SOS-Kinderdorf Goioerê

Obwohl Brasilien im Bereich der menschlichen Entwicklung in den letzten Jahren gro├če Fortschritte erzielt hat, leben nach wie vor viele Familien in den Slums der Gro├čst├Ądte unter ├Ąu├čerst prek├Ąren sozio├Âkonomischen Bedingungen. Junge Menschen aus benachteiligten Familien sind besonders gef├Ąhrdet. Sowohl Eltern als auch Kinder sind auf Unterst├╝tzung angewiesen.

Der Mangel an geregelter Arbeit bringt Tausende Familien in prek├Ąre Situationen


Spiel und Spa├č im Garten (Foto: SOS-Archiv)

Goioer├¬ ist eine kleine Gemeinde mit ca. 29 000 Einwohnern im Bundesstaat Paran├í im S├╝den Brasiliens. Die Wirtschaft basiert haupts├Ąchlich auf dem Handel und der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte wie Soja und Mais. Die Industrialisierung der Stadt geht relativ langsam voran. Der Gro├čteil der Handelsaktivit├Ąten wird von Kleinstunternehmen gesteuert.

Der Mangel an regul├Ąrer Besch├Ąftigung bedeutet f├╝r viele Menschen Arbeitslosigkeit und unsichere Einkommensverh├Ąltnisse, die sich wiederum negativ auf die Stabilit├Ąt der Familien und somit auf die geistige und k├Ârperliche Entwicklung der Kinder auswirken.

Nach offiziellen Sch├Ątzungen leben in Goioer├¬ ├╝ber 8700 Menschen in Armut – das ist ├╝ber ein Viertel der Bev├Âlkerung. In anderen Worten liegt ihr Einkommen unter der H├Ąlfte des Mindesteinkommens, das f├╝r die Erf├╝llung der Grundbed├╝rfnisse erforderlich ist. Der Wohlstand ist extrem ungleich verteilt; die reichsten 20 Prozent der Bev├Âlkerung verf├╝gen ├╝ber mehr als 60 Prozent des Pro-Kopf-Einkommens, die ├Ąrmsten 20 Prozent lediglich ├╝ber etwa zwei Prozent. Tausende Familien sind auf Sozialprogramme wie die „Bolsa Familia” angewiesen. Mehr als 240 Familien leben ausschlie├člich von den Zuwendungen aus diesem Programm.

Bildung ist der Schl├╝ssel zu einem besseren Leben

9,8 Prozent aller Kinder zwischen 7 und 14 Jahren besuchen keine Schule. Lediglich 55,2 Prozent der jungen Menschen zwischen 15 und 17 Jahren haben einen Schulabschluss. M├Ądchen sind bei der Vollendung ihrer schulischen Ausbildung besonders benachteiligt, was unter anderem darauf zur├╝ckzuf├╝hren ist, dass 23,3 Prozent der M├╝tter selbst minderj├Ąhrig sind.

M├Ądchen und junge Frauen haben oft gro├če Schwierigkeiten bei der Versorgung ihrer Kinder. Zum einen fehlt es ihnen an Wissen und Unterst├╝tzung, zum anderen verf├╝gen sie nicht ├╝ber ausreichende finanzielle Mittel, da sie nur selten eine geregelte Arbeit finden. Junge Menschen brauchen Unterst├╝tzung, damit sie ihre Ausbildung beenden und in einem sicheren Umfeld ihre Zukunft planen k├Ânnen.

Unsere Arbeit in Goioerê


Kinder erfreuen sich an einem Puppenspiel (Foto: SOS-Archiv)
SOS-Kinderdorf begann seine T├Ątigkeit in Goioer├¬ im Jahr 1977, um die Not der Gemeinde zu lindern und Kindern ein sicheres und liebevolles Zuhause zu bieten.

Familienst├Ąrkung: Das SOS-Familienst├Ąrkungsprogramm bietet dringend ben├Âtigte Unterst├╝tzung f├╝r Familien, die vom Auseinanderbrechen bedroht sind. Unser Anliegen ist es, jene zu erreichen, die besonders gef├Ąhrdet sind. Wir sorgen daf├╝r, dass sie Zugang zu sozialen Dienstleistungen haben und dass Kinder in die Schule gehen k├Ânnen. Wir f├╝hren auch ein Gemeindezentrum, wo wir Workshops (z.B. ├╝ber Kinderrechte), Ausbildung (sodass Eltern Geld verdienen k├Ânnen) und Aktivit├Ąten (wie z. B. Sportunterricht und Theaterauff├╝hrungen) anbieten.

Betreuung in Familien: Kinder, die nicht l├Ąnger bei ihren Eltern leben k├Ânnen, finden in drei SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Die SOS-Familien leben integriert in H├Ąusern in der Gemeinde. Die Kinder besuchen die lokalen Schulen und k├Ânnen so einen Teil der Gemeinschaft  sein. Wenn die Kinder ├Ąlter werden, bieten wir Ausbildung und Beratung an, sodass sie einen Job finden k├Ânnen.



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