SOS-Kinderdorf Mthatha

S√ľdafrika ist auch heute noch ein zutiefst geteiltes Land. In den Townships sind die Folgen der Apartheid, der Zwangsumsiedlungen an den Stadtrand und die soziale Ausgrenzung deutlich sp√ľrbar und gef√§hrden die Zukunftschancen der Kinder. Die Mehrheit der Bev√∂lkerung des Ostkaps lebt in Armut.

Folgen der Apartheid gefährden die Zukunftschancen zahlreicher Kinder


Kinder spielen im Garten (Foto: SOS-Archiv)
Mthatha liegt in der Provinz Ostkap im Bezirk Oliver Tambo n√∂rdlich der Provinzhauptstadt Bisho. Der fr√ľhere Staatspr√§sident Nelson Mandela stammt aus einem kleinen Dorf nicht weit von Mthatha entfernt. Die Stadt hat etwa 150 000 Einwohner und ist das wichtigste urbane Zentrum f√ľr die rund 1,5 Millionen Bewohner der Region.

Die Infrastruktur von Mthatha ist stark √ľberlastet: das Abwassersystem bricht h√§ufig zusammen, so dass ungekl√§rte Abw√§sser in die Fl√ľsse gelangen und die Gesundheit der lokalen Bev√∂lkerung gef√§hrden. Viele Stra√üen sind voller Schlagl√∂cher und in schlechtem Zustand, der Verkehr stellt ein gro√ües Sicherheitsrisiko dar. In Mthatha bieten zahlreiche Bakkie-Taxen ihre Dienste an, und es wimmelt von Stra√üenh√§ndlern, die Kleinwaren verkaufen.

Die Armutsraten sind sehr hoch - sch√§tzungsweise zwei Drittel der Bev√∂lkerung k√∂nnen sich nicht einmal mit dem N√∂tigsten versorgen, haben weder ausreichend Nahrung noch Zugang zu medizinischer Versorgung. Die regionale Wirtschaft belegt das soziale Gef√§lle und die Rassentrennung: die schwarzen Bewohner von Mthatha – 96 Prozent der lokalen Bev√∂lkerung – haben ein wesentlich geringeres durchschnittliches Jahreseinkommen, und die gro√üen Firmen sind √ľberwiegend in den H√§nden von Wei√üen oder Indern.

Die meisten Menschen arbeiten auf dem informellen Sektor. Tausende Stra√üenh√§ndler preisen ihre Waren an, verkaufen Fr√ľchte und Gem√ľse und bieten √Ąnderungsdienste oder Friseurleistungen an. Gesch√§tzte 86 Prozent sind Frauen, da viele M√§nner auf der Suche nach Arbeit in andere Region gezogen sind und die Frauen sich alleine um die Familie k√ľmmern m√ľssen. Da es zu wenige Kinderbetreuungseinrichtungen gibt, m√ľssen viele Frauen selbst kleine Kinder mit zur Arbeit nehmen. Diese Frauen k√§mpfen jeden Tag ums √úberleben: √ľber 60 Prozent von ihnen verdienen weniger als 500 Rand (61 US-Dollar) pro Monat.

Zunehmend erschwerte Lebensbedingungen

Der Bezirk Oliver Tambo geh√∂rt zu den √§rmsten Gegenden S√ľdafrikas. Die Arbeitslosenrate von 77 Prozent ist auf dem Land noch h√∂her, es mangelt an Zugang zur Grundversorgung. 35 Prozent aller l√§ndlichen Haushalte sind l√§nger als eine Stunde zum n√§chsten Krankenhaus unterwegs; die Anfahrt verschlingt bis zu zehn Prozent ihrer monatlichen Einkommens. Der Zugang zu Bildung ist aus den gleichen Gr√ľnden eingeschr√§nkt. Mehr als 60 Prozent der lokalen Bev√∂lkerung k√∂nnen weder lesen noch schreiben. Das SOS-Sozialzentrum in Mthatha leitet ein Familienst√§rkungsprogramm, um notleidende Familien zu identifizieren und zu unterst√ľtzen.

Unsere Arbeit in Mthatha


Im Computerraum der Grundschule (Foto: SOS-Archiv)
Das SOS-Kinderdorf Mthatha wurde im Jahr 1997 eröffnet.

Familienst√§rkung: Das SOS-Sozialzentrum leitet heute Unterst√ľtzungsma√ünahmen f√ľr die notleidende Bev√∂lkerung. Wir stellen sicher, dass Kinder Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung erhalten. Unsere besondere Unterst√ľtzung gilt Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind, und wir f√ľhren Aufkl√§rungs- und Pr√§ventionskampagnen zu HIV/AIDS durch. Dar√ľber hinaus helfen wir notleidenden Familien beispielsweise durch die √úbernahme von Schulgeb√ľhren oder die Bereitstellung von Schuluniformen. Zus√§tzlich bieten wir Beratungen und psychologischen Beistand, helfen Eltern bei der Einkommensf√∂rderung und versuchen Familien vor der Zerr√ľttung zu bewahren, damit Kinder in einem liebevollen Zuhause aufwachsen k√∂nnen.

Betreuung in Familien: Bis zu 130 Kinder aus der Region, die nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, finden in 13 SOS-Familien in Mthatha ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M√ľttern f√ľrsorglich betreut.

Bildung: Die Kinder besuchen den Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde, schlie√üen Freundschaften und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. In der Grundschule werden Sch√ľlerInnen aus dem Kinderdorf, dem Familienst√§rkungsprogramm und der Nachbarschaft unterrichtet.



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