SOS-Kinderdorf Angkor-Siem Reap

¬†SOS-Kinderdorf nahm 1999 erste Verhandlungen mit der Regierung von Kambodscha auf, und im Jahr 2000 wurde der kambodschanische SOS-Kinderdorf-Verein gegr√ľndet. In Angkor-Siem Reap wurde 2002 das zweite Kinderdorf des Landes errichtet. Die Region hat in der Vergangenheit schwer unter dem jahrzehntelangen B√ľrgerkrieg und den politischen Unruhen gelitten. In j√ľngster Zeit hat der Tourismus zur Erholung der Region beigetragen.

Frauen und Kinder f√ľhren im Nordwesten Kambodschas ein hartes Leben


Freunde auf dem Spielplatz (Foto: A. Halbhuber) 
Siem Reap liegt im Nordwesten von Kambodscha nahe der Grenze zu Thailand. Die Tempelanlagen von Angkor, die zu den gr√∂√üten Touristenattraktionen des Landes z√§hlen, sind nur wenige Kilometer entfernt. Die √ľber einhundert Tempel wurden zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert errichtet und 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO erkl√§rt.

Aufgrund der Stabilisierung der politischen Lage kommen endlich Touristen in die Region. Der Anstieg der Besucherzahlen hat die Wirtschaft der Stadt belebt.

Dennoch leben die meisten Menschen in der Provinz Siem Reap von der Landwirtschaft. In der Region wird haupts√§chlich Reis angebaut. Zahlreiche Familien haben kein eigenes Land, sondern arbeiten in der Erntesaison als Tagel√∂hner. Andere arbeiten f√ľr Niedrigl√∂hne in unsicheren Verh√§ltnissen auf dem informellen Sektor.

Sch√§tzungen zufolge leben etwa 46 Prozent aller Haushalte unterhalb der Armutsgrenze. Die meisten haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sanit√§ren Einrichtungen. Der Mangel an Basisinfrastruktur sowie die Ern√§hrungsunsicherheit haben negative Folgen, vor allem f√ľr die Gesundheit der Frauen und Kinder. Zahlreiche Kinder leiden an Mangelern√§hrung, viele sind untergewichtig und kleinw√ľchsig. Die Kindersterblichkeit unter f√ľnf Jahren ist extrem hoch. Viele Sterbef√§lle sind auf durch Wasser √ľbertragbare Krankheiten und Atemwegserkrankungen zur√ľckzuf√ľhren. Auch die Frauen leiden unter der schlechten medizinischen Versorgung: die Zahl der F√§lle von Blutarmut ist h√∂her als in anderen Landesteilen, und etwa ein Drittel der Frauen haben keinen Zugang zu professioneller Schwangerschaftsf√ľrsorge.

Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen

Das Leben der Kinder im Nordwesten von Kambodscha ist besonders in den l√§ndlichen Regionen extrem hart. Viele Kinder m√ľssen auf den Feldern arbeiten, um zum Haushaltseinkommen beizutragen. Folglich k√∂nnen sie keine Schule besuchen und haben kaum Chancen auf eine bessere Zukunft. Kindern den Zugang zu Bildung zu sichern ist daher einer der Hauptschwerpunkte unserer Arbeit. Viele Familien zerbrechen an der sozialen und wirtschaftlichen Not, ihre Kinder bleiben ohne elterliche F√ľrsorge zur√ľck. Unsere familiennahe Betreuung bietet Kindern die M√∂glichkeit, gemeinsam mit ihren Geschwistern in der Obhut einer liebevollen SOS-Mutter aufzuwachsen.

Unsere Arbeit in Angkor-Siem Reap


Bessere Chancen durch Bildung (Foto: A. Halbhuber)
SOS-Kinderdorf leitet in Angkor-Siem Reap eine Reihe von Unterst√ľtzungsma√ünahmen. Alle Programme sind auf die Bed√ľrfnisse der Kinder, jungen Menschen und Familien in der Region ausgerichtet. Unsere Kindertagesst√§tten und Bildungseinrichtungen werden von der lokalen Bev√∂lkerung sehr gesch√§tzt. Kinder aus armen Familien erhalten Stipendien, damit sie zur Schule gehen k√∂nnen.

Kinder aus der Region, die nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M√ľttern f√ľrsorglich betreut. Zahlreiche Kinder, die zu uns kommen, leiden an Vitaminmangel und Hautkrankheiten. Kinder, die nie oder nur kurze Zeit eine Schule besucht haben, werden auf ihre Eingliederung in das √∂ffentliche Bildungssystem vorbereitet.

Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft. Das Angebot der Tagesbetreuung wird besonders von Eltern geschätzt, die arbeiten oder nach Arbeit suchen - sie wissen ihre Kinder in sicherer Obhut. In der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule werden ältere Kinder in der Primär- und Sekundarstufe unterrichtet.
Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, k√∂nnen in das SOS-Jugendprogramm wechseln und werden von qualifizierten Fachkr√§ften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen oder ein Studium aufnehmen. Mit professioneller Unterst√ľtzung werden sie ermutigt, realistische Zukunftsperspektiven zu entwickeln, und sie lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen. Im SOS-Berufsbildungszentrum k√∂nnen junge Menschen eine Ausbildung zum Elektriker, Installateur, Tischler oder Mechaniker absolvieren.

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