SOS-Kinderdorf Río Hondo

In den Au√üenbezirken von Lima sind gl√ľckliche Kinder ein seltener Anblick. Zehntausende kleiner Kinder leben in erdr√ľckender Armut, und ihre grundlegenden Kinderrechte werden mit F√ľ√üen getreten. Die sozio√∂konomischen Bedingungen, unter denen viele Kinder leben m√ľssen, stellen eine ernste Bedrohung f√ľr ihre geistige und k√∂rperliche Entwicklung dar.

In Lima können Zehntausende von Kindern niemals eine echte Kindheit genießen

Auf der Br√ľcke zu einer besseren Zukunft - Kinder im SOS-Kinderdorf R√≠o Hondo (Foto: F. Espinoza)
Auf der Br√ľcke zu einer besseren Zukunft - Kinder im SOS-Kinderdorf R√≠o Hondo (Foto: F. Espinoza)

Das SOS-Kinderdorf R√≠o Hondo liegt etwa 40 km au√üerhalb der Landeshauptstadt Lima. Die Bev√∂lkerung der Stadt ist in den letzten zehn Jahren explodiert. Peru ist ein Land extremer Gegens√§tze. In Lima wird das Leben tausender Familien von chronischer Unterern√§hrung, dem Mangel an Zugang zu sauberem Trinkwasser, Stromversorgung und einer menschenw√ľrdigen Behausung √ľberschattet. W√§hrend ein kleiner Teil der Lime√Īos zur reichen Oberschicht geh√∂rt, k√§mpft die √ľberwiegende Mehrheit der Bev√∂lkerung Limas in den Slums ums nackte √úberleben.

Obwohl sich die Situation in j√ľngster Zeit leicht verbessert hat, leben nach wie vor fast 60 Prozent der Kinder in Peru in Armut. Millionen von Kindern wachsen ohne eine liebevolle, sch√ľtzende famili√§re Umgebung auf. Viele von ihnen haben die elterliche F√ľrsorge verloren, und eine noch gr√∂√üere Zahl von Kindern ist aufgrund der Armut vom Verlust der famili√§ren F√ľrsorge bedroht. In Lima ist die Armut vielleicht nicht ganz so offensichtlich wie in den l√§ndlichen Regionen Perus. Dennoch leiden in Gemeinden wie Callao viele Kinder an Blutarmut, Bleivergiftung und chronischer Mangelern√§hrung.

Aufgrund der wirtschaftlichen Notlage ist die Kinderarbeit in den Stra√üen Limas ein weit verbreitetes Ph√§nomen. In der ganzen Stadt sieht man Kinder, die an Ampeln Windschutzscheiben putzen, als Schuhputzer arbeiten oder Kleinwaren verkaufen, um zum Einkommen der Familie beizutragen. Obwohl die peruanische Regierung eine Reihe von Programmen zur Bek√§mpfung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit ins Leben gerufen hat, m√ľssen nach wie vor 34 Prozent aller Kinder zwischen f√ľnf und 14 Jahren Kinderarbeit verrichten. Die meisten von ihnen k√∂nnen nie eine Schule besuchen. Diese Kinder werden ihrer Kindheit beraubt. Sie streifen v√∂llig schutzlos durch die Stra√üen der Hauptstadt Perus und sind Drogenmissbrauch, sexueller Ausbeutung und der Gewalt von Stra√üenbanden ausgesetzt. Organisierte Banden werben h√§ufig Kinder und Jugendliche aus armen, sozial benachteiligten Familien an. Sind sie erst einmal im Teufelskreis aus Verbrechen und Drogen gefangen, ist es sehr schwer, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und der Armut entkommen zu k√∂nnen.

In Lima gibt es einen großen Bedarf an langfristigen alternativen Betreuungsangeboten

Die peruanische Regierung hat eine Reihe von Projekten ins Leben gerufen, um den gef√§hrdeten Kindern des Landes zu helfen. Nichtsdestotrotz gibt es nach wie vor einen gro√üen Bedarf an langfristigen alternativen Betreuungsangeboten. Unsere Organisation nahm ihre T√§tigkeit in Peru in den fr√ľhen 70er Jahren auf, als das erste SOS-Kinderdorf vor der Stadtgrenze Limas er√∂ffnet wurde. In Lima k√§mpfen Millionen junger alleinerziehender M√ľtter um die t√§gliche Versorgung ihrer Kinder. Aufgrund des anhaltend hohen Armutsniveaus steigt die Zahl der verlassenen Kinder weiter an. SOS-Kinderdorf unterst√ľtzt junge M√ľtter und arme Familien, um der Vernachl√§ssigung von Kindern und der Zerr√ľttung der Familien weitestm√∂glich entgegenzuwirken.

Unsere Arbeit in Río Hondo

Kleiner Junge beim Mittagessen (Foto: P. Wittmann)
Kleiner Junge beim Mittagessen (Foto: P. Wittmann)

Das SOS-Kinderdorf R√≠o Hondo liegt in der N√§he des SOS-Kinderdorfs Esperanza in der Stadt Chosica etwa 40 km au√üerhalb von Lima. Das Dorf wurde 1978 er√∂ffnet und umfasst zw√∂lf SOS-Familien, in denen bis zu 108 Kinder ein liebevolles Zuhause finden k√∂nnen. Sie wachsen gemeinsam mit ihren Geschwistern auf und werden von ihren SOS-M√ľttern liebevoll betreut.

Die angrenzende SOS-Jugendeinrichtung wurde im Jahr 2001 er√∂ffnet. Mit Hilfe unserer qualifizierten Jugendbetreuer k√∂nnen Heranwachsende im Rahmen des betreuten Wohnens Zukunftsperspektiven entwickeln und lernen, Verantwortung zu √ľbernehmen. W√§hrend ihres Aufenthalts in der SOS-Jugendeinrichtung beginnen die meisten jungen Menschen eine Berufsausbildung oder ein Studium. Sie werden ermutigt, Teamgeist zu entwickeln, Kontakte zu Freunden und Verwandten aufzubauen und mit den potenziellen Arbeitgebern umzugehen.
 

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