27. April 2017 | Jubiläum

SOS-Kinderdorf Hinterbrühl feiert 60-jähriges Bestehen

Eines der ältesten SOS-Kinderdörfer der Welt feiert mit Festakt am 1. Mai – Neues bei SOS-Kinderdorf-Familie und Schwerpunkte bei der Arbeit mit Herkunftsfamilien.

Das SOS-Kinderdorf Hinterbrühl feiert am Montag, 1. Mai 2017, mit einem Festakt beim jährlichen Maifest seinen 60. Geburtstag. „In den letzten 60 Jahren konnten wir insgesamt über 1.500 Kindern und Jugendlichen ein neues liebevolles Zuhause geben“, so Thomas Wick, SOS-Kinderdorf-Leiter Hinterbrühl. „Gerade in den letzten 10 Jahren konnten wir am Standort Hinterbrühl viele neue Angebote zusätzlich zur SOS-Kinderdorf-Familie entwickeln. Mit dem Eltern-Kind-Wohnen und unseren sozialpädagogisch-therapeutischen Wohngruppen haben wir einen wesentlichen Schwerpunkt bei der Arbeit mit den Herkunftsfamilien gesetzt. Zeitgleich zum Jubiläum startet im SOS-Kinderdorf-Hinterbrühl auch die Umsetzung der neuesten Weiterentwicklung der SOS-Kinderdorf-Familie.
 

Stetiger Wandel – vielfältige Angebote

Eröffnungsfeier des SOS-Kinderdorfs Hinterbrühl im Jahr 1957

Neben elf SOS-Kinderdorf-Familien und zwei sozialpädagogisch-therapeutische Wohngruppen, gibt es noch ein Betreutes Wohnen für Jugendliche und vier Kinderwohngruppen. Mit dem Eltern-Kind-Wohnen besteht seit mehreren Jahren ein besonderes familienstärkendes Angebot. Seit rund eineinhalb Jahren haben auch Flüchtlingsfamilien ein neues Zuhause für die Zeit ihres Asylverfahrens gefunden. Insgesamt leben im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl derzeit rund 110 Kinder und Jugendliche sowie 10 Erwachsene. „Es ist unglaublich schön darauf zurückzublicken, was aus dieser besonderen Idee gewachsen ist, wie vielen Kindern und Jugendlichen der Start in ein eigenständiges Leben ermöglicht werden konnte und wie viele Menschen sich hier Tag für Tag mit vollem Engagement für Kinder einsetzen“, so Wick.
 

Neues von der SOS-Kinderdorf-Familie

Die SOS-Kinderdorf-Familie ist bis heute etwas Besonderes. „Die familiäre Fürsorge und das Aufwachsen in einer Form, die einer Familie so nahe kommt, ist für die langfristige Betreuung von Kindern sehr kostbar“, betont Wick. Gesellschaftliche Veränderungen haben im Laufe der Jahrzehnte SOS-Kinderdorf immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt und eine Weiterentwicklung der SOS-Kinderdorf-Familie notwendig gemacht. „Die SOS-Kinderdorf-Familien sind vielfältiger geworden, das Berufsbild der SOS-Kinderdorf-Mutter hat sich weiter entwickelt. Seit vielen Jahren sind auch SOS-Kinderdorf-Väter sowie leibliche Kinder und Lebensgefährten dazugekommen“, schildert Wick die Entwicklung. Mit Blick auf diese Vielfalt und die neuesten fachliche Entwicklungen in der Pädagogik und Psychologie hat SOS-Kinderdorf nun das Konzept der SOS-Kinderdorf-Familie wieder aktualisiert und auf die Zukunft ausgerichtet.
 
SOS-Kinderdorf Mutter in Hinterbrühl
 

Teamarbeit, höhere Qualifikationen, passgenaue Hilfen

In der SOS-Kinderdorf-Familie wird zukünftig noch stärker im Team gearbeitet und damit einhergehend auch die Zahl der MitarbeiterInnen in den Familien erhöht. „Die SOS-Kinderdorf-Mutter oder der SOS-Kinderdorf-Vater hat durch ihre spezielle Lebensform weiterhin eine besondere Rolle, da sie/er mit den Kindern und Jugendlichen zusammenlebt und den Familienalltag und damit Lebensmittelpunkt mit ihnen teilt“, erklärt Wick. Alle MitarbeiterInnen der SOS-Kinderdorf-Familien werden über dasselbe hohe pädagogische Ausbildungsniveau verfügen.

„Jedes Kind hat ganz individuelle Bedürfnisse, daher suchen wir für jedes einzelne passgenaue Hilfen aus“, betont Wick. „Die Flexibilität der SOS-Kinderdorf-Familien bezüglich Kinderzahl und Betreuungsintensität sowie die Vielfalt der pädagogischen Angebote und Unterstützungssysteme an den SOS-Kinderdorf-Standorten ermöglichen es, in guter und enger Abstimmung mit der Kinder- und Jugendhilfe diesen Bedürfnissen nachzukommen.“
 

Verstärkte Elternarbeit

Das SOS-Kinderdorf Hinterbrühl ist ein liebevolles Zuhause für viele Kinder und Jugendliche.

Die Zusammenarbeit mit den Herkunftsfamilien der Kinder und Jugendlichen hat schon seit Langem einen besonderen Stellenwert, ganz unabhängig davon, wie wahrscheinlich eine spätere Familienzusammenführung ist. Nun wird sie noch weiter ausgebaut und intensiviert. „Wir unterstützen unsere Kinder und Jugendlichen dabei, stabile Beziehungen aufbauen und leben zu können“, schildert Wick die Ziele der Elternarbeit. „Das gilt vor allem für die Beziehung zu ihren leiblichen Familien. So bekommen Kinder Verständnis für die eigene Geschichte, können ihre Besuche von oder bei den Eltern gut verbringen.“
 

Hilfe bevor die Familie auseinanderfällt

„Wenn es möglich ist, leisten wir Hilfe zur Selbsthilfe, um damit zu bewirken, dass Familien zusammen bleiben können“, betont Wick. Dafür bekommen im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl auch ganze Familien ein Zuhause auf Zeit und werden intensiv durch ein Team von FamilienberaterInnen betreut und gestärkt. „Unser Ziel ist es, die meist sehr jungen Eltern durch praktische Unterstützung in Bereichen der Erziehung, der Haushaltsführung und auch am Arbeitsmarkt so zu stärken, dass für sie nach ein bis zwei Jahren ein selbstständiges Leben möglich ist“, so Wick. Drei Plätze stehen für solche Familien zur Verfügung.
 
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