Salzburg

Gastfamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge 

Seit März 2016 finden minderjährige Flüchtlinge in Salzburger Familien ein neues Zuhause. Ein von der Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) gestartetes Pilotprojekt bringt österreichische Familien und geflüchtete Kinder mit und ohne Asylstatus zusammen.

Die angehenden Gasteltern werden von der kija und von SOS-Kinderdorf entsprechend ausgebildet. Einzelgespräche helfen herauszufinden, wer zusammenpasst.

Als Partner für dieses Pilotprojekt begleiten wir von SOS-Kinderdorf die Familien und Jugendlichen im Alltag und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Durch unsere langjährige Erfahrung in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen können wir sie in rechtlichen und pädagogischen Belangen professionell und fachlich unterstützen. So tragen wir dazu bei, dass Kinder und Jugendliche, die Schreckliches erlebt haben, in einem liebevollen und familiären Umfeld Hoffnung auf eine glückliche Zukunft schöpfen können.


Jugendliche werden auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet.

 


Die zentralen Themen und Ziele der Wohngruppen sind:
Ankommen, Stabilisierung und Verarbeitung des Erlebten nach der Flucht, individuelle Entwicklung, Integration bzw. Inklusion, Entwicklung von sozialen Fähigkeiten und von geeigneten Zukunftsperspektiven, Ausbildung, Selbstständigkeit und Selbsterhaltungsfähigkeit sowie Eigenverantwortlichkeit.
 

 

Gasteltern gesucht!

Wen wir suchen:

Wir suchen Menschen in Stadt und Land Salzburg, für die das Familienleben einen hohen Stellenwert hat, kulturelle Vielfalt eine Bereicherung ist und die gerne einem jungen Menschen in ihrer Familie ein liebevolles Zuhause geben möchten
 

Ausbildungsrunde 2017

Seit 21. Februar 2017 geht es in die nächste Ausbildungsrunde. Interessierte werden in 6 Workshops und Vorträgen ausführlich auf die Aufgaben als Pate oder Gastfamilie vorbereitet. Neben einem detaillierten Überblick zum Projekt informieren kija und SOS-Kinderdorf zu den Themen interkulturelle Kompetenz, Trauma, Asylrecht und Grundversorgung. Bereits bestehende Paten und Patinnen sowie Jugendliche erzählen aus ihrer Erfahrung und geben den Neulingen hilfreiche Tipps. „Jene Menschen, die sich dazu entschließen, Gastfamilie zu sein, werden von uns begleitet und fachlich unterstützt“, versichert Irene Hochegger, pädagogische Leiterin beim SOS-Kinderdorf. „Gerne geben wir die Erfahrungswerte unserer langjährigen Arbeit mit Kindern auf der Flucht an die Gasteltern weiter und stehen ihnen bei pädagogischen Fragen oder bei Fragen zum Asylverfahren mit Rat und Tat zur Seite.“

Was Gasteltern mitbringen sollten:

  • Bereitschaft gemeinsam mit SOS-Kinderdorf die Verantwortung und Betreuung für einen Jugendlichen zu übernehmen
  • Bereitschaft zur Weiterbildung in pädagogischen Themen
  • Finanzielle Unabhängigkeit
  • Einwandfreier Leumund
  • Verfügbarkeit von adäquatem Wohnraum
  • Hauptwohnsitz im Bundesland Salzburg


Über die Jugendlichen:

Die jugendlichen Flüchtlinge sind zwischen 12 und 18 Jahre alt. Der Großteil der Jugendlichen ist männlich und stammt aus Ländern, wie beispielsweise Afghanistan, Syrien oder Somalia.

Finanzielle Unterstützung:

Gastfamilien erhalten für die Betreuung und Begleitung von jugendlichen Flüchtenden vom Land Salzburg über SOS-Kinderdorf monatlich Gastelterngeld in Höhe von 689 Euro, welches dem Pflegegeld gleichgestellt ist.
Vom monatlichen Gastelterngeld werden Taschengeld (40 Euro) sowie Bekleidungsgeld (25 Euro) abgezogen.
 

Kontakt

Wenn Sie Fragen haben, oder sich als Gasteltern bewerben möchten, melden Sie sich bei SOS-Kinderdorf, Meline Mazinjan unter der Telefonnummer +43 676 88144669 oder per E-Mail unter meline.mazinjan@sos-kinderdorf.at

Sollen Sie sich für Patenschaften interessieren, melden Sie sich bitte bei der kija Salzburg unter kija@salzburg.gv.at / 0662 430 550.

