SOS-Kinderdorf Benguela

Nach den Nothilfeprogrammen ├╝ber lange Phasen des B├╝rgerkrieges dehnte SOS-Kinderdorf im Jahr 2005 seine Aktivit├Ąten in Benguela aus. In einer Gegend, die in Folge des jahrzehntelangen B├╝rgerkrieges Anlaufpunkt f├╝r Tausende Fl├╝chtlinge war, unterst├╝tzen wir heute die lokale Gemeinde, indem wir von Zerr├╝ttung bedrohte Familien st├Ąrken und uns um Kinder k├╝mmern, die nicht l├Ąnger bei ihren Eltern leben k├Ânnen.

Kinder gezeichnet von Krieg und Armut


Die Versorgung von Familien mit Nahrung  ist oftmals der erste Schritt (Foto: SOS-Archiv)

Benguela, Hauptstadt der Provinz Benguela, liegt an der Atlantikk├╝ste ungef├Ąhr 450 Kilometer s├╝dlich der Hauptstadt Angolas, Luanda. W├Ąhrend des B├╝rgerkrieges war Benguela Anlaufpunkt f├╝r eine Vielzahl von Fl├╝chtlingen, da die Region im Krieg relativ stabil war. Der daraus resultierende Anstieg der Bev├Âlkerungszahlen ist eine gro├če soziale Herausforderung, die durch die allgemein schlechte Lage in den Bereichen Gesundheit und Bildung noch erschwert wird. Viele Kinder, insbesondere Kriegswaisen, sind schutzlos geworden und leben unter unsicheren Verh├Ąltnissen auf der Stra├če. Unter diesen Bedingungen sind sie Unterern├Ąhrung, sexuellem Missbrauch oder Gewalt ausgesetzt und k├Ąmpfen um ihr ├ťberleben, indem sie kleine Gelegenheitsarbeiten annehmen oder Bagatelldelikte begehen.

Viele Familien tragen schwer an der Belastung durch Armut und Krankheiten wie Malaria und zerbrechen nicht selten daran. Landminen sind in vielen Teilen des Landes immer noch eine gro├če Gefahr, insbesondere f├╝r Kinder. HIV/AIDS ist wie in vielen anderen L├Ąndern Afrikas auch zunehmend der Grund f├╝r die Zerr├╝ttung von Familien. Oftmals k├Ânnen erkrankte Eltern nicht f├╝r eine Behandlung aufkommen und sind dann irgendwann nicht mehr in der Lage, sich um ihre Familien zu k├╝mmern. Da aber auch die gesamte Gro├čfamilie zumeist stark unter der Armut zu leiden hat, kann niemand mehr f├╝r die Kinder der an HIV/AIDS Erkrankten sorgen, die sich in der Folge dann selbst durchschlagen m├╝ssen.

Von Nothilfeprogrammen zur St├Ąrkung gef├Ąhrdeter Familien

Die soziale Infrastruktur des Landes wurde durch den langen B├╝rgerkrieg zutiefst zerr├╝ttet; viele Menschen haben keinen Zugang zu Bildung oder zu medizinischer Grundversorgung. Obwohl die Wirtschaft in Angola wieder anzieht, gilt das Land immer noch als eines der ├Ąrmsten der Welt. Die Vorteile des Wirtschaftsaufschwungs kommen auch nur einem kleinen Teil der Bev├Âlkerung wirklich zugute, so dass die Anzahl der Waisen oder der Kinder, die vom Verlust der elterlichen F├╝rsorge bedroht sind, unver├Ąndert hoch ist. Aufbauend auf dem Nothilfeprogramm, das seit 1994 in Benguela umgesetzt wurde, hat SOS-Kinderdorf 2005 ein l├Ąngerfristiges Programm ins Leben gerufen. Vor einigen Jahren hat das Familienst├Ąrkungsprogramm das Nothilfeprogramm abgel├Âst. Unser Ziel ist es heute, gef├Ąhrdete Familien zu st├Ąrken und ihnen zu helfen, weiter zusammenzubleiben.

Als einer der Hauptgr├╝nde, warum Familien zerbrechen, gilt die Armut, die es Familien unm├Âglich macht, f├╝r ausreichend Essen und wenn n├Âtig medizinische Behandlung aufzukommen. In einigen F├Ąllen f├╝hrt diese Situation dazu, dass ein Elternteil oder eine Betreuungsperson aus wirtschaftlichen Gr├╝nden abwandern und woanders nach Arbeit suchen muss, oder dass Krankheit oder sogar Todesf├Ąlle in der durch Unterern├Ąhrung geschw├Ąchten Familie auftreten. Daher ist die St├Ąrkung von gef├Ąhrdeten Familien, damit sie sich selbst versorgen k├Ânnen, ein wesentlicher Bestandteil der Bem├╝hungen zur Senkung der hohen Anzahl von Kindern, die in dieser Region ohne Betreuung aufwachsen m├╝ssen.

Unsere Arbeit in Benguela


Ein Ort zum Spielen, and den man sich gern erinnert (photo: SOS archives)

Mehr als 120 Kinder haben in SOS-Familien ein neues liebevolles Zuhause gefunden. ├ťber einen Kindergarten, eine Grundschule und ein Sozialzentrum bietet unsere Organisation auch der umliegenden Gemeinde Unterst├╝tzung. Der Kindergarten hat Platz f├╝r mehr als 100 Kinder und erm├Âglicht es alleinerziehenden M├╝ttern, zur Arbeit zu gehen, ohne ihre Kinder zu Hause allein zu lassen. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule erm├Âglicht bis zu 780 Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern aus der Gemeinde und den SOS-Familien den Zugang zum Bildungssystem.

F├╝r die ├Ąlteren Kinder in unserem Betreuungsangebot gibt es SOS-Jugendeinrichtungen, in denen die Heranwachsenden auf ihrem Weg zum Erwachsensein ermutigt und unterst├╝tzt werden. Gemeinsam mit der Regierung betreiben wir ein SOS-medizinisches Zentrum, in dem jedes Jahr mehr als 4000 Menschen behandelt werden. ├ťber verschiedene Gesundheits- und Pr├Ąventionskampagnen erreicht das medizinische Zentrum sogar noch mehr Menschen. Im SOS-Sozialzentrum k├╝mmern wir uns um gef├Ąhrdete Familien, insbesondere um alleinerziehende Eltern oder von HIV/AIDS betroffene Familien. Oftmals geht es auch um grundlegende Dinge wie die Ausgabe von Lebensmittelpaketen und eine medizinische Grundversorgung. Das Ziel ist aber immer, den Eltern und Betreuungspersonen dabei zu helfen, sich selbst zu versorgen, damit sie sich gut um ihre Kinder k├╝mmern k├Ânnen. All diese Bem├╝hungen werden von den lokalen Beh├Ârden unterst├╝tzt, was entscheidend ist, wenn wir langfristig positive ├änderungen f├╝r die Menschen vor Ort bewirken wollen.

 






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