SOS-Kinderdorf Lomé

Das erste SOS-Kinderdorf in Togo wurde vor ĂŒber dreißig Jahren in der Landeshauptstadt LomĂ© errichtet. Seither haben sich die Lebensbedingungen der Menschen etwas verbessert, aber die expandierende Hauptstadt muss unzĂ€hlige Probleme bewĂ€ltigen.

Armut und Mangel an Infrastruktur treiben viele Landbewohner in die Stadt


PleaFamilie aus der Gemeinde, die vom SOS-FamilienstĂ€rkungsprogramm begĂŒnstigt wird (Foto: C.F.Ngo Biyack)
LomĂ© ist die Hauptstadt von Togo und mit ĂŒber 1,5 Millionen Einwohnern in der Metropolregion auch die grĂ¶ĂŸte Stadt des Landes. LomĂ© liegt an der SĂŒdkĂŒste in der Region Maritime, die zwar nur ein Zehntel der FlĂ€che des Landes ausmacht, aber in der 42 Prozent der Bevölkerung angesiedelt sind. Fast ein Viertel der gesamten togolesischen Bevölkerung lebt in der Hauptstadt, die ein rasantes Bevölkerungswachstum aufweist und bereits jetzt sehr dicht besiedelt ist. Das Stadtbild ist voller Kontraste: an die breiten, baumgesĂ€umten Boulevards und prachtvollen Villen grenzen Feldwege und ausgedehnte Elendsviertel.

Bis heute sind FrĂŒhehen, Zwangsheiraten und Polygamie in Togo an der Tagesordnung. Obwohl das gesetzliche Heiratsalter fĂŒr MĂ€dchen bei 17 und fĂŒr Jungen bei 20 Jahren liegt, sind die meisten MĂ€dchen bereits frĂŒher verheiratet. Der Familienkodex des Landes ist seit 2006 in Überarbeitung, aber zum heutigen Zeitpunkt sind noch keine Reformen in Kraft getreten. Die Polygamie erschwert den Kampf gegen HIV/AIDS und trĂ€gt zur Ausbreitung der Seuche bei. SchĂ€tzungen zufolge haben 54 Prozent aller verheirateten Frauen EhemĂ€nner, die in Vielehen leben. Unter ihnen sind 22 Prozent junge MĂ€dchen zwischen 15 und 19 Jahren. Auch die weibliche GenitalverstĂŒmmelung ist weit verbreitet, und nicht alle Teile der Bevölkerung haben Zugang zu AufklĂ€rung und Informationen ĂŒber HIV/AIDS.

Alleinerziehende MĂŒtter können ihre Kinder oft nicht ausreichend versorgen

FrĂŒhehen und Vielehen können auch negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern haben: wenn ein Mann mehrere Frauen und mit jeder Frau mehrere Kinder hat, kann er weder finanziell noch emotional ausreichend fĂŒr alle Kinder sorgen. Junge MĂ€dchen aus armen VerhĂ€ltnissen werden oft zu Geliebten von Ă€lteren MĂ€nnern und erhalten als Gegenleistung Geld oder Geschenke. HĂ€ufig haben sie keine Bildung und daher keine andere Überlebenschance.
Wenn Eltern aufgrund von Arbeitslosigkeit, Armut oder Krankheit nicht fĂŒr ihre Familien sorgen können, mĂŒssen Kinder hĂ€ufig die Schule abbrechen und auf der Straße ums Überleben kĂ€mpfen. S
ie betteln, suchen auf den großen MĂŒllhalden der Stadt nach wiederverwertbaren AbfĂ€llen oder begehen kleinere Straftaten. Kinder ohne elterliche FĂŒrsorge sind in LomĂ© zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Ohne Bildung haben sie kaum Hoffnung auf ein besseres Leben als Erwachsene.

Unsere Arbeit in Lomé


Zubereitung einer Familienmahlzeit im SOS-Kinderdorf (Foto: A. Gabriel)
Das SOS-Kinderdorf LomĂ© wurde im Jahr 1979 eröffnet. In jĂŒngster Zeit haben wir unser FamilienstĂ€rkungsprogramm in der Region weiter ausgebaut, um so viele Menschen in Not wie möglich zu erreichen. Wir stellen sicher, dass Kinder Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung erhalten und helfen Familien bei der Versorgung ihrer Kinder, beispielsweise durch UnterstĂŒtzung bei der Einkommens-förderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen. Sowohl Kinder als auch Erwachsene erhalten Beratungen und psychologischen Beistand. Unsere besondere UnterstĂŒtzung gilt Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind.

Bis zu 90 Kinder aus der Region, die nicht lĂ€nger bei ihren Eltern leben können, finden in neun SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-MĂŒttern fĂŒrsorglich betreut.

Etwa 50 Kinder aus dem Kinderdorf und der Nachbarschaft besuchen den SOS-Kindergarten. Dadurch sind die Kinder aus den SOS-Familien bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren oder sich eine Arbeit suchen möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen und werden von qualifizierten FachkrĂ€ften beim Übergang ins Erwachsenenleben begleitet. Sie bleiben natĂŒrlich weiter in engem Kontakt mit ihrer SOS-Mutter und ihren Geschwistern.

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Mit 1 Euro am Tag schenken Sie einem Kind in Not ein liebevolles Zuhause. DarĂŒber hinaus ermöglichen Sie Ihrem Patenkind eine Schulausbildung und damit die Chance seinen Berufswunsch zu erfĂŒllen. Werden Sie jetzt SOS-Pate!

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