Wien: Sonderuntersuchung und Dienstfreistellung zur unabhängigen Klärung
Aufgrund unserer systematischen Aufarbeitung und eingegangener Hinweise wird am Standort Wien eine Sonderuntersuchung durchgeführt. Damit diese Untersuchung unabhängig und ohne mögliche Interessenskonflikte erfolgen kann, wurde die bereits damals leitungsverantwortliche Person bis zur Klärung dienstfrei gestellt.
Worum es geht
Es geht um einen bereits bekannten Fall in Wien aus den 2010er Jahren bis 2017. Der beschuldigte Mitarbeiter ist seit 2017 nicht mehr bei SOS Kinderdorf beschäftigt, das damalige Betreuungssetting wurde aufgelöst. Die Kinder- und Jugendhilfe in Wien wurde im Herbst 2017 informiert und hat eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien übermittelt. Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wurde laut unserem aktuellen Informationsstand nicht weiterverfolgt.
Was jetzt konkret geprüft wird
Geprüft wird insbesondere, zu welchem Zeitpunkt die damals leitungsverantwortliche Person von den schweren Verdachtsfällen erfahren hat und ob die Hinweise intern unverzüglich gemeldet und die erforderlichen Schritte gesetzt wurden.
Was 2017 passiert ist
Ende August 2017 gab es erste konkrete Hinweise auf mögliche Übergriffe in diesem früheren Setting. Die Vorwürfe beziehen sich auf ein damaliges Betreuungssetting und richten sich gegen damalige pädagogische Mitarbeitende. Es geht um Gewalt gegenüber betreuten Minderjährigen, darunter körperliche und psychische Gewalt, Vernachlässigung sowie sexualisierte Gewalt und Grenzverletzungen. Diese Vorwürfe richten sich nicht gegen die leitungsverantwortliche Person. Betroffene haben Unterstützungsangebote erhalten, und zur Aufklärung wurde im Frühjahr 2018 eine interne Revision für den Standort beauftragt.
Die Kinder- und Jugendhilfe in Wien wurde im September 2017 informiert und hat im Oktober 2017 eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien übermittelt. Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wurde laut unserem aktuellen Informationsstand nicht weiterverfolgt.
Warum jetzt erneut geprüft wird
SOS-Kinderdorf arbeitet Vorfallsmeldungen systematisch auf. Hinweise erreichen uns über unterschiedliche Kanäle, etwa Ombudsstellen oder das Whistleblowing-System. Zu diesem Fall ist im Zuge der laufenden Aufarbeitung zusätzlich ein Hinweis über das Whistleblowing-System eingegangen. Dieser Hinweis umfasst auch den Vorwurf, dass damals Hinweise nicht ausreichend weitergegeben oder aufgeklärt worden sein könnten. Deshalb führen wir Unterlagen zusammen und prüfen die damaligen Abläufe und Verantwortlichkeiten erneut.
Welche Maßnahmen jetzt gesetzt werden
Zusätzlich zur Dienstfreistellung wurde eine interimistische Leitung eingesetzt. Die Sonderuntersuchung prüft Abläufe, Entscheidungswege sowie Dokumentation und Weiterleitung von Hinweisen. Die zuständigen Behörden sind informiert, volle Kooperation ist zugesichert.
Die Arbeit am Standort ist gesichert
Die Betreuung der Kinder und Jugendlichen ist gesichert. Unsere pädagogischen Teams arbeiten weiter verlässlich für die Kinder und Jugendlichen.
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