SOS-Kinderdorf Makeni

Schon vor der Ebola-Epidemie litten die Menschen der Nordprovinz von Sierra Leone an den Folgen der langen Jahre der Gewalt. Tausende Familien wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Unz├Ąhlige Kinder haben ihre Eltern verloren oder sind von ihren Familien getrennt worden. Nicht alle haben bislang ein neues liebevolles Zuhause gefunden. Wegen des Ebola-Ausbruchs haben noch viel mehr Kinder ihre elterliche F├╝rsorge verloren.

 

Mangel an Schutz und Unterst├╝tzung f├╝r gef├Ąhrdete Kinder


Kleiner Junge vor seinem Zuhause in Makeni (Foto: SOS-Archiv)

Makeni ist die gr├Â├čte und wichtigste Stadt im Norden von Sierra Leone und hat ├╝ber 100 000 Einwohner. Die Nordprovinz ist ├╝berwiegend landwirtschaftlich gepr├Ągt, die meisten Menschen leben von der Subsistenzwirtschaft. In Makeni arbeiten die meisten Bewohner auf dem informellen Sektor, verkaufen beispielsweise Kleinwaren auf der Stra├če. Die allgemeinen Lebensbedingungen sind hier im Norden des Landes extrem schwierig. Nur etwa 30 Prozent aller Haushalte haben Zugang zu sauberem Trinkwasser, lediglich zehn Prozent zu sanit├Ąren Einrichtungen und nur zwei Prozent eine Stromversorgung. Die Ebola-Epidemie hat alles noch schwieriger gemacht, da die Preise von Basisproduckten gestiegen sind und Erwachsene keinen Lebensunterhalt verdienen k├Ânnen.

In der Region gibt es zahlreiche gef├Ąhrdete Kinder. Dazu z├Ąhlen Kinder, die von ihren Eltern getrennt worden sind, die in zerr├╝tteten Familien aufwachsen und nicht einmal mit dem N├Âtigsten versorgt werden, die an HIV/AIDS erkrankt sind, die gef├Ąhrliche Arbeiten verrichten m├╝ssen, Stra├čenkinder und Kinder mit Behinderungen. Da Makeni in besonderem Ausma├č vom B├╝rgerkrieg in Mitleidenschaft gezogen wurde, haben viele Kinder ihre Eltern durch den Konflikt verloren. Kinder ohne elterliche F├╝rsorge sind extrem gef├Ąhrdet und werden h├Ąufig schlecht behandelt, selbst wenn sie bei der Gro├čfamilie aufwachsen. Sie werden zu harter Arbeit gezwungen, sexuell missbraucht, vernachl├Ąssigt oder benachteiligt und erhalten wenig Liebe, Aufmerksamkeit und F├╝rsorge.

M├Ądchen, die keine Eltern mehr haben, leiden ganz besonders unter Vorurteilen und Diskriminierung. Auch wenn sie schwere Hausarbeit verrichten, gilt ihre Erziehung im Vergleich zu Jungen als schwierig, unter anderem aufgrund der Angst vor fr├╝hen Schwangerschaften.
 

Empowerment durch Bildung


Bildung ist die entscheidende Voraussetzung daf├╝r, dass Kinder den Armutszyklus durchbrechen und sich als Erwachsene selbst versorgen k├Ânnen. Eine Studie von SOS-Kinderdorf belegt, dass gef├Ąhrdete Kinder seltener eingeschult werden und ihre Schulabbruchsrate doppelt so hoch ist. Die meisten brechen die Schule ab, weil ihre Familien in Not leben und sie daher arbeiten m├╝ssen.

M├Ądchen bleiben aus verschiedenen Gr├╝nden dem Unterricht fern - sie werden fr├╝h verheiratet, schwanger oder m├╝ssen j├╝ngere Geschwister versorgen. Dar├╝ber hinaus sind M├Ądchen traditionell f├╝r den Haushalt zust├Ąndig; die Jungen werden eher zur Schule geschickt.

Unsere Arbeit in Makeni
 


Im Jahr 2008 gewann das SOS-Kinderdorf Makeni den NGO of the Year Award (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Makeni wurde im Jahr 2007 angesichts der Vielzahl notleidender Kinder in der Region er├Âffnet. Makeni war im B├╝rgerkrieg eine Hochburg der Rebellen und leidet nach wie vor an den langfristigen Folgen der Gewalt.

Bis zu 120 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen k├Ânnen, finden in zw├Âlf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M├╝ttern f├╝rsorglich betreut.

Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde. Dadurch schlie├čen sie Freundschaften und sind bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Im Kindergarten werden rund 160 Kinder betreut.

Etwa 300 Sch├╝lerInnen aus dem Kinderdorf und der Gemeinde werden in der SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule unterrichtet. Dieses Angebot leistet einen wichtigen Beitrag zur regionalen Bildung, da viele Kinder sonst keine M├Âglichkeit h├Ątten, eine Schule zu besuchen.

W├Ąhrend der Ebola -Epidemie im Jahr 2014, hat SOS-Kinderdorf daf├╝r gesorgt, dass die Kinder in unserer Obhut gesund blieben. Die Kinder sind im Dorf geblieben und lernten dort mit speziell ausgebildeten Lehrer und Lehrerinnen. Die SOS-Kinderdorf Schule und der Kindergarten wurden geschlossen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Wir liefern Nahrung, Schutzausr├╝stungen und Desinfektionsmittel an die ├Ârtlichen Familien.
 

 

Werden Sie jetzt SOS-Pate!


Teaser-klein-2


Mit 1 Euro am Tag schenken Sie einem Kind in Not ein liebevolles Zuhause. Dar├╝ber hinaus erm├Âglichen Sie Ihrem Patenkind eine Schulausbildung und damit die Chance seinen Berufswunsch zu erf├╝llen. Werden Sie jetzt SOS-Pate!

/* pageName= Makeni pagePrefix= breadCrumb=So hilft SOS / Wo wir helfen / Afrika / Sierra Leone / Makeni mainDomain=sos-kinderdorf.at langIdentifier=AT,de */