Hilfe für Kinder, die durch Krieg in Not geraten, hat lange Tradition

Hilfe für Kinder, die durch Krieg in Not geraten, hat lange Tradition

25.4.1949 Gründungsdatum von SOS-Kinderdorf
26.4.2016 30. Todestag von Hermann Gmeiner

Krieg und die dramatischen Folgen für Kinder waren vor sieben Jahrzehnten Anlass für die Gründung von SOS-Kinderdorf und sind heute wieder ein Schwerpunkt der SOS-Kinderdorf-Arbeit.


Innsbruck/Wien (20.4.2016) - Das Elend vieler Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg war für Hermann Gmeiner Haupttriebfeder für die Entwicklung der SOS-Kinderdorf-Idee als Gegenmodell zur anonymen Verwahrung von Kindern in Waisenhäusern. Kinder sollten mit einer Mutter und Geschwistern in familiärer Geborgenheit und im Schutz einer Dorfgemeinschaft aufwachsen. Am 25. April 1949 gründete Gmeiner mit einem Team junger Frauen und Männer in Innsbruck die „Societas Socialis“. Es war die Geburtsstunde von SOS-Kinderdorf und Startschuss für den Bau des ersten SOS-Kinderdorfes in Imst in Tirol.

Heute spannt Gmeiners Lebenswerk einen humanitären Bogen über 134 Länder, quer über alle Religionen, Kulturen und Gesellschaften hinweg. In 573 SOS-Kinderdörfern und mehr als 700 SOS-Jugendangeboten haben mehr als 80.000 Kinder und Jugendliche ein stabiles und liebevolles Zuhause. Über eine Million junge Menschen und ihre Angehörigen werden durch Sozial- und Bildungsangebote, medizinische Programme und Nothilfeaktivitäten unterstützt. Hermann Gmeiner starb am 26. April 1986 im Alter von 66 Jahren in Innsbruck und wurde auf eigenen Wunsch im SOS-Kinderdorf Imst begraben.

Vom Zuhause für Kriegswaisen zum Zuhause für minderjährige Flüchtlinge

Seit 15 Jahren betreut SOS-Kinderdorf in Österreich in zwei Projekten in Salzburg und Hall in Tirol unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Angesichts der prekären Entwicklung hat SOS-Kinderdorf das Engagement verstärkt und österreichweit mehr als 200 neue Plätze für jugendliche Flüchtlinge geschaffen. Damit steht SOS-Kinderdorf, wie damals beim Start in Imst, wo 40 Kriegswaisen ein neues Zuhause fanden, sechs Jahrzehnte später vor einer ähnlichen Herausforderung.

Wie damals haben auch diese Kinder und Jugendlichen durch Krieg Schlimmes erlebt, ihre Familie verloren oder sind völlig auf sich allein gestellt „als Kriegswaisen von heute“ in Österreich angekommen. Anstatt kindgerecht betreut zu werden, müssen viele noch immer in Großunterkünften wie Traiskirchen ausharren – weil Bund, Länder und Gemeinden sich nicht über Zuständigkeiten und Finanzierung einig sind.

Aktuell sind österreichweit 278 junge Flüchtlinge in SOS-Kinderdorf-Betreuung, was nur dank privater Spenden möglich ist. Denn SOS-Kinderdorf macht keinen Unterschied in der Qualität der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, egal wo sie geboren sind: ALLE brauchen altersgerechte Betreuungsangebote in kleinen Wohneinheiten statt in Großquartieren, mit pädagogischem Fachpersonal statt Security Teams und mit dem Fokus auf Integration, Spracherwerb und Bildung statt bloßem Verwahren.

Gleiche Rechte und Chancen für alle Kinder!

SOS-Kinderdorf setzt sich auch politisch für ihre Rechte ein: „Die UN-Kinderrechtskonvention muss bindende Rechtsgrundlage für den Umgang mit Flüchtlingskindern werden“, fordert SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer Christian Moser! „Das Kindeswohl hat im Vordergrund zu stehen, Betroffene dürfen nicht diskriminiert werden! Derzeit sind die jungen Flüchtlinge wegen des Kompetenzstreits zwischen Bund und Ländern, wegen fehlender Bereitschaft vieler Gemeinden, Flüchtlinge aufzunehmen, wegen großer Sprachbarrieren, kultureller Unterschiede und mangelnder Bildungsangebote besonders benachteiligt“.

Infos/Spenden: www.sos-kinderdorf.at/wie-sie-helfen-koennen/spenden

Foto (Gabriel/SOS-Kinderdorf/honorarfrei): Hermann Gmeiner mit tibetischen Flüchtlingskindern im SOS-Kinderdorf Dharamsala in Nordindien. 30 Jahren nach Gmeiners Tod ist das Thema Hilfe für Kinder auf der Flucht für SOS-Kinderdorf wieder sehr aktuell und eine besondere Herausforderung.

Fotos zur Presseaussendung können Sie hier downloaden.

Rückfragen:
Viktor Trager, Pressesprecher
Tel. +43(0)676/88144201
E-Mail: viktor.trager@sos-kinderdorf.at
 
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