SOS-Kinderdorf Piliyandala

SOS-Kinderdorf ist seit ├╝ber drei Jahrzehnten in Sri Lanka t├Ątig. Im Laufe der Jahre haben wir tausenden von Familien humanit├Ąre Soforthilfe geleistet, die Opfer von gewaltsamen Konflikten oder Tsunamis geworden waren. Heute unterst├╝tzen unsere Sozialzentren benachteiligte Gemeinden im ganzen Land.

Hoffnung auf Frieden und eine gleichberechtigte Gesellschaft


Mutter und Tochter im SOS-Sozialzentrum (Foto: D. Sansoni)
Das SOS-Kinderdorf Piliyandala liegt in der Westprovinz von Sri Lanka im Verwaltungsbezirk Colombo am Rande der Stadt Piliyandala. Colombo ist zwar der kleinste, aber mit ├╝ber 2,3 Millionen Einwohnern der am dichtesten besiedelte Bezirk des Landes. Im Jahr 2008 kamen bei einem Bombenanschlag der tamilischen Befreiungsorganisation Liberation Tigers of Tamil Eelam auf einen Pendlerbus 26 Menschen ums Leben, 64 erlitten Verletzungen. Das Attentat war ein gro├čer Schock f├╝r diese sonst sehr friedliche Region.

In j├╝ngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen f├╝r die Menschen im Bezirk Colombo deutlich verbessert, aber es bleiben noch viele Probleme zu l├Âsen. Die soziale Kluft ist in Sri Lanka sehr gro├č: nach dem Gini-Koeffizient zur Darstellung der Ungleichverteilungen werden die gesellschaftlichen Unterschiede immer gr├Â├čer. Dar├╝ber hinaus kommen die meisten Binnenmigranten auf der Suche nach einem besseren Leben nach Colombo. Viele fristen in den zahlreichen Elendsvierteln der Stadt ein Leben in Armut.

Seit Juni 2012 steht Sri Lanka nicht mehr auf der „Liste der Schande“ des UN-Generalsekretariats. Auf dieser Liste sind diejenigen L├Ąnder aufgef├╝hrt, in denen Kinder f├╝r Kampfhandlungen in gewaltsamen Konflikten missbraucht werden. W├Ąhrend des B├╝rgerkrieges wurden in Sri Lanka tausende Kinder von den tamilischen Rebellen als Kindersoldaten rekrutiert. Obwohl sich die Lage mittlerweile beruhigt hat, sind zahlreiche Familien nach wie vor extrem gef├Ąhrdet, und viele leiden in Folge ihrer schrecklichen Ereignisse an schweren Traumata.

Ganzheitliche und nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen

Das SOS-Sozialzentrum in Nuwara Eliya leitet heute ein Familienst├Ąrkungsprogramm zur Unterst├╝tzung der lokalen Bev├Âlkerung, damit Kinder aus gef├Ąhrdeten Familien in einem sicheren und stabilen Umfeld aufwachsen k├Ânnen. Wir sichern Kindern den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung. Sie erhalten gesunde Mahlzeiten, Schulb├╝cher und bei Bedarf Nachhilfeunterricht. Eltern erhalten Unterst├╝tzung bei der Einkommensf├Ârderung. Wir bieten Handwerkskurse f├╝r Frauen und helfen ihnen bei der Beantragung von Mikrodarlehen, damit sie finanziell unabh├Ąngig werden k├Ânnen. Derzeit werden ├╝ber 570 Kinder durch das Programm beg├╝nstigt.

Im SOS-medizinischen Zentrum werden arme Familien aus der lokalen Bev├Âlkerung behandelt, die sich sonst keine medizinische Versorgung leisten k├Ânnten. Dar├╝ber hinaus werden Informationsveranstaltungen ├╝ber die k├Ârperliche und geistige Gesundheit von Kindern, f├Ârderliche Erziehungsmethoden und reproduktive Gesundheit f├╝r junge Menschen ab 15 Jahren angeboten. Etwa 7000 Menschen nehmen derzeit unsere Leistungen in Anspruch.

Unsere Arbeit in Piliyandala


Dieser kleine Junge wird jetzt von unserem Familienst├Ąrkungsprogramm beg├╝nstigt (Foto: D. Sansoni)
Das SOS-Kinderdorf Piliyandala wurde im Jahr 1981 er├Âffnet. Bis zu 160 Kinder aus der Region finden heute in 16 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M├╝ttern f├╝rsorglich betreut. Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde, schlie├čen Freundschaften und sind dadurch gut in ihre Umgebung integriert. ├ältere Kinder werden in den Grund- und Sekundarstufen der SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen in Piliyandala unterrichtet. Bis zu 1000 Sch├╝lerInnen erhalten bei uns eine solide Grundbildung. Damit leisten unsere Schulen einen wichtigen Beitrag zum Bildungsangebot in der Region.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, k├Ânnen in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms wechseln und werden von ausgebildeten SOS-Jugendp├Ądagogen durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen oder ein Studium aufnehmen. Sie lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen. In den SOS-Jugendeinrichtungen in Piliyandala werden unter anderem Lehrg├Ąnge in Holz- und Metallverarbeitung, Schwei├čtechnik und Elektronik angeboten, und in unserem Schulungszentrum werden angehende SOS-M├╝tter und MitarbeiterInnen auf ihre wichtige Rolle bei der Betreuung der Kinder in unserer Obhut vorbereitet. In Piliyandala gibt es auch ein M├╝tterhaus f├╝r pensionierte SOS-M├╝tter.

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