SOS-Kinderdorf macht den 2. Platz beim Grazia Ehrenpreis zum Thema Integration und Asyl

Der 2. Platz Kategorie Medien ging an das SOS-Kinderdorf bezüglich der massiven und breit angelegten Kritik an die im Nationalrat beschlossene Asylnovelle "Asyl auf Zeit“.

Seit einigen Jahren verleiht das Grazer Kinderschutzzentrum den Ehrenpreis GRAZIA für besondere Leistungen zum Schutz und zur Förderung von Kindern und Jugendlichen. Ausgezeichnet werden dabei in erster Linie Bildungseinrichtungen und gemeinnützige Vereine in der Stadt Graz, die sich "für Kinder und Jugendliche stark machen".
Der 2. Platz Kategorie Medien ging an das SOS-Kinderdorf bezüglich der massiven und breit angelegten Kritik an die im Nationalrat beschlossene Asylnovelle "Asyl auf Zeit“.
 
Susanne Maurer-Aldrian, Geschäftsleiterin SOS-Kinderdorf Region Süd hat den Preis gerne entgegengenommen, kommentierte ihn aber bezüglich der aktuellen Situation Steiermark kritisch mit Appell an die zuständigen PolitikerInnen:
„Es ist schön, dass wir diesen Ehrenpreis bekommen. Danke. Aber wir sind noch lange nicht annährend dort, wo wir im Sinne der Kinder stehen müssten. Denn die Betreuung von Kindern, die ohne Eltern auf der Flucht waren und in Österreich gelandet sind, ist vor allem in der Steiermark beschämend!
 „Es ist flapsig daher gesagt, es reiche, diese Kinder in einem Heim zu verwahren. Die Kinder brauchen neben dem Dach über den Kopf auch Zuwendung, Beschäftigung und vor allem eine Perspektive!
Die Kinderrechte gelten auch in Notsituationen und diese Kinder haben ein Recht auf Gesundheit, auf Bildung und sie haben auch ein Recht darauf, ein Kind zu sein! Und wir, wie wir hier stehen, als Erwachsene haben die Pflicht uns für diese Kinder einzusetzen – so lange bis Bedingungen akzeptabel sind.
 
Betreuung von Kindern auf der Flucht durch SOS-Kinderdorf
SOS-Kinderdorf betreut seit 15 Jahren in Österreich Kinder auf der Flucht.
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Flüchtlingsbereich und besonderen Dringlichkeiten hat
SOS-Kinderdorf im letzten Jahr über 250 neue Plätze in ganz Österreich geschaffen: in allen Bundesländern außer in der Steiermark, wo nur Wohnheime genehmigt werden.
 
SOS-Kinderdorf ist es wichtig, nicht irgendwelche Plätze zu schaffen, sondern die richtigen:
Unsere Kinder und Jugendlichen leben in überschaubaren Wohngemeinschaften (8 bis max. 15 Plätze) statt in Großquartieren und werden dort rund um die Uhr von einem multiprofessionellen Team aus den Bereichen Soziales, Pädagogik, Psychologie etc. altersgerecht und umfassend betreut. Manche, vor allem Geschwistergruppen oder jüngere Kinder, wurden/werden auch in bestehende klassische SOS-Kinderdorf-Familien aufgenommen. Für ältere Jugendliche gibt es das „Betreute Wohnen“, wo sie nicht rund um die Uhr, sondern je nach Bedarf von Sozialpädagogen von SOS-Kinderdorf begleitet werden.
Zudem wird auch das Angebot der Gastfamilien forciert. Familien, die Kinder und Jugendliche zu sich nach Hause aufnehmen, werden von SOS-Kinderdorf ausgebildet und begleitet.
 
SOS-Kinderdorf setzt sich dafür ein, die Situation für Kinder auf der Flucht in Österreich zu verbessern – durch eigene Angebote und durch das Ausweiten der Betreuungsplätze sowie durch Beteiligung am politischen Diskurs und öffentliches Eintreten für die Rechte/Anliegen aller Kinder, auch und ganz besonders junger Menschen auf bzw. nach der Flucht.
 
Steiermark
In der Steiermark werden derzeit rund 750 Kinder auf der Flucht in der sogenannten Landesbetreuung betreut. Weitere rund 500 in der Bundesbetreuung. Der Großteil ist in Großquartieren untergebracht. Die Betreuerschlüssel sind auf maximal auf Grundversorgung (satt und vielleicht sauber) abgestellt.
 
Das ist und bleibt inakzeptabel.
SOS-Kinderdorf fordert die zuständigen PolitikerInnen auf, die Kinderrechte einzuhalten!
Wir fordern, dass die Kinder- und Jugendhilfe jedes Kind in Österreich nach bestem Wissen und Gewissen versorgen darf.“
 
Rückfragen: SOS-Kinderdorf Presse claudia.hauboldt@sos-kinderdorf.at mobil 0676 881 444 04
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