SOS-Kinderdorf Igarassu

Obwohl Brasilien häufig als aufstrebende Wirtschaftsmacht bezeichnet wird, ist das Armutsniveau in weiten Teilen dieses lateinamerikanischen Landes nach wie vor sehr hoch. Im Nordosten Brasiliens ist die Kinderprostitution im Ansteigen begriffen, da viele Kinder aus notleidenden Familien in die kommerzielle Sexarbeit gelockt werden.

In Igarassu ist die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern weit verbreitet

SOS-Brüder lassen sich fotografieren (Foto: SOS-Archiv)
SOS-Brüder lassen sich fotografieren (Foto: SOS-Archiv)

Die Stadt Igarassu liegt im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco etwa 32 km von Recife, der viertgrößten Stadt des Landes entfernt. Knapp 25 Prozent der Bevölkerung von Recife sind Kinder unter 15 Jahren. Zehntausende Menschen leben in Armut ohne medizinische Versorgung, sanitäre Einrichtungen und menschenwürdige Behausungen. Aufgrund der wirtschaftlichen Notlage schicken viele Familien bereits fünfjährige Kinder zur Arbeit.

Die Mordrate war in Brasilien schon immer höher als in den meisten anderen lateinamerikanischen Ländern, vor allem in der Altersgruppe junger Männer zwischen 15 und 19 Jahren, die nur wenig oder gar keine Bildung erhalten haben. Die Straßen von Recife sind nach Anbruch der Dunkelheit extrem gefährlich; die Stadt weist nach Rio de Janeiro die landesweit zweithöchste Mordrate auf.

Ca. ein Drittel der Bevölkerung muss mit weniger als der Hälfte des staatlichen Mindestlohns auskommen. Immer mehr Kinder geraten im Nordosten Brasiliens aufgrund der Armut und des Mangels an familiärer Unterstützung in die Fänge der organisierten Prostitution. Ohne elterliche Fürsorge sind sie völlig schutzlos, landen auf der Straße und werden Opfer von Drogen und Gewalt. Berichten zufolge arbeiten bereits Zehnjährige oder gar noch jüngere Kinder in der kommerziellen Sexindustrie von Recife, wo die Nachfrage durch nordamerikanische und europäische Sextouristen stetig zunimmt.

Etwa ein Drittel der Straßenkinder in Recife haben nie eine Schule besucht. Ohne eine Grundausbildung sind ihre Chancen, als Erwachsene den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen, äußerst gering.

SOS-Kinderdorf bietet notleidenden Familien Unterstützung

Der Nordosten Brasiliens hat bislang nicht vom jüngsten Wirtschaftswachstum des Landes profitieren können. Zahlreiche Menschen aus der ganzen Region ziehen auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben nach Recife und die umliegenden Vororte. Viele finden jedoch keine Beschäftigung, und aufgrund der extrem hohen Arbeitslosenquote müssen Zehntausende ihr Geld auf dem informellen Sektor verdienen, wo sie keinerlei arbeitsrechtlichen Schutz haben.

Aufgrund der prekären Situation sind viele Eltern schlichtweg nicht in der Lage, für ihre Kinder zu sorgen. SOS-Kinderdorf beschloss in Igarassu tätig zu werden, um notleidenden Familien zu helfen und ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Unsere Arbeit in Igarassu

Kinder spielen Maracuta (Foto: SOS-Archiv)
Kinder spielen Maracuta (Foto: SOS-Archiv)

SOS-Kinderdorf ist seit 2007 in Igarassu tätig.

Familienstärkung: Die SOS-Sozialzentren bieten Familienstärkungsprogramme zur Festigung bestehender familiärer Bindungen, damit Kinder bei ihrer eigenen liebevollen Familie aufwachsen können. Wir unterstützen Familien und Gemeinden beim Ausbau ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit und Eigenständigkeit und versuchen sie vor der Zerrüttung aufgrund von Armut und instabilen familiären Verhältnissen zu bewahren.
Unsere Aktivitäten konzentrieren sich auf die Stärkung des Selbstvertrauens der Menschen, die Verbesserung der Geschlechtergleichstellung und der Vermeidung häuslicher Gewalt. Darüber hinaus bieten wir Beratungen und psychologischen Beistand.

Betreuung in Familien: Kinder, die nicht länger bei ihren Herkunftsfamilien bleiben können, finden in den SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Die SOS-Mütter bieten den Kindern eine fürsorgliche Umgebung voller Respekt und Sicherheit. Einige SOS-Familien leben integriert in Häusern in der Gemeinde. Die Kinder besuchen die lokalen Schulen und können so einen Teil der Gemeinschaft  sein. Wenn die Kinder älter werden, bieten wir Ausbildung und Beratung an, sodass sie einen Job finden können.

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