SOS-Kinderdorf Baku

SOS-Kinderdorf ist seit dem Jahr 2000 in der Hauptstadt von Aserbaidschan t√§tig. Baku ist eine Stadt voller Kontraste: trotz deutlicher Fortschritte leben ein Viertel der Einwohner in Armut. Unsere Organisation unterst√ľtzt Familien, um sie vor der Zerr√ľttung zu bewahren und bietet Kindern ohne elterliche F√ľrsorge ein liebevolles Zuhause.

Hohe offizielle Arbeitslosenquote


Junge aus unserem Familienstärkungsprogramm (Foto: K. Illievska)

Baku, die Hauptstadt von Aserbaidschan, liegt am westlichen Ufer des Kaspischen Meeres. Die Einwohnerzahl ist in den letzten Jahren gestiegen und liegt derzeit bei etwa zwei Millionen.

Baku ist das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum des Landes. Die Förderung, die Verarbeitung und der Transport von Erdöl stellen die wichtigsten Säulen der Wirtschaft dar. Zahlreiche Menschen sind in diesen Sektoren beschäftigt.

Im Bereich der Armutsbek√§mpfung und der Grundversorgung ist die Lage in Baku besser als in vielen anderen Teilen des Landes. Dennoch sind die Lebenshaltungskosten sehr hoch, und etwa ein Viertel der Einwohner fristen ein Dasein unterhalb der Armutsgrenze. Viele von ihnen leben in den heruntergekommenen Plattenbauten, die bis 1992 unter dem kommunistischen Regime entstanden waren. Darunter sind auch Hunderttausende Binnenfl√ľchtlinge, die vor den Konflikten in ihrer Heimat in Baku Zuflucht gesucht hatten. Diese Menschen leben unter √§u√üerst prek√§ren Bedingungen und haben geringe Aussichten auf eine bessere Zukunft.

Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit in den umliegenden Gebieten ziehen viele Menschen auf der Suche nach Arbeit nach Baku. H√§ufig zerplatzen ihre Tr√§ume von einem besseren Leben und einer ordentlichen Besch√§ftigung, und sie m√ľssen schlechtbezahlte und unsichere Gelegenheitsjobs verrichten. Baku hat eine der landesweit h√∂chsten offiziellen Arbeitslosenraten. Nur wenige Betroffene erhalten staatliche Unterst√ľtzung.

Unterst√ľtzung f√ľr Familien und ein liebevolles Zuhause f√ľr Kinder

Viele Kinder verlieren aufgrund der hohen Arbeitslosen- und Inflationsraten in Aserbaidschan die elterliche F√ľrsorge. Derzeit landen die meisten Kinder, die nicht l√§nger bei ihren Eltern bleiben k√∂nnen, in staatlich gef√ľhrten Heimen. SOS-Kinderdorf bietet durch die familiennahe Betreuung schutzloser Kinder eine Alternative. Die Gemeinde hat 14 km vor den Toren der Stadt ein Grundst√ľck zur Verf√ľgung gestellt, auf dem das Kinderdorf errichtet werden konnte. Aufgrund der steigenden Zahl von Kindern ohne elterliche F√ľrsorge haben wir in der Zwischenzeit zus√§tzliche Familienh√§user gebaut und den Kindergarten erweitert, damit mehr Kinder betreut werden k√∂nnen.

Unsere Arbeit in Baku


Lernen, wie man eine gesunde Mahlzeit zubereitet (Foto: K.Ilievska)

SOS-Kinderdorf arbeitet eng mit den Familien der Gemeinde zusammen, um Kinder vor dem Verlust der elterlichen F√ľrsorge zu bewahren. Unsere Organisation setzt sich f√ľr die gesunde Entwicklung von Kindern ein, indem wir den Zugang zum Bildungssystem, ausreichender Ern√§hrung und der Gesundheitsversorgung sicherstellen. Wir helfen Familien bei der Einkommensf√∂rderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen, damit sie ihre Kinder besch√ľtzen und versorgen k√∂nnen. Dar√ľber hinaus unterst√ľtzen wir die Angebote f√ľr notleidende Familien in der Gemeinde.

Seit Sommer 2005 bieten wir einen Spielbus, der zu √∂ffentlichen Parkanlagen, Krankenh√§usern, Waisenh√§usern und in die grauen Betonsiedlungen am Stadtrand f√§hrt. Viele Kinder, die erst seit kurzem in Baku leben, k√∂nnen an Theaterspielen, Tanzunterricht und Bastelkursen teilnehmen. In Lernspielen werden Kinder √ľber ihre Rechte aufgekl√§rt. Gleichzeitig k√∂nnen Eltern und LehrerInnen neue Unterrichtsmethoden kennenlernen und Ideen sammeln und austauschen.

Der Kindergarten in Baku betreut sowohl Kinder aus den SOS-Familien als auch aus der umliegenden Gemeinde, während Eltern ihren Lebensunterhalt verdienen. Wir arbeiten eng mit den Schulen vor Ort zusammen, um das Lehrpersonal zu schulen und einzelnen Kindern bei Bedarf Nachhilfeunterricht zu geben, wenn sie Schwierigkeiten in der Schule haben.

Wenn Kinder nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, finden sie bei einer SOS-Mutter ein liebevolles neues Zuhause. Bis zu 91 Kinder k√∂nnen in 14 SOS-Familien betreut werden. Wenn sie ihren Familien entwachsen, haben sie die M√∂glichkeit, am SOS-Jugendprogramm teilzunehmen. Unter der Aufsicht ausgebildeter Fachkr√§fte k√∂nnen sie in betreuten Wohngemeinschaften leben und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren. Hier lernen sie Verantwortung zu √ľbernehmen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.

 



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