Nothilfe – 09.04.21

Nothilfe in Tigray endlich möglich

Grauenhafte Nachrichten dringen nun nach außen – Hilfe aus Österreich für Familien in Mek’ele.

Nach über sechs Monaten Bürgerkrieg erhalten humanitäre Organisationen wie SOS-Kinderdorf endlich Zugang zur Krisenregion Tigray in Äthiopien. Hilfe ist dringend nötig. Millionen von Kindern und Familien sind vom Hungertod bedroht. Seit der Krieg in der äthiopischen Region Tigray wütet, ist die Bevölkerung weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Im Zuge der Kampfhandlungen wurden Internetverbindungen und Telefonleitungen zerstört, die Straßen blockiert und der Flugverkehr eingestellt. Seit Kurzem haben humanitäre Organisationen und Reporter wieder Zugang zur Region und die Nachrichten, die nach außen dringen, sind grauenhaft.

 

Massaker, Vergewaltigung und Hunger

"Augenzeugen berichten von brutalsten Massakern, Hunderten von Mädchen und Frauen, die vergewaltigt wurden, Kinder mit Schusswunden, die nicht versorgt werden können", so Valerie Neuhold-Maurer, Äthiopien Expertin bei SOS-Kinderdorf. "Die Strom- und Wasserversorgung sind weitgehend zusammengebrochen, es kam zu Plünderungen, ein Großteil der medizinischen Einrichtungen und ein Viertel aller Schulen in der Region sind zerstört." Als Folge davon sind rund 2,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Doch auch in den Flüchtlingscamps an der Grenze zum Sudan gehen Wasser und Essen zur Neige. Ohne Hilfslieferungen werden laut der UNO 4,5 Millionen Menschen den Hungertod sterben.

 

Ende Januar konnte noch Mehl an 1.300 Menschen verteilt werden.

 

Büro geplündert, Familien vertrieben

SOS-Kinderdorf Österreich betreibt in der Region Tigray im Rahmen eines Projekts der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit Programme zur Stärkung von armutsbetroffenen Familien. In Mek‘ele, der Hauptstadt der Region, gibt es ein SOS-Kinderdorf. Insgesamt unterstützt SOS-Kinderdorf rund 3200 Kinder und Eltern in der Region.

"Viele Familien wurden vertrieben, ihre Häuser beschädigt, ihre Tiere getötet, und einige Eltern, die mit HIV/AIDS lebten, sind gestorben, weil sie keinen Zugang zu Medikamenten hatten. Auch Büros von SOS-Kinderdorf wurden geplündert", berichtet Neuhold-Maurer. "Die Familien, die wir dort beim Aufbau von Kleinbetrieben und Kooperativen unterstützt haben, haben alles wieder verloren. Wir können sie nun, da sie in größter Not sind, nicht allein lassen und wollen so schnell als möglich mit der Rehabilitation beginnen."
 

 

Nothilfe gestartet

In Mek‘ele ist die Nothilfe bereits angelaufen, wie Sahlemariam Abebe, Leiter von SOS-Kinderdorf Äthiopien berichtet. "Wir konnten 300 geflüchtete Kinder und ihre Familien mit Hygienematerial und Lebensmittel für die nächsten sechs Monate versorgen. Doch es braucht noch viel mehr, um den Rückschlag unserer Arbeit aufzufangen und den Kindern und Familien wieder etwas Hoffnung zu schenken."

Mit einem Nothilfe-Aufruf sammelt SOS-Kinderdorf derzeit Spenden für die dringendsten Hilfeleistungen: Nothilfepakete mit Essen, Trinkwasser und Hygienematerial und psychosoziale Unterstützung für betroffene Kinder und Familien.

SOS-Nothilfe

Unterstützen Sie unsere SOS-Nothilfe die wir derzeit für Nothilfepakete mit Essen, Trinkwasser und Hygienematerial und psychosoziale Unterstützung für betroffene Kinder und Familien verwenden.

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SOS-Kinderdorf in Mek'ele:

  • 129 Kinder leben bei SOS-Kinderdorf
  • 98 Jugendliche in Jugendbetreuung
  • 2.639 Kinder und Jugendlichen werden über Familienstärkungsprogramme erreicht
  • 74 MitarbeiterInnen von SOS-Kinderdorf kümmern sich um Kinder und Jugendliche in Not

 

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