SOS-Kinderdorf Raipur

SOS-Kinderdorf ist seit 1963 in Indien t├Ątig. Unsere Angebote wurden bald auf das ganze Land ausgedehnt und die Arbeit 2007 auch in Raipur aufgenommen. Der Bundesstaat Chhattisgarh geh├Ârt zu den am wenigsten entwickelten Regionen des Landes, und trotz staatlicher Bem├╝hungen leben nach wie vor zahlreiche Familien in extremer Armut.

Immer mehr Familien leben in Armut


Freundinnen im SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv).
Raipur ist die Hauptstadt des Bundesstaates Chhattisgarh und hat etwa eine Million Einwohner. Aufgrund der reichen Mineralvorkommen und der Stahl-, Aluminium- und Zementindustrie hatte die Region in j├╝ngster Zeit ein beachtliches Wirtschaftswachstum zu verzeichnen.

Der Wohlstand ist jedoch sehr ungleich verteilt. Trotz der Bem├╝hungen der Regierung und des Wirtschaftswachstums hat sich die Zahl der Familien, die in Armut leben, in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt.

Diese armen Familien leben meist in den Dutzenden von Elendsvierteln der Stadt in prek├Ąren Behausungen und haben h├Ąufig keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanit├Ąren Einrichtungen, Bildung oder medizinischer Versorgung. In j├╝ngster Zeit sind einige Regierungsprogramme zur Verbesserung der Lebensbedingungen der st├Ądtischen Armen eingef├╝hrt worden, aber die Fortschritte gehen nur langsam voran. Tausende Familien leben nach wie vor in ├Ąu├čerst prek├Ąren Verh├Ąltnissen.

Zahlreiche Kinder in unserer Obhut haben gro├čes Leid erfahren. Viele Kinder in den SOS-Familien haben ihre Eltern an Krankheiten wie Tuberkulose, Krebs oder HIV/AIDS verloren. Andere sind verlassen oder ausgesetzt worden, weil die Eltern ihre emotionalen und materiellen Bed├╝rfnisse nicht ausreichend befriedigen konnten.

M├Ądchen werden besonders h├Ąufig Opfer von Misshandlungen und Diskriminierung. Sie m├╝ssen h├Ąufiger als Jungen die Schule abbrechen. Die allgemeine Alphabetisierungsrate ist mit 86,9 Prozent relativ hoch. Allerdings k├Ânnen 92,4 Prozent der M├Ąnner, aber nur 81,1 Prozent der Frauen lesen und schreiben. Ein anderes weit verbreitetes Problem ist der Menschenhandel. Viele junge M├Ądchen werden mit falschen Versprechungen ├╝ber eine gutbezahlte Arbeit als Hausangestellte in anderen St├Ądten angelockt, aber stattdessen zur Prostitution gezwungen.

Enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde, um eine Selbstversorgung zu erm├Âglichen

Angesichts der schweren sozialen und wirtschaftlichen Verh├Ąltnisse und der Not zahlreicher Familien beschloss SOS-Kinderdorf, auch in Raipur ein Kinderdorf zu errichten. Nach Gespr├Ąchen mit der Provinzregierung erhielten wir ein kostenloses Grundst├╝ck im Distrikt Manna Camp nahe des Flughafens von Raipur. Wir arbeiten eng mit den lokalen Beh├Ârden und gemeindebasierten Organisationen zusammen, um notleidende Familien zu identifizieren und ihnen bedarfsgerechte Unterst├╝tzung f├╝r die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu bieten.

Unsere Arbeit in Raipur


Kinder im Garten ihres SOS-Familienhauses (Foto: SOS-Archiv).
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Raipur ist die Unterst├╝tzung von Kindern und Familien aus der Region. Unsere Sozialzentren bieten im Rahmen des Familienst├Ąrkungsprogramms ein umfassendes Angebot an Hilfsma├čnahmen, damit Familien vor der Zerr├╝ttung bewahrt werden und gut f├╝r ihre Kinder sorgen k├Ânnen. Neben der Tagesbetreuung leisten wir Aufkl├Ąrung ├╝ber Hygiene und Kinderrechte und f├Ârdern den Ausbau der elterlichen Kompetenzen. Familien erhalten Nahrung, Bildungshilfen und medizinische Versorgung. Zur Einkommensf├Ârderung der Eltern bieten wir Berufsbildungskurse, Berufsberatung und Hilfe bei der Suche nach Arbeit. Wenn es keine Selbsthilfegruppen gibt, tragen wir zu ihrer Gr├╝ndung bei. Einige Familien k├Ânnen jetzt dank unserer Unterst├╝tzung Eink├╝nfte erwirtschaften, in dem sie Kleidung und Schmuck herstellen und verkaufen oder Viehzucht betreiben.

Kinder aus der Region, die nicht l├Ąnger bei ihren Eltern leben k├Ânnen, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M├╝ttern f├╝rsorglich betreut. Die Kinder besuchen die nahegelegenen Kinderg├Ąrten und Schulen zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft, schlie├čen Freundschaften und sind dadurch bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Unsere Freizeitangebote stehen auch den Kindern aus der Gemeinde offen.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, k├Ânnen in das SOS-Jugendprogramm wechseln und werden von qualifizierten Fachkr├Ąften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen, ein Studium aufnehmen oder sich eine Arbeit suchen. Sie werden ermutigt, Zukunftsperspektiven zu entwickeln, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen. Im SOS-Berufsbildungszentrum k├Ânnen junge Menschen eine Ausbildung zum Elektriker, Schwei├čer, Installateur, Maurer, KFZ-Mechaniker oder IT-Fachmann absolvieren.



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