SOS-Kinderdorf Jacarepagu√°

Trotz der stetigen Fortschritte Brasiliens im Bereich der menschlichen Entwicklung leben nach wie vor zahlreiche Menschen in den armen Vororten von Rio unter √§u√üerst prek√§ren sozio√∂konomischen Bedingungen. Junge Menschen aus benachteiligten Familien sind besonders gef√§hrdet. Sowohl Eltern als auch Kinder sind auf Unterst√ľtzung angewiesen.

Trotz der guten Sozialprogramme der Regierung sind noch viele Probleme ungelöst

Kinder aus dem SOS-Kinderdorf backen einen Kuchen (Foto: SOS-Archiv)
Kinder aus dem SOS-Kinderdorf backen einen Kuchen (Foto: SOS-Archiv)

Rio de Janeiro, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, liegt im S√ľden Brasiliens und hat knapp 6,3 Millionen Einwohner. Rio ist ein beliebtes Ziel f√ľr Touristen. Durch die ber√ľhmten Str√§nde der Copacabana und den Karneval werden jedes Jahr Tausende von Besuchern aus der ganzen Welt angelockt. Rio de Janeiro war bis 1960 die Landeshauptstadt Brasiliens.

Trotz einer schrittweisen Verbesserung der Lebensbedingungen in anderen Landesteilen ziehen nach wie vor viele Menschen auf der Suche nach Besch√§ftigungsm√∂glichkeiten nach Rio de Janeiro. Dies hat zu einer √úberbev√∂lkerung und der Entstehung sogenannter „Favelas” gef√ľhrt, den Elendsvierteln auf den H√ľgeln vor der Stadt. Trotz aller Bem√ľhungen der Regierung sind die Lebensbedingungen in den Favelas meist sehr prek√§r. Kinderarbeit, Unterern√§hrung und Schulabbr√ľche sind weit verbreitet.

In einer extrem ungleichen Gesellschaft brauchen alle Kinder eine Chance

In den vergangenen Jahrzehnten waren in Rio das organisierte Verbrechen, Drogenhandel und Gewalt im Zunehmen begriffen. Im Jahr 2008 wurden in Brasilien mehr als 50 000 Menschen ermordet. Im Vorfeld der FIFA-Fu√üballweltmeisterschaft des Jahres 2014 und den Olympischen Sommerspielen von 2016 wurden die Ma√ünahmen zur Gewaltbek√§mpfung verst√§rkt. Die Polizei hat versucht, wieder die Kontrolle √ľber die von Stra√üengangs beherrschten Viertel zu erlangen. Diese Initiativen haben durchaus einige Erfolge erzielt, aber die Mordrate ist nach wie vor sehr hoch und unter den 15-24j√§hrigen sogar weiter gestiegen.

Brasilien ist nach wie vor eine extrem ungleiche Gesellschaft. Die reichsten zehn Prozent der Brasilianer verf√ľgen √ľber 42,7 Prozent des nationalen Einkommens, w√§hrend die √§rmsten zehn Prozent mit weniger als 1,2 Prozent auskommen m√ľssen. Manche nennen dieses Ph√§nomen „Soziale Apartheid”, da sich die Mittelschicht durch Tore, Mauern und Privatschulen von den Armen abzuschotten versucht.

Unsere Arbeit in Jacarepagu√°

Die Kinder haben Spaß beim Lesen im Freien (Foto: SOS-Archiv)
Die Kinder haben Spaß beim Lesen im Freien (Foto: SOS-Archiv)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Rio de Janeiro-Jacarepaguá im Jahr 1982.

Familienst√§rkung: Das SOS-Familienst√§rkungsprogramm bietet dringend ben√∂tigte Unterst√ľtzung f√ľr Familien, die vom Auseinanderbrechen bedroht sind. Unser Anliegen ist es, jene zu erreichen, die besonders gef√§hrdet sind. Wir helfen etwa 300 Kindern. Jede Familie braucht unterschiedliche Betreuung. Wir veranstalten auch Workshops zum Thema Kinderrechte und Sensibilisierung in Bezug auf Schl√ľsselthemen, die Kinder und junge Menschen betreffen.

Betreuung in Familien: Kinder aus Rio, die nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, finden in drei SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M√ľttern f√ľrsorglich betreut. Einige SOS-Kinderdorf-Familien leben in der Gemeinde.


 

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