SOS-Kinderdorf in Australien

SOS-Kinderdorf nahm seine TĂ€tigkeit in Australien im Jahr 1991 auf. Nachfolgend wurde der nationale SOS-Kinderdorf-Verein gegrĂŒndet. Von 1997 bis 2004 war in Seaford Rise (Adelaide, SĂŒdaustralien) ein SOS-Kinderdorf in Betrieb. Obwohl das Kinderdorf im Februar 2004 geschlossen wurde, ist der australische Verein weiterhin aktiv im Land tĂ€tig.

Einige Fakten ĂŒber Australien

Der Staatenbund Australien ist zwar der kleinste Kontinent der Erde, aber seiner GesamtflĂ€che nach das sechstgrĂ¶ĂŸte Land der Welt. Australien liegt in SĂŒdostasien und grenzt im Osten an den Pazifik, im Nordosten an das Korallenmeer, im Nordwesten an das Timorische Meer, im Westen an den Indischen Ozean und im SĂŒdosten an das Tasmanische Meer. Zu den externen Territorien des Landes zĂ€hlen die Norfolkinsel, die Weihnachtsinsel, die Kokos (Keeling)-Inseln, die Ashmore- und Cartier-Inseln, das Territorium der Korallenmeerinseln, die Heard-Insel, die McDonald-Inseln sowie der australische Teil der Antarktis. Der Inselstaat Tasmanien (67 800 km²) gehört ebenfalls zum australischen Staatenbund.

Die Bevölkerung des Landes betrĂ€gt 21,7 Millionen (Juli 2011, SchĂ€tzung). Die Landeshauptstadt Canberra hat ca. 385 000 Einwohner; Sydney ist mit ĂŒber vier Millionen Bewohnern die grĂ¶ĂŸte Stadt des Landes. 

Zirka ein FĂŒnftel der Bevölkerung stammt aus Übersee, ein Großteil von ihnen ist britischer oder irischer Abstammung. Die indigenen Aboriginies und die Inselbevölkerung von Torres Strait machen 2,2 Prozent der Bevölkerung aus. Im Jahr 2008 entschuldigte sich die Regierung offiziell fĂŒr die Misshandlung der indigenen Gemeinden in der Vergangenheit. Die Aboriginies leiden nach wie vor unter einer hohen Inhaftierungsrate, einer hohen Arbeitslosigkeit und weit verbreitetem Drogenmissbrauch. Sie haben darĂŒber hinaus eine niedrigere Lebenserwartung als die nicht-indigene Bevölkerung.

Hoher Lebensstandard, aber wachsende Ungleichheit

Die Menschen in Australien genießen einen hohen Lebensstandard. Im internationalen Vergleich zĂ€hlt Australien zu den fĂŒhrenden LĂ€ndern, was die LebensqualitĂ€t angeht. Die Australier haben Zugang zu einem qualitativ hochwertigen Bildungssystem und einer guten Gesundheitsversorgung. Das Land hat eine der weltweit höchsten Lebenserwartungen; sie betrĂ€gt 79,4 Jahre fĂŒr MĂ€nner und 84,3 Jahre fĂŒr Frauen.

Die australische Wirtschaft ist in jĂŒngster Zeit stetig gewachsen, sogar wĂ€hrend der globalen Krise von 2008-2009, wenn auch das Wachstum wĂ€hrend dieser Zeit etwas gebremst worden war. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung sind im Dienstleistungssektor beschĂ€ftigt, unter anderem im Bildungsbereich, dem Bankensektor und in der Tourismusbranche. UngefĂ€hr ein Viertel der ErwerbstĂ€tigen sind in der Industrie beschĂ€ftigt. Zu den fĂŒhrenden Industriesektoren zĂ€hlen der Bergbau und die Herstellung von Textilien. Ca. 3,9 Prozent der BeschĂ€ftigten arbeiten in der Landwirtschaft, in der hauptsĂ€chlich Weizen und Wolle erzeugt werden. Der Anbau von Weinen fĂŒr den Export gewinnt zunehmend an Bedeutung. Zum Ende des Jahres 2009 war die Arbeitslosenquote auf einem Höchststand von 5,7 Prozent.

Dennoch profitieren nicht alle Menschen des Landes vom allgemein hohen Lebensstandard. In den vergangenen Jahrzehnten hat die ungleiche Verteilung des Wohlstandes zugenommen. Laut Angaben der australischen Sozialbehörde (Australian Council of Social Services) leben 2,2 Millionen Australier in Armut, mĂŒssen also per Definition von der HĂ€lfte des verfĂŒgbaren Durchschnittseinkommen der australischen Haushalte auskommen. Indigene Australier, alleinstehende Erwachsene (vor allem Menschen ĂŒber 65 Jahren), alleinerziehende Haushalte, Menschen mit Behinderungen und einige Gruppen von Einwanderern sind am stĂ€rksten von Armut betroffen. Auch Arbeitslose und Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, zĂ€hlen zu den Armen - eine Studie der Organisation fĂŒr Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2010 sprach die Empfehlung aus, das Niveau der Sozialleistungen anzuheben, um den Betroffen den Weg aus der Armutsfalle heraus zu ermöglichen.

Die Lage der Kinder in Australien

Zirka 18,3 Prozent der Bevölkerung Australiens sind Kinder unter 14 Jahren. Die meisten australischen Kinder profitieren von der hohen LebensqualitĂ€t in ihrem Land. Sie haben Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung und einem Bildungssystems, das in den PISA-Studien (Programme for International Student Assessment) einen guten Platz belegt.
Laut Armutsbericht der UNICEF ist dennoch jedes siebte Kind in Australien von Armut betroffen. Armut bringt weitere Nachteile mit sich - die meisten schutzbedĂŒrftigen Kinder stammen aus Haushalten mit niedrigen Einkommen. Arme Haushalte laufen ein grĂ¶ĂŸeres Risiko, obdachlos zu werden. Die Wohnkosten sind hoch, und die VerfĂŒgbarkeit von adĂ€quatem Wohnraum ist begrenzt.

Die Arbeitslosenquote unter jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren gibt ebenfalls Grund zur Besorgnis, vor allem da diese Zahl in den letzten Jahrzehnten bestÀndig hoch geblieben ist. Im Jahr 2010 waren ca. 18 Prozent der jungen Erwachsenen arbeitslos..

SOS-Kinderdorf in Australien

Seit der Schließung des SOS-Kinderdorfs Seaford Rise hat SOS-Kinderdorf Australien ein neues Leitbild: "Schutz, Sicherheit und eine Zukunft fĂŒr jedes Kind". Der Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz fĂŒr VerĂ€nderungen in staatlichen und regionalen Kinderschutz-Systemen. Vor kurzem hat der Vorstand des nationalen SOS-Vereins PlĂ€ne fĂŒr die Errichtung eines neuen SOS-Kinderdorf-Programms in Adelaide gebilligt.

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