SOS-Kinderdorf Sucre

Die landesweiten Sozialprogramme erreichen immer mehr Menschen in Bolivien, auch wenn der Fortschritt nur langsam vorangeht. Tausende Menschen sind vor allem in Chuquisaca, einem der ├Ąrmsten Departements Boliviens, dringend auf Gesundheitsversorgung, Unterk├╝nfte, Nahrungsmittel und Bildung angewiesen.

Weite Teile der Landbev├Âlkerung bislang ohne Unterst├╝tzung


Eine gl├╝ckliche Mutter und ein gl├╝ckliches Kind aus SOS-Kinderdorf Sucre. (Foto: F. Espinoza)

Sucre, Boliviens verfassungsm├Ą├čige Hauptstadt, liegt 2750 Meter ├╝ber dem Meeresspiegel im Departement Chuquisaca und hat knapp 250 000 Einwohner. Das andalusisch gepr├Ągte historische Stadtzentrum mit seinen gut erhaltenen Kolonialbauten lockt nach wie vor viele Touristen an.

Heute leben etwa 90 Prozent der Bev├Âlkerung von Sucre in den Stadtgebieten. Das Leben in den angrenzenden l├Ąndlichen Regionen ist sehr hart, da viele Anbaumethoden stark veraltet sind und die Topographie gro├če Anforderungen an die Landwirtschaft stellt. Die Landbev├Âlkerung hat nur selten Zugang zum formalen Bildungssystem. Obwohl die Alphabetisierungsrate in den Stadtgebieten von Sucre bei ├╝ber 90 Prozent liegt, haben im Umland lediglich 47 Prozent einen formalen Bildungsabschluss, und bis zu 70 Prozent der M├Ąnner k├Ânnen weder lesen noch schreiben.

Viele Menschen ziehen auf der Suche nach einem besseren Leben in die Stadt, doch nur selten gehen ihre Tr├Ąume in Erf├╝llung. Ohne ein gutes Bildungsniveau ist es fast unm├Âglich, Arbeit zu finden. Eine T├Ątigkeit auf dem informellen Sektor ist h├Ąufig der einzige Ausweg. Auch die Kinderarbeit stellt nach wie vor ein gro├čes Problem dar. Zahlreiche Kinder m├╝ssen zum Einkommen ihrer Familien beitragen.

Das geistige und k├Ârperliche Wohl der Kinder muss gesch├╝tzt werden, damit sie in der Zukunft eine Chance haben

Obwohl die extreme Armutsrate in Bolivien auf derzeit landesweit 32,7 Prozent gesenkt werden konnte, liegt diese Zahl mit erschreckenden 61,5 Prozent im Department Chuquisaca weit ├╝ber dem Landesdurchschnitt. Knapp 345 000 Menschen leben in der Region in extremer Armut und haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, menschenw├╝rdigen Behausungen und ausreichender Nahrung.

Kinder leiden am meisten an den Folgen der Armut. Fast ein Drittel der Kinder ist chronisch unterern├Ąhrt. Eltern sind dringend auf Unterst├╝tzung angewiesen, damit sie f├╝r die Gesundheit und Bildung ihrer Kinder sorgen und den Teufelskreis der Armut durchbrechen k├Ânnen.

Unsere Arbeit im Sucre


Familienfoto in Sucre (Foto: F. Espinoza)

SOS-Kinderdorf begann seine T├Ątigkeit in Sucre im Jahr 1996, um die Not der lokalen Bev├Âlkerung zu lindern. Die Sozialzentren bieten ein Familienst├Ąrkungsprogramm, um die Lebensbedingungen der Kinder, Frauen und Familien vor Ort zu verbessern. Es werden Informationsveranstaltungen ├╝ber ausgewogene Ern├Ąhrung und andere Gesundheitsfragen angeboten. Dar├╝ber hinaus gibt es ein medizinisches Zentrum f├╝r die Menschen aus der Gemeinde.

Die Sozialzentren bieten eine Reihe von Berufsbildungskursen f├╝r Frauen an. Mit einem Berufsabschluss k├Ânnen Frauen - vor allem alleinerziehende M├╝tter - ihre Erwerbsm├Âglichkeiten und ihren sozialen Status verbessern.

Es gibt eine Kindertagesst├Ątte und Tagesm├╝tterprogramme, so dass berufst├Ątige Eltern ihre Kinder in sicherer Obhut betreuen lassen k├Ânnen, w├Ąhrend sie ihren Lebensunterhalt verdienen.
Bis zu 100 Kinder, die in Sucre nicht l├Ąnger bei ihren Eltern leben k├Ânnen, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M├╝ttern f├╝rsorglich betreut.

Bis zu neun Heranwachsende k├Ânnen w├Ąhrend ihrer Ausbildung oder ihres Studiums in einer betreuten Wohngemeinschaft leben. Hier lernen sie mit Hilfe qualifizierter Fachkr├Ąfte, Verantwortung zu ├╝bernehmen und sich auf ein Leben in Selbst├Ąndigkeit vorzubereiten.
 

 

 




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