Nach der Bewerbung und einem umfangreichen Erstgespräch mit SOS-Kinderdorf folgt die Prüfung der Eignung als Gastfamilie durch das Amt der Salzburger Landesregierung, Referat 3/02 – Kinder- und Jugendhilfe (KJH). Gibt es von dieser Seite keine Einwände, kann die Vermittlung zwischen Jugendlichem und Gastfamilie beginnen:
SOS-Kinderdorf trifft unter Berücksichtigung der Eigenschaften und Interessen der Gastfamilie sowie des Jugendlichen eine Auswahl und organisiert das erste Kennenlernen, weitere Treffen sowie Besuche in der Familie. Gibt es von beiden Seiten den Wunsch eines Zusammenlebens, kommt es zur Aufnahme des Jugendlichen in der Gastfamilie. In einem Betreuungsvertrag zwischen der Gastfamilie und SOS-Kinderdorf sind alle Details über die Anforderungen an die Betreuung festgelegt.

Im Rahmen der Eignungsfeststellung wird von der KJH ein Hausbesuch, ein sozialarbeiterisches Gespräch und eine Überprüfung der finanziellen Selbsterhaltungsfähigkeit sowie der Strafregisterauszüge durchgeführt.

Die PädagogInnen von SOS-Kinderdorf organisieren und betreuen das Kennenlernen zwischen Gastfamilie und Jugendlichem. Danach erfolgt die Betreuung in Form regelmäßiger Hausbesuche und telefonischer Kontakte. Gemeinsam mit dem Jugendlichen und der Gastfamilie erstellen die PädagogInnen von SOS-Kinderdorf einen Betreuungsplan mit Betreuungszielen.
Eine wichtige Funktion übernimmt SOS-Kinderdorf auch im Krisenmanagement. (Siehe auch Frage: "Welche Möglichkeiten gibt es, wenn es zu Problemen im Zusammenleben kommt?")

Gasteltern müssen an der einmaligen Fortbildungsreihe der Kinder- und Jugendanwaltschaft  Salzburg (kija) teilnehmen. Diese besteht aus sechs Modulen. Mindestens eine Person aus der Gastfamilie muss daran teilnehmen. Empfehlenswert ist, dass beide Gastelternteile die Fortbildung absolvieren. 

Pro Jahr sind drei dreistündige Fortbildungsveranstaltungen aus pädagogischen Themenbereichen verpflichtend. Mindestens eine Person aus der Gastfamilie muss daran teilnehmen. 

Ja, eine Ehe, Partnerschaft oder leibliche Kinder sind keine zwingende Voraussetzung.

Ja, diese Möglichkeit besteht. In diesem Fall bitten wir Sie, bei Kontaktaufnahme mit SOS-Kinderdorf alle verfügbaren Informationen über den Jugendlichen zu übermitteln.

Die Obsorge liegt bei der Kinder- und Jugendhilfe. Die Gasteltern übernehmen eine Vertretungsbefugnis für Pflege- und Erziehung.

Das Gastelterngeld beträgt derzeit monatlich derzeit 689 Euro. Davon werden 62,50 Euro monatlich an den jugendlichen Flüchtling direkt ausbezahlt, das beinhaltet, Taschengeld, Bekleidung und Freizeitgeld.

Dies bedeutet nicht automatisch eine sofortige Familienzusammenführung. Voraussetzung dafür ist eine Stabilisierung der Lebensverhältnisse der leiblichen Eltern. Dafür ist oftmals längere Zeit erforderlich. Ein regelmäßiger Kontakt mit und Besuche bei den leiblichen Eltern sind – so wie für alle Kinder und Jugendlichen – auch für jugendliche Flüchtlinge sehr wichtig.

Im Falle von Problemen bietet SOS-Kinderdorf vielfältige Hilfestellungen, wie etwa Gesprächen an. In Krisenfällen besteht je nach freien Ressourcen auch die Möglichkeit einer vorrübergehenden Aufnahme in einer Einrichtung von SOS-Kinderdorf in Absprache mit der KJH.

Ob ein jugendlicher Flüchtling mit seiner Familie einen Urlaub verbringen kann, ist vom aktuellen Status im Asylverfahren abhängig. Bei offenem Verfahren sind Reisen ins Ausland nicht möglich. Sollte Ihre Familie dennoch einen Urlaubsaufenthalt im Ausland planen, gibt es für Jugendliche ab 16 Jahren in Absprache mit der KJH die Möglichkeit, während dieser Zeit in einem Angebot von SOS-Kinderdorf betreut zu werden.

Mit dem 18. Lebensjahr endet die Betreuung und Finanzierung durch SOS-Kinderdorf.
Endet die Betreuung, bedeutet das nicht automatisch, dass der Jugendliche die Familie sofort verlassen muss. Ein weiteres Zusammenleben ist individuelle Entscheidung und Vereinbarungssache zwischen der Gastfamilie und dem jungen Flüchtling. Ziel ist es, die Jugendlichen auf dem Weg in die Selbstständigkeit so gut wie möglich zu unterstützen.

Gastfamilien Salzburg

SOS-Kinderdorf-Leiter:
Wolfgang Arming

Pädagogische Leiterin:
Meline Mazinjan

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