SOS-Kinderdorf Bouar

SOS-Kinderdorf ist seit den fr√ľhen 1990er Jahren in der Zentralafrikanischen Republik t√§tig. Das Land geh√∂rt nach wie vor zu den √§rmsten in ganz Afrika. Unz√§hlige Kinder leiden an den Folgen der jahrelangen politischen Konflikte und der Gewalt.

 

Zukunftsaussichten von Kindern in höchstem Maße gefährdet

 

SOS-Kinder singen im SOS-Kinderdorf (Foto: SOS Archive)Bouar ist die Hauptstadt der Pr√§fektur Nana-Mamber√© nahe der Grenze zu Kamerun und hat ca. 100 000 Einwohner. Die Region wurde in j√ľngster Zeit immer wieder von Rebellen angegriffen, und zahlreiche Fl√ľchtlinge sind aus dem Norden des Landes nach Bouar gekommen. Dadurch haben sich die Lebensumst√§nde besonders f√ľr Kinder verschlechtert.
Armut, Mangelernährung und der Mangel an Bildung sind weit verbreitet. Die Lebensbedingungen sind unterdurchschnittlich, die Grundversorgung nur selten gesichert. Aufgrund der schlechten Wasserversorgung können sich wasserbedingte Krankheiten wie Typhus und parasitäre Infektionen leicht ausbreiten.

Vor allem M√§dchen leiden am mangelnden Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung. Sie werden seltener zur Schule geschickt, weil viele Eltern ihre Hilfe bei der Hausarbeit oder auf den Feldern ben√∂tigen. Daher ist die Bildung der T√∂chter in vielen Familien zweitrangig. Auch Fr√ľhehen und Zwangsheiraten sind weit verbreitet - 61 Prozent der M√§dchen sind in der Zentralafrikanischen Republik vor Erreichen des 18. Lebensjahres verheiratet. Wenn sie √ľberhaupt eine Schule besucht haben, bedeutet eine Fr√ľhehe meist das Ende ihrer Bildung.

 

Unterst√ľtzung aller Familienmitglieder f√ľr langfristige Stabilit√§t

SOS-Kinderdorf begann im Jahr 2007 mit der Einf√ľhrung eines Familienst√§rkungsprogramms in Bouar. Der Bedarf an Unterst√ľtzung war sehr gro√ü, da zahlreiche Kinder in Armut lebten. Viele hatten ein oder beide Elternteile verloren, mussten √§ltere, kranke oder behinderte Eltern versorgen oder ganze Haushalte f√ľhren. Diese Kinder wissen meist nicht um ihre Rechte und m√ľssen t√§glich ums √úberleben k√§mpfen. H√§ufig haben sie keine Geburtsurkunde, wodurch ihr Zugang zu Bildung und Sozialleistungen erschwert wird.

Das SOS-Familienst√§rkungsprogramm identifiziert und unterst√ľtzt gef√§hrdete Familien in der Region. Wir stellen sicher, dass Kinder und junge Menschen zur Schule gehen oder eine Ausbildung absolvieren k√∂nnen. Die Sozialzentren leiten Alphabetisierungskurse f√ľr Erwachsene. SOS-MitarbeiterInnen besuchen Familien und bieten ihnen Beratungen und Aufkl√§rung √ľber HIV/AIDS und Fragen der Gesundheit. Dutzende Familien haben Mikrokredite erhalten, um sich selbst√§ndig machen und dadurch ein eigenes Einkommen erwirtschaften zu k√∂nnen.

Unsere Arbeit in Bouar

 

Ein Ort, an dem Kinder eine gl√ľckliche Kindheit erleben k√∂nnen (Foto: SOS-Archiv)In j√ľngster Zeit haben wir unser Familienst√§rkungsprogramm in der Region weiter ausgebaut, um so viele notleidende Menschen wie m√∂glich zu erreichen. Wir versuchen Familien vor der Zerr√ľttung zu bewahren, damit Kinder in einem liebevollen Zuhause aufwachsen k√∂nnen. Das SOS-Sozialzentrum in Bouar sichert Kindern den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen setzen wir uns f√ľr die St√§rkung gemeindebasierter Unterst√ľtzungssysteme f√ľr notleidende Familien ein.

Das SOS-medizinische Zentrum in Bouar behandelt jedes Jahr bis zu 12 000 Patienten und bietet der lokalen Bev√∂lkerung eine medizinische Grundversorgung, Informationen √ľber Krankheitspr√§vention und Beratungen. Wir stellen sicher, dass Kinder alle Grundimpfungen erhalten und helfen jungen Erwachsenen bei der Familienplanung. HIV-Infizierte erhalten antiretrovirale Medikamente, um vor allem die Mutter-Kind-√úbertragung w√§hrend der Schwangerschaft zu vermeiden. Eine p√§dagogische Fachkraft und ein Sozialarbeiter bieten Beratungen und Orientierungshilfen.

Bis zu 120 Kinder aus der Region, die nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, finden in zw√∂lf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M√ľttern f√ľrsorglich betreut.

Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft und sp√§ter die SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule in Bouar, in der etwa 210 Sch√ľlerInnen aus dem Kinderdorf und der Gemeinde unterrichtet werden. Dadurch sind die Kinder aus den SOS-Familien bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. 

 

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