SOS-Kinderdorf Cajamarca

In dieser schnell wachsenden Bergbaustadt ist nicht alles Gold, was gl├Ąnzt. Tausende Kinder leiden an den Folgen der Umweltverschmutzung, gesundheitlichen Problemen und dem Mangel an Bildungsm├Âglichkeiten und werden um die sichere und gesunde Kindheit gebracht, die sie verdienen.

Bergbaut├Ątigkeit lockt viele Menschen an - das Versorgungssystem ist ├╝berfordert

In Vorbereitung auf die Schule (Foto: F. Espinoza)
In Vorbereitung auf die Schule (Foto: F. Espinoza)

Cajamarca ist eine Stadt im gleichnamigen Distrikt im n├Ârdlichen Hochland Perus. In nur knapp zwei Jahren sind die Einwohnerzahlen von 2005 bis 2007 um etwas ├╝ber 30 000 auf etwa 188 400 gestiegen. Cajamarca ist eine bedeutende aufstrebende Stadt in den peruanischen Anden, was unter anderem auf die nahegelegenen Yanacocha-Goldminen zur├╝ckzuf├╝hren ist, die zu den gr├Â├čten und ertragreichsten Goldminen der Welt geh├Âren. Dennoch ist die Armutsrate in der Region mit 64,5 Prozent extrem hoch. In der Stadt gibt es 17 Elendsviertel, insgesamt 28 Gemeinden leben in Armut. Fast die H├Ąlfte aller H├Ąuser ist aus Lehmziegeln gebaut. Viele bestehen nur aus einem einzigen Raum, in dem ganze Familien leben m├╝ssen.

Das rasche Wachstum der Stadt und ihrer Bev├Âlkerung hat in Kombination mit der intensiven Bergbaut├Ątigkeit zu gro├čen Umweltbelastungen in den umliegenden l├Ąndlichen Gebieten gef├╝hrt, in denen gr├Â├čtenteils Kleinbauern angesiedelt sind. Zahlreiche Fl├╝sse sind verunreinigt worden; das Auslaufen gr├Â├čerer Mengen von Quecksilber im Jahr 2001 hatte f├╝r viele Anwohner schwere gesundheitliche Folgen.

Schulische und berufliche Bildung als Weg aus der Armut f├╝r die n├Ąchste Generation

Weniger als ein Viertel der lokalen Bev├Âlkerung hat die Grundschule abgeschlossen. Die Analphabetenrate liegt bei 13,2 Prozent. Die Mehrzahl der M├Ąnner in Cajamarca arbeitet im Bergbau, als Maurer, Fahrer oder Stra├čenverk├Ąufer. Lediglich etwa 30 Prozent der M├╝tter in der Region sind erwerbst├Ątig - sie arbeiten meist als Haushaltshilfen, W├Ąscherinnen oder verkaufen ebenfalls Kleinwaren auf der Stra├če. Sie verdienen etwa 140 US$ pro Monat; selbst zusammen mit dem Einkommen ihrer M├Ąnner reicht das nicht aus, um sich mit dem N├Âtigsten zu versorgen. Die niedrigen L├Âhne und die Unsicherheit der informellen Besch├Ąftigung bedeuten lange Arbeitsstunden, in denen ihre Kinder in der Obhut von Verwandten oder ├Ąlteren Geschwistern zur├╝ckgelassen werden.

Familien m├╝ssen dringend unterst├╝tzt und aufgekl├Ąrt werden, damit die Situation der Kinder in der Region nachhaltig verbessert werden kann. Deshalb hat sich SOS-Kinderdorf zur Einf├╝hrung eines Programms in Cajamarca entschlossen.

Unsere Arbeit in Cajamarca

Eine sichere Umgebung, in der Kinder ihre Kindheit genie├čen k├Ânnen (Foto: F. Espinoza)
Eine sichere Umgebung, in der Kinder ihre Kindheit genie├čen k├Ânnen (Foto: F. Espinoza)

SOS-Kinderdorf begann seine T├Ątigkeit in Cajamarca im Jahr 2010. Das SOS-Sozialzentrum leitet ein Familienst├Ąrkungsprogramm, das sich haupts├Ąchlich auf Kinder unter sechs Jahren konzentriert, die vom Verlust der elterlichen F├╝rsorge bedroht sind oder sie bereits verloren haben. Die Verbesserung der Ern├Ąhrungssituation und eine medizinische Versorgung z├Ąhlen zu unseren wichtigsten Zielen. Auch die geistige Entwicklung der Kinder ist uns ein ebenso wichtiges Anliegen wie die Sicherstellung einer integrativen Bildung.

Erwerbst├Ątige Eltern k├Ânnen ihre Kinder in der sicheren Obhut einer Kindertagesst├Ątte lassen, w├Ąhrend sie zur Arbeit gehen. Das Sozialzentrum setzt sich auch f├╝r die St├Ąrkung der Mitglieder der Gemeinde ein, damit eine langfristige Stabilit├Ąt der Familien sichergestellt wird. Dazu gibt es beispielsweise Schulungen zur F├Ârderung des Selbstvertrauens oder der Vermeidung h├Ąuslicher Gewalt.

Seit Beginn des Jahres 2011 finden bis zu 72 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen k├Ânnen, in acht SOS-Familien in Cajamarca ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M├╝ttern f├╝rsorglich betreut.
 



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