SOS-Kinderdorf Hojai

SOS-Kinderdorf ist seit 1963 in Indien tätig. Unsere Angebote wurden bald auf das ganze Land ausgedehnt und 1984 auch in Hojai aufgenommen, nachdem durch die politischen Unruhen zahlreiche Familien getrennt worden waren und viele Kinder ihre Eltern verloren hatten.

Frauen und Kinder von Ausbeutung bedroht


Kinder in unserer Obhut feiern den Tag der Republik (Foto: SOS-Archiv).
Das SOS-Kinderdorf Hojai liegt am Rande der gleichnamigen Kleinstadt im Bezirk Nagaon im Bundesstaat Assam im Nordosten von Indien. In Assam kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den verschieden ethnischen Bevölkerungsgruppen.

Hojai ist ein wichtiger Produzent von Verbrauchsg√ľtern und ein aufstrebendes Zentrum f√ľr Informationstechnologie. In den l√§ndlichen Gebieten werden √ľberwiegend Reis, Zuckerrohr, Senf und Gem√ľse angebaut.

Der Nordosten Indiens hat ein geringeres Wirtschaftswachstum als andere Regionen zu verzeichnen. Assam geh√∂rt nach offiziellen Angaben zu den √§rmsten Bundesstaaten. Sch√§tzungen zufolge sind die Armutsraten in j√ľngster Zeit weiter gestiegen.

Die Armut ist in den ländlichen Gebieten besonders groß. Zahlreiche Menschen arbeiten in der Landwirtschaft und haben nur selten Zugang zur Basisinfrastruktur (zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen) und zu einer medizinischen Versorgung.

Frauen und Kinder leiden am meisten unter den Folgen der hohen Arbeitslosigkeit, der Armutsraten und der politischen Unruhen. Viele m√ľssen t√§glich ums nackte √úberleben k√§mpfen. Zahlreiche Kinder erhalten keine Bildung, weil sich die Eltern ihren Schulbesuch nicht leisten k√∂nnen. H√§ufig m√ľssen sie stattdessen arbeiten und zum Familieneinkommen beitragen.

Auch der Menschenhandel ist in der Region ein ernstes Problem. Viele Familien fallen den falschen Versprechungen der Menschenhändler zum Opfer. Frauen und Kinder sind aufgrund ihrer schwachen gesellschaftlichen Position besonders gefährdet. Häufig werden sie zur Sexarbeit gezwungen oder als Hausangestellte unter sklavenartigen Bedingungen ausgebeutet.

Unterst√ľtzung f√ľr Menschen in Not

SOS-Kinderdorf arbeitet eng mit lokalen Dienstleistern zusammen, um notleidende Familien zu ausfindig zu machen und ihnen bedarfsgerechte Unterst√ľtzung f√ľr die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu bieten. Kinder, die nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, erhalten eine familiennahe Betreuung. Dar√ľber hinaus leiten wir einen Kindergarten und ein Jugendprogramm, um Heranwachsende auf das Erwachsenenleben vorzubereiten.

Unsere Arbeit in Hojai


Frauen in unserem Familienstärkungsprogramm lernen stricken (Foto: SOS-Archiv).
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Hojai ist die Unterst√ľtzung von Kindern und Familien aus der Umgebung. Unser Familienst√§rkungsprogramm bietet ein umfassendes Angebot an Hilfsma√ünahmen, damit Familien vor der Zerr√ľttung bewahrt werden und gut f√ľr ihre Kinder sorgen k√∂nnen. Wir organisieren Informations-veranstaltungen √ľber Hygiene, Kinderrechte und f√∂rderliche Erziehungsmethoden. Notleidende Familien erhalten Nahrung, p√§dagogischen Beistand und medizinische Behandlungen. Zur Einkommensf√∂rderung der Eltern bieten wir Berufsbildungskurse, Berufsberatung und Hilfe bei der Suche nach Arbeit. Einige Frauen haben beispielsweise N√§hkurse oder Lehrg√§nge √ľber Viehzucht und Lebensmittelverarbeitung besucht. Dar√ľber hinaus werden regelm√§√üig Workshops zur Aufkl√§rung √ľber HIV/AIDS oder Frauenrechte angeboten.

Kinder, die nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, finden in einer der 20 SOS-Familien ein neues Zuhause, in dem sie gemeinsam mit ihren Geschwistern aufwachsen k√∂nnen. Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen die nahegelegenen Schulen, schlie√üen Freundschaften mit Kindern aus der Nachbarschaft und werden so zu einem Teil ihrer Gemeinde. Sie nehmen an lokalen Freizeitangeboten, Musikstunden oder Sportveranstaltungen teil. Wenn n√∂tig, kann der SOS-Kindergarten Tagesbetreuung f√ľr Kleinkinder anbieten.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, können in die SOS-Jugendeinrichtungen in Sibsagar, Nagaon und Hojai ziehen und werden von qualifizierten Fachkräften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen, ein Studium aufnehmen oder sich eine Arbeit suchen. Die jungen Menschen werden ermutigt, eigene Zukunftsperspektiven zu entwickeln, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.

Werden Sie jetzt SOS-Pate!


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Mit 1 Euro am Tag schenken Sie einem Kind in Not ein liebevolles Zuhause. Dar√ľber hinaus erm√∂glichen Sie Ihrem Patenkind eine Schulausbildung und damit die Chance seinen Berufswunsch zu erf√ľllen. Werden Sie jetzt SOS-Pate!

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