Dschibuti - Übersicht

Die Republik Dschibuti liegt am Horn von Afrika und leidet unter anhaltender DĂŒrre sowie der in der Region verbreiteten Hungersnot. Tausende Kinder sind mangelernĂ€hrt und leben in Armut. Derzeit sind mehrere SOS-Kinderdorf-Programme in der Stadt Tadjourah in Bau.

Eine strategische Lage im östlichen Afrika


SOS-Kinderdorf Tadjourah (Foto: SOS-Archiv))

Die Republik Dschibuti liegt in Ostafrika und grenzt an Eritrea, Äthiopien und Somalia. Durch die Kontrolle des Zugangs zum Roten Meer ist die geographische Lage des Landes strategisch wichtig. UngefĂ€hr 906.000 Menschen leben im Land, zwei Drittel von ihnen in der Hauptstadt Dschibuti.

Das Land erlangte 1977 die UnabhĂ€ngigkeit von Frankreich, und nach vielen Jahren autoritĂ€rer Herrschaft brach Anfang der Neunzigerjahre ein BĂŒrgerkrieg aus. 2001 fand der zehn Jahre andauernde Konflikt sein Ende, als die letzte Fraktion der Afar-Partei (die „Front fĂŒr die Wiederherstellung der Einheit und der Demokratie”) ein Abkommen mit der damaligen Regierung unterzeichnete.

Der tÀgliche Kampf, Essen auf den Tisch zu bringen

Das Land bietet den umliegenden Binnenstaaten Zugang zum Meer – die durch die BenĂŒtzung des Hafens erzielten ErtrĂ€ge gehören zu den Haupteinnahmequellen des Landes. Davon abgesehen ist das Land in höchstem Maße von internationaler Entwicklungshilfe abhĂ€ngig.

Dschibuti hat ein sehr trockenes Klima mit wenig Niederschlag und muss rund 90 Prozent seiner Nahrungsmittel importieren. Der chronische Wassermangel zerstört immer wieder die Ernten kleiner Bauern und tötet Vieh, was wiederum zu Lebensmittelknappheit und MangelernĂ€hrung fĂŒhrt. 2001 erlebte das Horn von Afrika eine der schlimmsten DĂŒrren seiner Geschichte: ĂŒber zehn Millionen Menschen in der Region litten darunter. Obwohl die Situation in Dschibuti weniger kritisch als in einigen NachbarlĂ€ndern war, waren doch hunderttausende Menschen betroffen. Im November 2010 waren es 120.000 Menschen, was die Vereinten Nationen dazu veranlasste, in einem Appell um humanitĂ€re Hilfe zu bitten.

SchĂ€tzungen zufolge leben rund 70 Prozent der Bevölkerung unterhalb der nationalen Armutsgrenze. In den letzten Jahren stiegen die Preise von Nahrungsmitteln und Wohnungen sowie anderer GĂŒter wie ElektrizitĂ€t und Wasser, was fĂŒr jene Familien, die ohnehin schon ums tĂ€gliche Überleben kĂ€mpften, ein harter Schlag war. GeschĂ€tzte 76 Prozent der Bevölkerung leben in StĂ€dten. Diese Zahl nimmt stetig zu, da es den Menschen immer schwerer fĂ€llt, in wasserarmen lĂ€ndlichen Gebieten ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. In den StĂ€dten ist die Lage etwas besser – mehr Menschen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und SanitĂ€ranlagen. Die Arbeitslosenquote in den StĂ€dten betrĂ€gt jedoch rund 60 Prozent und stellt somit ein chronisches Problem dar.

Hohe Sterblichkeits- und UnterernÀhrungsrate bei Kindern


Kinder lernen zusammen (Foto: SOS-Archiv)

Rund 35 Prozent der Bevölkerung Dschibutis sind Kinder unter 15 Jahren. Trotz einiger Verbesserungen im Land in den letzten Jahren, sind die Kinder- und MĂŒttersterblichkeitsraten nach wie vor sehr hoch. Dschibuti hat außerdem eine der weltweit höchsten Quoten von MangelernĂ€hrung bei Kindern, besonders jenen, die jĂŒnger sind als fĂŒnf Jahre und in lĂ€ndlichen Gegenden leben.

Einigen SchĂ€tzungen zufolge leiden rund ein Drittel aller Kinder in Dschibuti an den Folgen von MangelernĂ€hrung, u.a. Kleinwuchs und beeintrĂ€chtigte Gehirnentwicklung, was zur Verzögerung geistiger FĂ€higkeiten fĂŒhren kann. Die Lage wird dadurch erschwert, dass Kinder nicht immer Zugang zu medizinischer Behandlung haben, durch die viele dieser Krankheiten verhindert oder geheilt werden könnten.

Obwohl die Regierung in den letzten Jahren stark in Bildung investiert hat, bedeutet das schnelle Bevölkerungswachstum, dass die Maßnahmen nicht ausreichend waren, um Bildung fĂŒr alle zu gewĂ€hrleisten. DarĂŒber hinaus können es sich Familien, die unter finanziellem Druck stehen, oft nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Sehr oft mĂŒssen junge MĂ€dchen und Buben arbeiten gehen, um zum Familieneinkommen beizutragen.

Wenn Eltern ums tĂ€gliche Überleben kĂ€mpfen, fehlt Kindern die stetige UnterstĂŒtzung, die sie brauchen, um sich gesund entwickeln zu können. Viele solcher Kinder verlieren die FĂŒrsorge ihrer Eltern, wodurch sie Gefahr laufen, ausgebeutet zu werden.

 

SOS-Kinderdorf in Dschibuti

SOS-Kinderdorf hat in Dschibuti eine Machbarkeitsstudie durchgefĂŒhrt, und es wurde beschlossen, in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden eine Reihe von Programmen in Tadjourah ins Leben zu rufen. Es ist geplant, ein FamilienstĂ€rkungsprogramm zu starten, um gefĂ€hrdete Familien zu ermitteln und ihnen die nötige UnterstĂŒtzung zu bieten, damit sie zusammenbleiben können. Kinder, die nicht mehr bei ihrer Familie leben können, werden von SOS-MĂŒttern in einem familiennahen Umfeld betreut. Außerdem werden wir einen Kindergarten eröffnen, wo die Kleinsten fĂŒrsorglich betreut und ermutigt werden, damit sie sich selbstbewusst entwickeln können.

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