Arbeiten bei SOS – 14. März 2019

Sozialpädagogin Barbara Triebl

Barbara hat nach ihrem Abschluss am Bundesinstitut für Sozialpädagogik mitgeholfen eine Mädchenwohngruppe in Hinterbrühl aufzubauen und erzählt von ihren Aufgaben, Herausforderungen und Erfolgen.

Sozialpädagogin Barbara Triebl

 

Barbara Triebl begleitet in ihren 25 Wochenarbeitsstunden drei Mädchen zwischen 16 und 20 Jahren durch ihren Alltag in der Mädchenwohngruppe. Das bedeutet, dass Barbara die erste Ansprechpartnerin für viele Dinge ist und sicherstellt, dass die Jugendlichen ihre täglichen Aufgaben wie Waschen, Kochen oder Einkaufen wahrnehmen.

"Ein weiterer wichtiger Teil meiner Arbeit ist dafür zu sorgen, dass sich die Mädchen mit ihrer Geschichte und ihren Wurzeln auseinandersetzen und vor allem natürlich mit ihrem Herkunftssystem", erklärt uns Barbara. Einige der Mädchen, die in der Wohngruppe leben, haben sich bewusst dazu entschlossen, dass sie nicht mehr bei ihrer Familie bleiben möchten. Bei anderen hat es die Kinder- und Jugendhilfe entschieden.

 

Die Mädchen haben aber alle in ihren jungen Jahren schon viel erlebt, von Vernachlässigung und Gewalt, bis zu sexuellem Missbrauch. Das hinterlässt Spuren und erklärt warum die meisten von ihnen in psychologischer oder therapeutischer Betreuung sind, mit Einschränkungen im Alltag zu kämpfen haben und sich schwer tun im Berufs- oder Bildungsalltag Fuß zu fassen.

"Umso wichtiger sind die kleinen Erfolge, wenn die Mädchen eine Vereinbarung einhalten zum Beispiel oder wenn sie selbständig etwas erledigen. Man muss aber seine Erwartungen an diese Gegebenheiten anpassen", ist Barbara überzeugt.

Schöne Momente sind für Barbara die Besprechungen mit ihrem Team. Das Wissen, dass sie sich austauschen kann und nicht alleine da steht, wenn sie mal nicht weiter weiß ist für sie enorm wichtig: "Ich bin froh hier zu arbeiten und weiß, dass das was SOS-Kinderdorf macht Hand und Fuß hat. Es wird darauf geschaut dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine gute Ausbildung mitbringen und es gelten einfach gewisse Standards, das macht unsere Arbeit professionell und sorgt für Qualität".

Gleichzeitig schätzt Barbara, dass sie in einer großen Organisation auch viele Möglichkeiten hat. Sie schließt gerade ihr Social Management Studium ab und kann sich auch eine Führungsposition bei SOS-Kinderdorf als zukünftige Herausforderung vorstellen.

Bewerberinnen und Bewerbern würde sie raten sich bewusst zu machen, wer sie sind und was sie nach außen ausstrahlen: "Wenn man mit Jugendlichen arbeiten will muss man sehr flexibel und vor allem authentisch sein. Die Mädchen merken es sofort, wenn ich es nicht ernst meine oder nicht ganz bei der Sache bin".