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Rat auf Draht, Hallo!

Beim Notruf "147 Rat auf Draht" finden junge Leute rund um die Uhr kompetente Ansprechpartner. Der Bedarf ist sehr groß, erzählt Leiterin Birgit Satke.

Es geht um Liebeskummer, Schulstress, familiäre Probleme, Mobbing, Gewalt, sexuellen Missbrauch … Ein Anruf genügt, kostenlos und anonym, rund um die Uhr, auch mitten in der Nacht. Das Team von "147 Rat auf Draht" nimmt täglich an die 170 Anrufe entgegen.

"Wenn eine gute Gesprächsbasis da ist und man mit der Anruferin oder dem Anrufer sogar ein Stück weit lachen kann, dann ist das ein sehr schöner Moment", erzählt Birgit Satke. Sie leitet das Team des Notrufs für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen. "147 Rat auf Draht" gehört seit 4 Jahren zu SOS-Kinderdorf. Was wäre, wenn es Rat auf Draht nicht gäbe?

"Ein Drittel der Jugendlichen würde sich sonst nirgendwo hinwenden. Das ist eine hohe Zahl. Wir verstehen uns als Auffangbecken und Vermittler von anderen Einrichtungen wie etwa Kinderschutzzentren. Wir leisten Präventivarbeit, die es sonst in dieser Form nicht gäbe."
 
 

Es gibt keine vorgefertigten Lösungen

Einen Notruf zu betreiben bedeutet, auf mehreren Ebenen und in vielen Themenbereichen am Puls der Zeit zu bleiben, in Supervision und Fortbildung zu investieren. Zu dem Expertenteam gehören Psychologen, Psychotherapeuten, Lebensund Sozialberater, Pädagogen und ein Jurist. "Das Team ist eine große Ressource, jeder bringt durch seine Ausbildung unterschiedliche Ansätze mit. Manchmal bitten wir Jugendliche am nächsten Tag bei einer Kollegin oder einem Kollegen anzurufen. Da entstehen oft weitere Lösungsmöglichkeiten."
 


"Unser Ziel ist, den Anrufer so hinzuführen, dass er die Lösung von selbst findet. Aus einer vorgefertigten Lösung wird nichts Vernünftiges werden."

Birgit Satke, Leiterin von "147 Rat auf Draht"


Das Telefon läutet. "Rat auf Draht, hallo!" Vorgefertigte Antworten und Lösungen gibt es keine. Auch bei zwei Liebeskummergesprächen verläuft das eine ganz anders als das andere. Zuhören, zwischen den Zeilen zu hören, auffangen und wahrnehmen – das sind wichtige Aspekte. "Wir schauen die individuelle Situation des Anrufers an, versuchen die Ressourcen zu stärken und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Im Idealfall findet der Anrufer im Gespräch selbst die Lösung. Dann kann er sie eher umsetzen. Wenn er das Gefühl hat, naja, der sagt mir, dass muss ich jetzt so machen, dann wird das auf keinen Fall funktionieren."

Wünsche zum 30-jährigen Jubiläum der Hotline? Satke: "Dass wir ausreichende finanzielle Ressourcen haben, um unsere Arbeit in qualitativer Art und Weise aufrechtzuerhalten. Und der fromme Wunsch, dass es so eine Institution wie Rat auf Draht gar nicht brauchen würde ..."

Weitere Informationen

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