SOS-Kinderdorf Chiloé-Ancud

Um von Puerto Montt auf dem Festland auf die Halbinsel Chilo√© zu gelangen, muss man die sogenannte ‚ÄěTodesstra√üe‚Äú passieren, die diesen Beinamen aufgrund der zahlreichen Unf√§lle bekommen hat, die sich dort ereignen. Und das ist nur ein stellvertretendes Beispiel f√ľr die Abgeschiedenheit der Menschen, die auf Chilo√© leben.

Die landschaftliche Schönheit des Chiloé-Archipels steht in krassem Gegensatz zu den prekären Lebensbedingungen vieler Familien in der Region

 

Die Kinder tanzen die ň∂Cueca", Chiles Nationaltanz, im Dorf. (Foto: A. Gabriel)
Chilo√© ist die Hauptinsel des Chilo√©-Archipels im S√ľden Chiles und hat knapp √ľber 150 000 Einwohner. Die Stadt Ancud, in der das SOS-Kinderdorf angesiedelt ist, liegt im hohen Norden der Insel und hat etwa 27 000 Einwohner. Die n√§chste gr√∂√üere Stadt ist die ca. 60 km entfernte Hafenstadt Puerto Montt auf dem Festland.

Die Abgeschiedenheit der Insel erschwert die Kommunikation und den Kontakt zum chilenischen Festland. Nur wenige haben die Chance auf eine gute Bildung. Um auf das Festland zu gelangen, muss man eine 40-min√ľtige, manchmal gef√§hrliche und teure √úberfahrt mit der F√§hre in Kauf nehmen. In den 1970er Jahren hatte es zwar Pl√§ne zum Bau einer Br√ľcke zwischen der Insel und dem Festland gegeben, aber diese wurden im Jahr 2006 verworfen.

Hohe Raten von Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Obdachlosigkeit

Die Lachsfischerei ist in dieser Region die Haupteinnahmequelle, aber auch ein sehr unsicheres Gesch√§ft. Ein Virus, das im Jahr 2007 ein Fischsterben zur Folge hatte, l√∂ste eine schwere soziale und wirtschaftliche Krise aus, in der 20 000 Menschen √ľber Nacht arbeitslos wurden.

W√§hrend die Armutsrate in Chile landesweit in den letzten Jahren erfolgreich gesenkt werden konnten, ist sie in Chilo√© weiter gestiegen. In einigen Teilen der Insel liegt sie bei 25,5 Prozent. Es gibt nur wenige Besch√§ftigungsm√∂glichkeiten, und Arbeitslose, die keine staatliche Unterst√ľtzung erhalten, haben keine andere Wahl, als auf dem informellen Sektor zu arbeiten.

Diese prek√§ren Lebensbedingungen f√ľhren h√§ufig zu sozialen Problemen, darunter gestiegene Raten von Alkoholismus, h√§uslicher Gewalt und Obdachlosigkeit. Viele Eltern, die tagein tagaus mit gro√üen Schwierigkeiten k√§mpfen m√ľssen, sind nicht mehr in der Lage, ihre Kinder ausreichend zu versorgen. Im schlimmsten Fall f√ľhren die Umst√§nde dazu, dass Kinder von ihren Eltern verlassen werden.

Unsere Arbeit in Chiloé-Ancud

Bei einem Workshop lernen die Kinder S√ľ√üigkeiten zu machen. (Foto: SOS-Archiv)
Das s√ľdlichste SOS-Kinderdorf der Welt liegt im Pazifik auf der chilenischen Insel Chilo√©. SOS-Kinderdorf begann seine T√§tigkeit vor Ort im Jahr 2003, um Waisen oder Kindern, die nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, ein neues Zuhause zu bieten und die Not der Bev√∂lkerung zu lindern.

Bis zu 108 Kinder aus Chilo√©, die nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, finden in 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Gemeinsam mit ihren Geschwistern werden sie von SOS-M√ľttern f√ľrsorglich betreut.

 

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