SOS-Kinderdorf Siteki

Die Mehrheit der Bevölkerung von Swasiland lebt in Armut. Ihre Lage hat sich durch die Finanzkrise von 2011 weiter verschlimmert. Von einer Demokratie ist das Land noch weit entfernt. Bis Swasiland ein aufgeklärter, gesunder und wirtschaftlich unabhängiger Staat mit einer gesicherten Ernährung werden kann, ist noch ein langer Weg zu beschreiten.

HIV/AIDS gefährdet das Leben Tausender Kinder


Gruppe von Jungen und Mädchen, die gerade erst ins Kinderdorf gekommen sind (Foto: B. Dimbleby)
Siteki ist eine Kleinstadt im Lubombo-Gebirge und liegt im Osten von Swasiland rund 30 Kilometer von der Grenze zu Mosambik entfernt. Siteki wurde aus mehreren Gr√ľnden als Standort f√ľr das dritte SOS-Kinderdorf in Swasiland gew√§hlt: im Laufe der Jahre sind immer mehr Familien an HIV/AIDS erkrankt und nicht mehr in der Lage, ihre Kinder ausreichen zu sch√ľtzen, zu betreuen und zu versorgen. In der Lubombo-Region fehlt es an Basisdienstleistungen und medizinischer Versorgung; die Bewohner m√ľssen weite Wege zum n√§chsten Krankenhaus zur√ľcklegen. Niedrige L√∂hne und schlechte soziale Bedingungen sowie der Mangel an Infrastruktur, Abwassersystemen und Gesundheitszentren haben negative Auswirkungen auf das Wohl der lokalen Bev√∂lkerung.

Die HIV/AIDS-Pandemie breitet sich in Swasiland ungehindert aus. 60 Prozent aller Krankenhauseinweisungen sind auf HIV-bedingte Erkrankungen zur√ľckzuf√ľhren. Die Sterberate ist bei jungen Menschen zwischen 15 und 49 Jahren besonders hoch und trifft somit die Erwerbsbev√∂lkerung. Infolgedessen sind zahlreiche Kinder in der Region extrem gef√§hrdet, darunter Kinder, die ihre todkranken Eltern pflegen, die ein oder beide Elternteile verloren haben, ganze Haushalte f√ľhren oder bei √§lteren Angeh√∂rigen leben.

Auch die Armutsraten sind in der Region sehr hoch. Obwohl das Land sehr fruchtbar ist, fehlt es vielen Menschen an Kenntnissen √ľber effiziente Anbaumethoden oder an Startkapital f√ľr tragf√§hige Projekte. Wenn Menschen erkranken, k√∂nnen sie ihre Felder nicht mehr bestellen. All diese Gr√ľnde f√ľhren dazu, dass viele Familien an Nahrungsmittelknappheit leiden.

Dringender Bedarf an Bildung und medizinischer Versorgung in der Region Lubombo

Lubombo ist eine √ľberwiegend landwirtschaftlich gepr√§gte Region und geh√∂rt seit langem zu den √§rmsten benachteiligten Gegenden des Landes. In Lubombo sind die Armutsraten h√∂her, das Bildungsniveau niedriger und der Zugang zu sauberem Wasser und sanit√§ren Einrichtungen seltener als in anderen Regionen von Swasiland. Die Sterblichkeitsrate der Kinder unter f√ľnf Jahren ist extrem hoch. Nur etwa die H√§lfte der Bev√∂lkerung verf√ľgt √ľber ordentliche sanit√§re Einrichtungen, ein Viertel muss √∂ffentliche Toiletten aufsuchen, und etwa 20 Prozent haben √ľberhaupt keine Toilette. Auch im Bereich der Bildung gibt es gro√üe Ungleichheiten zu verzeichnen: w√§hrend in anderen, st√§dtischen Regionen des Landes die M√§nner tendenziell acht Jahre lang zur Schule gehen, sind es in Lubombo im Durchschnitt nur vier Jahre. Noch weniger Menschen besuchen eine weiterf√ľhrende Schule - in Lubombo sind es lediglich 29 Prozent.

Unsere Arbeit in Siteki


Fröhlicher Junge im SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv)
Das SOS-Kinderdorf Siteki wurde im Jahr 2009 er√∂ffnet. In j√ľngster Zeit haben wir unser Familienst√§rkungsprogramm in der Region weiter ausgebaut, um so viele notleidende Menschen wie m√∂glich zu erreichen. Wir versuchen Familien vor der Zerr√ľttung zu bewahren, damit Kinder sicher und beh√ľtet in einem liebevollen Zuhause aufwachsen k√∂nnen. Das SOS-Sozialzentrum in Siteki sichert Kindern den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung. Wir leisten Lebensmittelhilfe, vergeben Stipendien, organisieren Alphabetisierungskurse und helfen bei der Renovierung von H√§usern, unterst√ľtzen Familien bei der Einkommensf√∂rderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen, beim Anbau von Lebensmitteln f√ľr den Eigenbedarf und f√ľr die Gemeinde und bieten bei Bedarf Beratungen und psychologischen Beistand. Unsere besondere Unterst√ľtzung gilt Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen setzen wir uns f√ľr die St√§rkung gemeindebasierter Unterst√ľtzungssysteme f√ľr notleidende Familien ein. √úber 780 Kinder und 370 Erwachsene werden durch das Sozialzentrum beg√ľnstigt.

Im SOS-medizinischen Zentrum werden jeden Monat bis zu 2000 Kinder und Erwachsene behandelt. Das Zentrum bietet eine ärztliche Grundversorgung, Krankheitsprävention und freiwillige Tests. HIV/AIDS-Infizierte erhalten Beratungen und Medikamente. Alle Angebote stehen der Gemeinde offen und richten sich an notleidende Menschen, die sich sonst keine Behandlung leisten könnten.

Bis zu 120 Kinder aus der Region, die nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, finden in zw√∂lf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M√ľttern f√ľrsorglich betreut. Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen den SOS-Kindergarten in Siteki zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.

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