SOS-Kinderdorf San Ignacio

In Paraguay ist der j├╝ngste wirtschaftliche Fortschritt vor allem in den Stadtgebieten zu sp├╝ren, w├Ąhrend die l├Ąndliche Armut nach wie vor sehr weit verbreitet ist. Der zunehmende Anbau von genmanipulierten Soja-Monokulturen, der sich mittlerweile auf landesweit 2,5 Millionen Hektar erstreckt, raubt Kleinbauern ihre Existenzgrundlage, und die gro├čfl├Ąchige Ausbringung von Pestiziden bedroht die Gesundheit der Bev├Âlkerung.

Wachsende l├Ąndliche Armut - immer mehr Subsistenzbauern ohne Existenzgrundlage

Kinder wachsen zusammen mit ihren Br├╝dern und Schwestern auf
Kinder wachsen zusammen mit ihren Br├╝dern und Schwestern auf (Foto: P.Drbal).
Das SOS-Kinderdorf San Ignacio liegt in San Ignacio Guaz├║ im Departement Misiones im S├╝den von Paraguay. San Ignacio hat etwas ├╝ber 50 000 Einwohner. Die Wirtschaft basiert haupts├Ąchlich auf dem Dienstleistungssektor sowie dem Anbau von Tabak und Soja.
Mit ├╝ber 30 Prozent ist die Armutsrate im Departement Misiones h├Âher als im Landesdurchschnitt. Besonders die l├Ąndliche Armut stellt ein gro├čes Problem dar. W├Ąhrend in der Vergangenheit zahlreiche Menschen von der Subsistenzwirtschaft lebten, arbeiten mittlerweile etwa 70 Prozent aller Erwerbst├Ątigen im Dienstleistungsbereich, vor allem in kleinen Familienbetrieben. Diese Besch├Ąftigung bietet vor allem in Krisenzeiten nur wenig Sicherheit.
 

Tausende Familien leben unter zunehmend prek├Ąren Bedingungen

Die prek├Ąren Lebensumst├Ąnde f├╝hren nicht nur dazu, dass selbst kleine Kinder arbeiten m├╝ssen, um zum Familieneinkommen beizutragen - viele Kinder leiden an mangelnder F├╝rsorge, wenn Eltern in Not geraten. Einer Studie zufolge werden 61 Prozent aller paraguayischen Kinder zuhause k├Ârperlich oder seelisch misshandelt. Die Studie belegt ebenso, dass das Ausma├č der Gewalt proportional mit der Gr├Â├če der Familien steigt, da kinderreiche Haushalte vermehrt unter erh├Âhtem Stress und Geldsorgen leiden.

Viele Eltern m├╝ssen lange Stunden bei der Arbeit verbringen und haben schlichtweg nicht die Zeit, sich um ihre Kinder zu k├╝mmern und daf├╝r zu sorgen, dass sie zur Schule gehen oder von einem Arzt behandelt werden, wenn sie krank sind. Mehr als 60 Prozent der Kinder in der Region haben keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung. Kinder unter vier Jahren sind in besonderem Ausma├č betroffen.

Hinzu kommt die alarmierend hohe Zahl der Kinder, die mit Erkrankungen der Atemwege oder des Nervensystems geboren werden. Zahlreiche Experten sind der Meinung, dass die gro├čfl├Ąchige Ausbringung von Pestiziden auf den genmanipulierten Sojafeldern und die resultierende Verseuchung der Luft, des Bodens und der Fl├╝sse in der Gegend daf├╝r verantwortlich sind.
 

Unsere Arbeit in San Ignacio

So sollte Kindheit aussehen
So sollte Kindheit aussehen: Kinder haben Spa├č im SOS-Kinderdorf San Ignacio. (Foto: P.Drbal)
Das SOS-Kinderdorf San Ignacio nahm 1993 seine T├Ątigkeit auf.

Familiennahe Betreuung: Zwanzig Familien bieten f├╝r Kinder, die die elterliche Betreuung verloren haben, ein liebevolles Zuhause. Kinder leben gemeinsam mit ihren Geschwistern und werden von SOS-Kinderdorf-M├╝ttern betreut.
San Ignacio betreut auch Kinder mit geistigen und k├Ârperlichen Behinderungen. Einige H├Ąuser sind speziell f├╝r sie konzipiert und im Rehabilitationszentrum werden Therapien wie Physio- und Sprachtherapien angeboten. Kinder mit und ohne Behinderungen leben und spielen zusammen.

St├Ąrkung lokaler Familien: Seit 2011 unterst├╝tzt unser Familienst├Ąrkungsprogramm Familien, damit sie zusammenbleiben k├Ânnen. Die Sozialzentren, die von Eltern vor Ort gef├╝hrt werden, bieten derzeit Tagesbetreuung f├╝r Kinder unter sechs Jahren. Die Kinder erhalten s├Ąmtliche Mahlzeiten im Zentrum und auch p├Ądagogische Aktivit├Ąten wie Malen, Singen und Tanzen sind im Angebot. ├ältere Kinder werden auf die Schule vorbereitet.

Wenn ein Kind in unsere Obhut kommt, unterst├╝tzen wir auch dessen Herkunftsfamilie, damit es in seine Familie zur├╝ckkehren kann. Unsere regelm├Ą├čige Unterst├╝tzung hilft den Familien, notwendige ├änderungen umzusetzen, damit sie wieder f├╝r ihr Kind sorgen k├Ânnen.

Unterst├╝tzung junger Menschen. Wir unterst├╝tzen junge Erwachsene bei ihrem Schul- bzw. Berufsabschluss. Sie leben in Wohngemeinschaften und stehen mit den SOS-Mitarbeiter/-innen in regelm├Ą├čigem Kontakt. Die jungen Menschen k├Ânnen verschiedene Berufe, wie beispielsweise B├Ącker, Elektriker, Mechaniker, IT-Spezialist lernen.

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