SOS-Kinderdorf Banda Aceh

SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder, Jugendliche und Familien, damit sie sich entfalten können (Foto: SOS-Kinderdorf in Indonesien).

Banda Aceh ist die Hauptstadt der Provinz Aceh auf der Insel Sumatra mit rund 250.000 Einwohner*innen. Sie war 2004 eine der am stärksten vom Tsunami betroffenen Städte. Schätzungsweise 60.000 Menschen starben infolge der Naturkatastrophe. Obwohl die Stadt wieder aufgebaut wurde, leiden die Menschen noch immer unter der weit verbreiteten Armut, die durch den Tsunami verursacht wurde. Kinder sind von diesen schwierigen Lebensbedingungen besonders betroffen. Darüber hinaus leiden Mädchen unter der in Indonesien weit verbreiteten Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM).

Seit 2007 unterstützt SOS-Kinderdorf in Banda Aceh Kinder, Jugendliche und Familien und setzt sich für ihre Rechte ein.

15%
der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze

Kinder sind von Armut bedroht

Obwohl Indonesien die größte Volkswirtschaft Südost-asiens ist, wächst die Ungleichheit zwischen der Land- und Stadtbevölkerung und zwischen den verschiedenen Inseln, die in Provinzen unterteilt sind. Das zeigt sich in Aceh, wo sich Banda Aceh befindet. Hier leben 15 % der Menschen unterhalb der Armuts-grenze. Das kann zum Teil mit dem Tsunami von 2004 in Verbindung gebracht werden, der 170.000 Indonesier*innen das Leben kostete und 150.000 Kinder ihrer elterlichen Fürsorge beraubte. Diese Kinder sind am meisten durch Menschenhandel oder Zwangs-arbeit gefährdet. Obwohl die Stadt wieder aufgebaut und die Infrastruktur wiederhergestellt wurde, haben die Menschen immer noch mit den wirtschaftlichen und psychologischen Folgen des Tsunamis zu kämpfen.

49%
der Mädchen haben Genital-verstümmelung erfahren

Weibliche Genitalverstümmelung

Als weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) werden laut Weltgesundheits-organisation „alle Verfahren bezeichnet, bei denen die äußeren weiblichen Genitalien aus nichtmedizinischen Gründen teilweise oder vollständig entfernt oder die weiblichen Genitalien auf andere Weise verletzt werden“. Diese Praxis ist in Indonesien immer noch weit verbreitet, wo 49 % der Mädchen im Alter von 0 bis 14 Jahren FGM unterzogen wurden. Speziell in Aceh waren es zwischen 51 % und 80 %. FGM kann zu unmittelbaren Gesundheitsrisiken sowie zu einer Vielzahl von Langzeitkomplikationen führen, die die körperliche, geistige und sexuelle Gesundheit und das Wohlbefinden der Frauen im Laufe ihres Lebens beeinträchtigen.

Ihre Unterstützung macht einen Unterschied für die Kinder in Banda Aceh

SOS-Kinderdorf arbeitet mit lokalen Partner*innen und Gemeinden zusammen, um ein breites Spektrum an Unterstützung anzubieten, das den örtlichen Gegebenheiten angepasst ist. Wir arbeiten immer im besten Interesse der Kinder, Jugendlichen und Familien.
550
Kinder und Erwachsene
werden in der Gemeinde unterstützt
30
Kinder
lernen in unseren Kindergärten und Schulen
50
Kinder und Jugendliche
wachsen in unserer Obhut auf
20
Jugendliche
werden auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet
Kinder, die gemeinsam zur Schule gehen. Geschwister wachsen zusammen auf und knüpfen oft Bindungen, die ein Leben lang halten (Foto: SOS-Kinderdorf in Indonesien).

Was Ihre Unterstützung in Banda Aceh bewirkt

Familien und Gemeinden werden gestärkt
Wenn Eltern in Not sind, ist es für sie manchmal schwierig, sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern. SOS-Kinderdorf arbeitet daher mit lokalen Partner*innen und Gemeinden zusammen, um jeder Familie individuelle Unterstützung zu bieten, damit sie zusammenbleiben kann. Das können Workshops über Elternschaft oder Kinderrechte sein aber auch Schulungen, bei denen die Eltern die nötigen Fähigkeiten erwerben, um Arbeit zu finden oder ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Außerdem stellen wir sicher, dass die Kinder medizinische Hilfe erhalten und zur Schule gehen können.
Hochwertige Bildung wird ermöglicht
SOS-Kinderdorf sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche Zugang zu hochwertiger Bildung haben. Wir bieten ihnen ein sicheres und unterstützendes Umfeld, damit sie lernen und sich entwickeln können. Lehrer*innen werden zu Kinderrechten und kindgerechtem Lernen geschult, damit jedes Kind das Beste aus seiner Bildung machen kann. Kleine Kinder verbringen im Kindergarten Zeit mit Spielen und Lernen und werden so auf die Grundschule vorbereitet.
Kinder, die nicht bei ihren Familien leben können, werden betreut
Manche Kinder können auch mit zusätzlicher Unterstützung nicht bei ihrer Familie bleiben. Wenn dies der Fall ist, finden sie bei SOS-Kinderdorf ein neues Zuhause. Hier können sie sichere und dauerhafte Beziehungen aufbauen. Alle Kinder, die wir betreuen, haben Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Wo immer möglich arbeiten wir eng mit der Herkunftsfamilie zusammen. Wenn Kinder zu ihren Familien zurückkehren können, helfen wir ihnen, sich an diese Veränderung anzupassen.
Jugendliche werden auf ihrem Weg in die Selbst-ständigkeit begleitet
Unser lokales Team arbeitet eng mit den Jugendlichen zusammen, um einen Plan für ihre Zukunft zu entwickeln. Dabei lernen sie selbstbewusst und unabhängig zu werden. Wir unterstützen die Jugendlichen, wenn sie sich auf den Arbeitsmarkt vorbereiten und erhöhen so ihre Berufschancen. Sie können beispielsweise an Workshops und Schulungen teilnehmen, die von SOS-Kinderdorf angeboten werden. Zusätzlich können sie ihre Fähigkeiten durch die Teilnahme an verschiedenen Projekten mit lokalen Mentor*innen und Unternehmen ausbauen.