SOS-Kinderdorf Bras├şlia

Trotz der stetigen Fortschritte Brasiliens im Bereich der menschlichen Entwicklung leben nach wie vor zahlreiche Menschen in den Vororten der Gro├čst├Ądte unter ├Ąu├čerst prek├Ąren sozio├Âkonomischen Bedingungen. Junge Menschen aus benachteiligten Familien sind besonders gef├Ąhrdet. Sowohl Eltern als auch Kinder sind auf Unterst├╝tzung angewiesen.

Bei der Planung dieser Stadt geh├Ârten die Armenviertel nicht zum Grand Design


Karnevalszeit (Foto: F. Espinoza)

Brasilia ist die Hauptstadt Brasiliens und hat etwa 2,5 Millionen Einwohner. Damit ist sie die viertgr├Â├čte Stadt des Landes. Brasilia ist eine Planstadt, die vor knapp ├╝ber 50 Jahren vom Architekten Oscar Niemeyer im entlegenen zentralen Westen des Landes inmitten der tropischen Savanne aus dem Boden gestampft worden war.

Die isolierte Lage hat der Stadt von Anfang an Probleme bereitet. Die Korruption konnte sich weit entr├╝ckt vom Auge der ├ľffentlichkeit auf breiter Front ungehindert ausbreiten. Die Bauarbeiter kamen gr├Â├čtenteils aus dem armen Nordosten des Landes und blieben auch nach der Errichtung von Brasilia in ihren behelfsm├Ą├čigen Behausungen in den Vororten. Heute leben Millionen von Menschen in diesen Trabantenst├Ądten – mehr als in der Hauptstadt selbst.

Bis heute ist die soziale Ungleichheit in Brasilia extrem ausgepr├Ągt

Das Stadtzentrum ist aufgrund seiner einzigartigen Architektur und den prachtvollen Regierungsgeb├Ąuden zwar beeindruckend, aber das Leben im Gro├čraum Brasilia zeigt ein v├Âllig anderes Bild. In den Trabantenst├Ądten sind die Lebensbedingungen meist sehr ├Ąrmlich. Die H├Ąuser haben eine schlechte Bausubstanz, werden h├Ąufig ohne Genehmigung bewohnt und sind dar├╝ber hinaus zu klein und sehr ├╝berf├╝llt, was zu famili├Ąren Konflikten f├╝hrt. In vielen Haushalten ist es ├╝blich, dass die V├Ąter zur Arbeit gehen, w├Ąhrend sich die M├╝tter zuhause um die Kinder k├╝mmern. Ein Einkommen reicht h├Ąufig nicht aus, um die Familie zu ern├Ąhren, aber aufgrund des Mangels an Kleinkinderbetreuung in der Region k├Ânnen M├╝tter noch nicht einmal auf Teilzeitbasis zum Familieneinkommen beitragen.

Alkoholismus und Drogenmissbrauch sind weit verbreitet, ebenso wie die h├Ąusliche Gewalt. Durch diesen Teufelskreis geraten auch viele Kinder und Jugendliche in die Drogenabh├Ąngigkeit, da sie die Spannungen zuhause nicht verkraften. Viele werden Opfer von sexueller Ausbeutung oder m├╝ssen Kinderarbeit verrichten. In den schlimmsten F├Ąllen werden Kinder von ihren Eltern verlassen oder laufen von zuhause weg und landen auf der Stra├če.

Unsere Arbeit in Brasilia


Karneval im SOS-Kinderdorf (Foto: F. Espinoza)


SOS-Kinderdorf begann seine T├Ątigkeit in Brasilia im Jahr 1968.

Familienst├Ąrkung: Das SOS-Familienst├Ąrkungsprogramm bietet dringend ben├Âtigte Unterst├╝tzung f├╝r Familien, die vom Auseinanderbrechen bedroht sind. Unser Anliegen ist es, jene zu erreichen, die besonders gef├Ąhrdet sind. Wir sorgen daf├╝r, dass sie Zugang zu sozialen Dienstleistungen haben und dass Kinder in die Schule gehen k├Ânnen.
Wir f├╝hren auch ein Gemeindezentrum, wo wir Workshops (z.B. ├╝ber Kinderrechte), Ausbildung (sodass Eltern Geld verdienen k├Ânnen) und Aktivit├Ąten (wie z. B. Sportunterricht und Theaterauff├╝hrungen) anbieten.

Betreuung in Familien: Kinder, die nicht l├Ąnger bei ihren Eltern leben k├Ânnen, finden in drei SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Eine SOS-Familie wohnt integriert in einem Haus in der Gemeinde. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M├╝ttern f├╝rsorglich betreut. Wenn die Kinder ├Ąlter werden, bieten wir Ausbildung und Beratung an, sodass sie einen Job finden k├Ânnen.
 



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