SOS-Kinderdorf Santa Maria

Der Bundesstaat Rio Grande do Sul belegt im Bereich des Human Development Index der UN einen der f├╝hrenden Pl├Ątze in Brasilien. Dennoch lebt ein Gro├čteil der Bev├Âlkerung unter prek├Ąren sozio├Âkonomischen Bedingungen, ihr Leben ist extrem unsicher und gef├Ąhrlich. Junge Menschen aus benachteiligten Familien sind besonders gef├Ąhrdet. Sowohl Eltern als auch Kinder sind auf Unterst├╝tzung angewiesen.

Selbst im hochentwickelten S├╝den Brasiliens brauchen viele Familien Unterst├╝tzung

Spielende Kinder im SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv)
Spielende Kinder im SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Santa Maria liegt Bundesstaat Rio Grande do Sul im s├╝dlichen Landesinneren westlich von Porto Alegre. Santa Maria hat ca. 260 000 Einwohner und ist ein wichtiges Handels- und Bildungszentrum der Region.

Die l├Ąndliche Armut ist nach wie vor ein gro├čes Problem. Auch wenn die Zahl der Betroffenen zwischen 1990 und 2008 von ├╝ber 50 auf gut 10 Prozent gesenkt werden konnte, leben immer noch mehr als 11 Millionen Menschen auf dem Land in Armut. Die in der Subsistenzwirtschaft produzierten Ertr├Ąge reichen kaum zum ├ťberleben. Viele M├Ąnner ziehen auf der Suche nach Arbeit in die St├Ądte und lassen ihre Frauen zur├╝ck, die sich um die Kinder und das Land k├╝mmern m├╝ssen. Dies f├╝hrt dazu, dass viele Kinder ihren M├╝ttern helfen m├╝ssen, anstatt zur Schule zu gehen.

W├Ąhrend im Bundesstaat Rio Grande do Sul 19,6 Prozent der Gesamtbev├Âlkerung unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze leben (das ist der niedrigste Prozentsatz in ganz Brasilien), ist die Kinderarmut mit 36,7 Prozent deutlich h├Âher.

Junge M├╝tter und Kinder ohne elterliche F├╝rsorge sind auf Unterst├╝tzung angewiesen

Mehr als 430 000 Kinder sind in Rio Grande do Sul auf die staatliche Hilfe der „Bolsa Familia“ angewiesen. Sie stammen aus einkommensschwachen Familien, in denen Eltern kaum gen├╝gend Nahrung und Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Wenn diese Kinder arbeiten m├╝ssen, um zum Familieneinkommen beizutragen, ist ihre Bildung stark gef├Ąhrdet.

Im Jahr 2006 waren 18,4 Prozent der M├╝tter in Rio Grande do Sul minderj├Ąhrig. Stammen diese jungen M├Ądchen selbst aus einem benachteiligten Umfeld, fehlt es ihnen an Bildung und Erwerbsm├Âglichkeiten, um f├╝r ihre Kinder zu sorgen. H├Ąufig k├Ânnen alleinerziehende M├╝tter nicht arbeiten, weil niemand ihre Kinder betreut. Weniger als die H├Ąlfte der Kinder unter sechs Jahren besuchen Kindertagesst├Ątten oder Vorschulen.

Unsere Arbeit in Santa Maria

Auf dem Spielplatz im SOS-Kinderdorf (Foto: A. Gabriel)
Auf dem Spielplatz im SOS-Kinderdorf (Foto: A. Gabriel)

Das SOS-Kinderdorf Santa Maria in Rio Grande do Sul wurde 1980 er├Âffnet.

Betreuung in Familien: Kinder, die nicht l├Ąnger bei ihren Herkunftsfamilien bleiben k├Ânnen, finden in den SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Die SOS-Eltern bieten den Kindern eine f├╝rsorgliche Umgebung voller Respekt und Sicherheit.
Die Kinder besuchen die lokalen Schulen und k├Ânnen so einen Teil der Gemeinschaft sein. Wo immer es m├Âglich ist, arbeiten wir eng mit der Herkunftsfamilie zusammen, damit diese in ihre Familien zur├╝ckkehren k├Ânnen. In diesem Fall unterst├╝tzen wir die Familien.

Unterst├╝tzung f├╝r Jugendliche: Qualifizierte BeraterInnen unterst├╝tzen Jugendliche w├Ąhrend ihrer Ausbildung, wobei SOS-Kinderdorf selbst auch verschiedene Arten von Ausbildung anbietet. Die Jugendlichen lernen, Verantwortung zu ├╝bernehmen, ihre Zukunft zu planen und sich auf ein unabh├Ąngiges Leben vorzubereiten.
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