SOS-Kinderdorf Montego Bay

SOS-Kinderdorf Montego Bay (vormals SOS-Kinderdorf Barrett Town) liegt etwa 15 km außerhalb des Stadtzentrums von Montego Bay. Montego Bay ist aufgrund des anhaltenden Zustroms an Binnenflüchtlingen in stetigem Wachstum begriffen. Die Infrastruktur sowie das Bildungs- und Gesundheitssystem der Stadt sind völlig überlastet.

Touristen werden von der harten Realität der Jamaikaner abgeschirmt

Kinder in unserer Obhut wachsen in einem stabilen und gesicherten Zuhause auf (Foto: SOS-Archiv).
Montego Bay ist die Hauptstadt der Pfarrei St. Jakob im Nordwesten von Jamaika und hat circa 97 000 Einwohner. Die Region ist ein beliebtes Ziel sowohl für ausländische Touristen als auch für die wohlhabenden Bewohner von Kingston, die hier ihre Feriendomizile haben.
Der Tourismus stellt die wichtigste Säule der Wirtschaft des Landes dar. In der Region Montego Bay sind ein Viertel aller Erwerbstätigten im Tourismussektor beschäftigt. Jedes Jahr kommen mehr als 1,2 Millionen Besucher nach Jamaika. In den ländlichen Regionen leben die meisten Bewohner von der Landwirtschaft, der Fortwirtschaft und dem Anbau von Zuckerrohr.
Durch die Einnahmen aus dem Tourismus werden Tausende Menschen von der ganzen Insel angelockt. Die Gemeinde St. Jakob zählt mittlerweile zu den am schnellsten wachsenden Regionen in Jamaika. Die Binnenmigranten leben häufig unter entsetzlichen Bedingungen in den Slums, die entlang der Straßen in die Stadt entstanden sind, ohne jegliche Grundversorgung oder Basisinfrastruktur.

Vieles hat sich gebessert, vieles ist unverändert geblieben

Die Zahl der Menschen, die in den Stadtgebieten unter inakzeptablen Bedingungen leben, weiter gestiegen ist. Während die Raten von Armut und Mangelernährung gesenkt werden konnten, hat sich die ungleiche Verteilung des Wohlstands kaum verändert. Auch bei der Geschlechtergleichstellung und der Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeitsraten bleibt noch sehr viel zu tun.

Ein weiteres großes soziales Problem ist die hohe Gewaltrate im Land, besonders bei jungen Männern aus armen Verhältnissen. Etwa 26 Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen zwischen 15 und 24 Jahren können weder lesen noch schreiben. Knapp 30 Prozent der Jugendlichen gehen nicht zur Schule und haben weder einen Ausbildungsplatz noch eine Arbeit. Sie sind in hohem Maße kriminalitätsgefährdet, da sie häufig keine andere Überlebenschance sehen.
 

Unsere Arbeit in Montego Bay

Eine SOS-Familie verbringt gemeinsam Zeit im Freien (Foto: SOS-Archiv).
Betreuung in SOS-Familien: Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Eltern fürsorglich betreut.

Unterstützung für Jugendliche: Junge Menschen, die eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in betreuten Wohngemeinschaften ziehen. In einem sicheren Umfeld und mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte können sie ihre Zukunft planen, Verantwortung zu übernehmen lernen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten.

 



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