sie jedoch nur selten eine geregelte Arbeit.

Zahlreiche Kinder m├╝ssen viel zu fr├╝h erwachsen werden

Das rasante Bev├Âlkerungswachstum hat auch zu steigenden Verbrechensraten gef├╝hrt und Rustenburg den Beinamen der „Verbrechenshauptstadt der Nordwest-Provinz“ eingebracht. Auch die HIV-Pr├Ąvalenzrate ist in Rustenburg sehr hoch, unter anderem da Minenarbeiter im Allgemeinen zu den Hochrisikogruppen geh├Âren. Durch die st├Ąndige Fluktuation von Arbeitern steigt das Risiko der Verbreitung von Krankheiten. In Rustenburg leben zahlreiche Kinder, die ein oder beide Elternteile verloren haben oder durch die Erkrankung ihrer Eltern vom Verlust der elterlichen F├╝rsorge bedroht sind. Diese Kinder brechen h├Ąufig die Schule ab, um f├╝r ihre Eltern zu sorgen. Das SOS-Familienst├Ąrkungsprogramm hilft gef├Ąhrdeten Kindern und ihren Familien in Rustenburg und sorgt daf├╝r, dass sie nicht ohne Unterst├╝tzung zur├╝ckbleiben und nicht schon in jungen Jahren eine viel zu gro├če Verantwortung ├╝bernehmen m├╝ssen.

Unsere Arbeit in Rustenburg


Eine SOS-Familie spielt zusammen (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Rustenburg wurde im Jahr 2006 er├Âffnet.

Familienst├Ąrkung: Heute leitet das SOS-Sozialzentrum ein Familienst├Ąrkungsprogramm f├╝r die notleidende Bev├Âlkerung. Wir stellen sicher, dass Kinder Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung erhalten. 2014 haben wir mehr als 300 Kindern geholfen. Unsere besondere Unterst├╝tzung gilt Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind, und wir f├╝hren Aufkl├Ąrungs- und Pr├Ąventionskampagnen zu HIV/AIDS durch. Dar├╝ber hinaus helfen wir notleidenden Familien beispielsweise durch die ├ťbernahme von Schulgeb├╝hren oder die Bereitstellung von Schuluniformen. Zus├Ątzlich bieten wir Beratungen und psychologischen Beistand, helfen Eltern bei der Einkommensf├Ârderung und versuchen Familien vor der Zerr├╝ttung zu bewahren, damit Kinder sicher und beh├╝tet in einem liebevollen Zuhause aufwachsen k├Ânnen.

Betreuung in Familien: Kinder aus der Region, die nicht l├Ąnger bei ihren Eltern leben k├Ânnen, finden in elf SOS-Familien in Rustenburg ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M├╝ttern f├╝rsorglich betreut. Wir unterst├╝tzen auch Pflegefamilien.
Die Familien leben integriert in H├Ąusern in der Gemeinde. Die Kinder besuchen den Kindergarten und die Schule zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde, schlie├čen Freundschaften und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Alle Kinder verbringen zusammen Zeit in den Sport- und Freizeiteinrichtungen, die von unserer Organisation betrieben werden

 

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