BIWAK Hall

BIWAK Hall

Das Biwak in Hall/Tirol ist ein stationäres Angebot für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die alleine ohne Eltern/Angehörige aus ihrem Heimatland geflüchtet und nach Tirol gekommen sind.

Die meisten bringen einen Rucksack traumatischer Erfahrungen mit und brauchen neben der Grundversorgung und einem Dach über dem Kopf vor allem eine altersgerechte Form der Betreuung und Begleitung. Im Angebot Biwak werden derzeit bis zu 21 Jugendliche betreut.



In der Regel sind es unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Sie sind nicht selbstversorgungsfähig, brauchen eine sinnvolle Tagesstruktur und benötigen sozialpädagogische Betreuung. Die unbegleiteten Jugendlichen haben bereits einen kurzen Aufenthalt (zwischen 2 und 20 Tagen) in einem Erstaufnahmezentrum hinter sich. Dort werden Fragen der Zukunftsperspektiven geklärt und der sozialpädagogische Betreuungsbedarf festgestellt.

Die jungen Menschen befinden sich in einer schwierigen Lebenssituation. Sie haben ihre Heimat auf Grund von Krieg, Verfolgung und Aussichtslosigkeit verlassen, wurden zudem von Erlebnissen in ihrem Heimatland traumatisiert und gezwungen, sich ohne Unterstützung ihrer Familie durchs Leben zu schlagen. Das Betreuerteam der Einrichtung ist daher bemüht, den jeweiligen individuellen Betreuungsbedarf des einzelnen Jugendlichen zu erkennen und gezielte Unterstützung und Hilfe zu leisten. Durch die Wertschätzung des jungen Menschen und durch kompetente pädagogische Begleitung fühlt er sich angenommen und in seiner Situation aufgefangen. Defizite im emotionalen, sozialen, psychischen und kognitiven Bereich werden abgebaut.

 
Ein multiprofessionelles Team macht rund um die Uhr Dienst. Die MitarbeiterInnen strukturieren mit den Jugendlichen den Alltag, sind für sie Ansprechpartner und setzen pädagogisch sinnvolle Beschäftigungsangebote. Um die Jugendlichen sinnvoll zu beschäftigen und sie für das konkrete Leben vorzubereiten, werden sie altersgemäß in die Hausarbeiten - Kochen, Waschen, Bügeln, Putzen - eingebunden. Ebenso werden Rahmenbedingungen geschaffen, so dass sich Jugendliche mit Themen wie Jugendlichkeit, Bildung, Arbeit, Freizeit, Wahrnehmung des Kulturunterschiedes und Kenntnis der österreichischen Gesetzeslage altersgemäß beschäftigen. Das Erlernen der deutschen Sprache ist Voraussetzung.

Der Aufenthalt im BIWAK endet mit der Volljährigkeit. Zu einer realistischen Perspektive gehört sowohl die Integration in Österreich als auch die Reintegration im jeweiligen Heimatland.

  • Wenn der Aufenthalt in Österreich gesichert ist, dann werden  vor der Verselbständigung die notwendigen Schritte zur Integration gesetzt. Ebenso wird alles gesetzlich Mögliche getan, um den/die Jugendliche/n auszubilden, ihn/sie auf ein selbstverantwortliches Leben vorzubereiten und in die Arbeitswelt zu integrieren.
  • Ist der Aufenthalt nicht gesichert, so kommt es voraussichtlich zur Weiterwanderung in ein anderes Zufluchtsland oder zur Rückkehr des jungen Flüchtlings in sein Heimatland. Seine Erfahrungen in Österreich sollen ihm helfen, in seinem Heimatland ein eigenständiges Leben aufzubauen.

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