SOS-Kinderdorf Huancayo

Zahlreiche indigene Bewohner der Hochlandregion sind vom Wirtschaftswachstum ihres Landes ausgeschlossen. Jugendliche unter 18 Jahren machen etwa 40 Prozent der Bev├Âlkerung aus. Sie stellen die Zukunft des Landes dar, und dennoch sind zahlreiche junge Menschen nicht ausreichend versorgt, haben nicht genug zu essen und keinen Zugang zum Bildungssystem.

Mangel an Sicherheiten durch informelle Besch├Ąftigung gef├Ąhrdet Tausende Familien

Eine SOS-Familie kocht zuhause das Abendessen (Foto: F. Espinoza)
Eine SOS-Familie kocht zuhause das Abendessen (Foto: F. Espinoza)

Huancayo, die f├╝nftgr├Â├čte Stadt Perus, hat knapp 350 000 Einwohner, liegt auf einer H├Âhe von 3271 m ├╝ber dem Meeresspiegel im zentralen Hochland Perus und ist das wichtigste Handelszentrum der Region. Wie so viele andere St├Ądte im Hochland war auch Huancayo Schauplatz der internen Konflikte der 1980er und 90er Jahre und einmal sogar von zwei rivalisierenden Guerilla-Gruppen besetzt.

Aufgrund der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt sind zahlreiche Binnenmigranten, vor allem aus den benachbarten Departements, w├Ąhrend der letzten Jahrzehnte nach Huancayo gezogen. Die Einwanderer machen mittlerweile fast 40 Prozent der Bev├Âlkerung aus. H├Ąufig lassen sie ihre l├Ąndlichen Traditionen zur├╝ck und hoffen in der Stadt auf ein besseres Leben f├╝r sich und ihre Kinder. Viele finden jedoch in der neuen Heimat keine Arbeit. In Huancayo haben bis zu 65 Prozent der Erwerbst├Ątigen keine formelle Besch├Ąftigung; viele gr├╝nden eigene Kleinstunternehmen. Um als Selbst├Ąndige zu ├╝berleben, m├╝ssen sie h├Ąufig mehr als 60 Wochenstunden arbeiten und haben kaum Zeit f├╝r ihre Familien. Die Armutsrate der Region liegt mit ca. 35 Prozent etwas ├╝ber dem Landesdurchschnitt.

Kinderarbeit bedroht die Sicherheit und gesunde Entwicklung der Kinder

Trotz der Bem├╝hungen der peruanischen Regierung zur Bek├Ąmpfung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit ist sie in Huancayo ein ganz offensichtliches und weit verbreitetes Problem. In der ganzen Stadt verkaufen bereits Kleinkinder S├╝├čigkeiten f├╝r 3 Cent pro St├╝ck. Sie verbringen ihre Tage h├Ąufig bis sp├Ąt in die Nacht v├Âllig schutzlos auf der Stra├če, werden Opfer von Gewalttaten und Ausbeutung. Obwohl Eltern meist aus wirtschaftlichen Gr├╝nden die Tatsache in Kauf nehmen, dass ihre Kinder auf der Stra├če Geld verdienen m├╝ssen, erschwert auch die breite gesellschaftliche Akzeptanz der Kinderarbeit die Bek├Ąmpfung des Problems.

Unsere Arbeit in Huancayo

In der sicheren Obhut der Kindertagesst├Ątte (Foto: F. Espinoza)
In der sicheren Obhut der Kindertagesst├Ątte (Foto: F. Espinoza)

SOS-Kinderdorf begann seine T├Ątigkeit in Huancayo im Jahr 2000. Unsere Sozialzentren bieten ein ganzheitliches und nachhaltiges Familienst├Ąrkungsprogramm, um die Not der Gemeinde zu lindern. In der Kindertagesst├Ątte und durch ein Tagesm├╝tterprogramm k├Ânnen erwerbst├Ątige Eltern ihre Kinder in sicherer Obhut lassen, w├Ąhrend sie ihren Lebensunterhalt verdienen. In den Zentren werden dar├╝ber hinaus Informationsveranstaltungen und Abendkurse f├╝r Erwachsene angeboten. Ebenso werden die Mitglieder der Gemeinde medizinisch versorgt.

Bis zu 117 Kinder aus Huancayo, die nicht l├Ąnger bei ihren Eltern leben k├Ânnen, finden in 13 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Gemeinsam mit ihren Geschwistern werden sie von SOS-M├╝ttern f├╝rsorglich betreut.

Wenn junge Menschen ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren m├Âchten, k├Ânnen sie in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Hier k├Ânnen sie mit der Unterst├╝tzung qualifizierter Fachkr├Ąfte ihre Zukunft planen, Verantwortung zu ├╝bernehmen lernen und zunehmend eigene Entscheidungen treffen.
 



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