SOS-Kinderdorf Gode

Im d├╝rregeplagten S├╝dwesten ├äthiopiens ist die Armut besonders weit verbreitet. Die Trockenperioden sind meist sehr lang und richten in diesem Landesteil besonders gro├čen Schaden an, wodurch die ohnehin schon harten Lebensbedingungen der lokalen Bev├Âlkerung weiter erschwert werden. Angesichts dieser Situation ist die S├Ąuglingssterblichkeitsrate nach wie vor sehr hoch, und Zehntausende kleiner Kinder leiden an Unterern├Ąhrung.

In Gode k├Ąmpfen jeden Tag zahlreiche Kinder ums ├ťberleben


Kleines M├Ądchen mit Pl├╝schtier im Kinderdorf Gode (Foto: J. Honor├ę) 

Das SOS-Kinderdorf Gode liegt im S├╝dwesten ├äthiopiens, einer Region, die nicht einmal durch eine befestigte Stra├če mit der Landeshauptstadt Addis Abeba verbunden ist. In diesem scheinbar von der Welt vergessenen entlegenen Winkel der Erde ist das Armutsniveau selbst an schwarzafrikanischen Standards gemessen besonders hoch. Millionen von Menschen haben keinen Zugang zur Grundversorgung mit sauberem Trinkwasser, menschenw├╝rdigen Behausungen und sanit├Ąren Einrichtungen. Aufgrund des besonders wechselhaften Klimas in der Region werden jedes Jahr Hunderte Menschen Opfer von ├ťberflutungen und Hungersn├Âten.

Abgesehen vom hohen Armutsniveau leiden Kinder und Familien auch unter den schweren bewaffneten Auseinandersetzungen, da sich die Gewalt der Konfliktparteien im benachbarten Somalia h├Ąufig ├╝ber die Landesgrenzen hinaus ausbreitet. Im Jahr 2011 starben Zehntausende von Kindern in einer der schlimmsten Hungersn├Âte in der Geschichte des Landes am Horn von Afrika. Weitere 4,5 Millionen Menschen sind auf Hilfsleistungen angewiesen. Nur jedes zehnte Kind kann im ariden S├╝dwesten ├äthiopiens eine Grundschule besuchen. Um die Sekund├Ąrstufe ist es noch schlechter bestellt. Ohne Bildung sind die Chancen eines Kindes, in der Zukunft den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen, sehr gering. Dar├╝ber hinaus leiden viele Kinder in Gode und der Umgebung an schwerer Unterern├Ąhrung.
 

Angesichts der wiederkehrenden D├╝rren beschloss SOS-Kinderdorf, in dieser Region aktiv zu werden

Im S├╝dwesten ├äthiopiens ist die Armut weiter verbreitet als in jedem anderen Landesteil, was unter anderem auf die langen D├╝rreperioden zur├╝ckzuf├╝hren ist, denen die Bev├Âlkerung immer wieder ausgesetzt ist. Die verheerenden Folgen einer besonders lang anhaltenden Trockenheit waren auch der Grund daf├╝r, dass SOS-Kinderdorf im Jahr 2000 den Bau eines weiteren SOS-Kinderdorfs in ├äthiopien beschloss. Unsere Organisation begann ihre Aktivit├Ąten mit einem SOS-Nothilfeprogramm, um den Kindern und Familien in der Region zu helfen. Medizinische Betreuung und Nahrungsmittel wurden im Rahmen einer Soforthilfema├čnahme bereitgestellt, wodurch das Leben vieler junger Menschen gerettet werden konnte. Im Jahr 2011 gingen Bilder von Kindern am Rande des Hungertodes in Folge einer der schwersten D├╝rren in der Geschichte des Landes um die ganze Welt. Wieder verst├Ąrkte SOS-Kinderdorf seine Bem├╝hungen, um der notleidenden Bev├Âlkerung zu helfen.

Unsere Arbeit in Gode


SOS-Mutter beim Kochen im Freien (Foto: B. Neelemann)

SOS-Kinderdorf nahm seine T├Ątigkeit in der Region im Jahr 2004 auf. Das SOS-Kinderdorf umfasst ein SOS-Sozialzentrum, in dem Familienst├Ąrkungsprogramme angeboten werden, einen Kindergarten und eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, in der bis zu 480 Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler kostenlosen Unterricht in der Prim├Ąr- und Sekund├Ąrstufe erhalten. Nicht nur die Kinder aus den SOS-Familien haben Zugang zu den Bildungsangeboten unserer Organisation. Unsere Hilfe richtet sich auch an Kinder und junge Menschen aus marginalisierten armen Familien in der Region, die sich sonst keinen Schulbesuch f├╝r ihre Kinder leisten k├Ânnten. Kinder, die nicht von ihren Familien versorgt werden k├Ânnen, finden in einer der 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause, in denen sie gemeinsam mit ihren Geschwistern aufwachsen. In Gode k├Ânnen bis zu 120 Kinder von SOS-M├╝ttern betreut werden.

In unseren Sozialzentren bieten wir Familienst├Ąrkungsprogramme zur Festigung bestehender famili├Ąrer Bindungen, damit Kinder bei ihrer eigenen liebevollen Familie aufwachsen k├Ânnen. Wir unterst├╝tzen Familien und Gemeinden durch die St├Ąrkung ihrer wirtschaftlichen Unabh├Ąngigkeit und Selbstverantwortung und versuchen Familien vor der Zerr├╝ttung zu bewahren, die die Folge von Armut und instabilen famili├Ąren Verh├Ąltnissen sein kann. Dar├╝ber hinaus werden die Beg├╝nstigten des Programms beratend unterst├╝tzt und erhalten psychologischen Beistand. Das SOS-Sozialzentrum in Gode wurde im Oktober 2010 er├Âffnet, und seither haben bereits Tausende von Beg├╝nstigten der Familienst├Ąrkungsprogramme Hilfe und Unterst├╝tzung erfahren. Bereits seit dem Jahr 2002 betreibt SOS-Kinderdorf auch ein SOS-medizinisches Zentrum. Die Gesamtkapazit├Ąt des Zentrums ist f├╝r die medizinische Versorgung von bis zu 10 000 Menschen pro Jahr ausgelegt. Die SOS-medizinischen Zentren, in denen tausende M├╝tter und Kinder unentgeltlich sowohl pr├Ąventiv als auch kurativ medizinisch versorgt werden, spielen bei der Senkung der Kinder- und M├╝ttersterblichkeitsraten eine gro├če Rolle.

Im SOS-Jugendprogramm k├Ânnen Heranwachsende in zwei Jugendeinrichtungen ziehen. Mit der Unterst├╝tzung qualifizierter JugendberaterInnen entwickeln die jungen Menschen Zukunftsperspektiven.
 



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