SOS-Kinderdorf Freetown

Schon vor der Ebola-Epidemie und mehr als zehn Jahre nach dem Ende des B√ľrgerkrieges lebten zahlreiche Kinder und junge Menschen in der Landeshauptstadt unter √§u√üerst prek√§ren Bedingungen. Viele Kinder gehen nicht zur Schule, und ihre Rechte werden h√§ufig missachtet.

F√ľr junge Menschen in Freetown ist es sehr schwierig, sich eine Existenz aufzubauen

Gl√ľcklich, in der Schule sein zu k√∂nnen (Foto: C. Ladavicius)
Bevor die Ebola-Epidemie alle Aspekte des Lebens in Sierra Leone betroffen hat, sind Mädchen zur SOS-Kinderdorf Schule gegangen (Foto: C. Ladavicius)

Freetown ist die Landeshauptstadt und mit √ľber einer Million Einwohnern auch die gr√∂√üte Stadt von Sierra Leone. W√§hrend des B√ľrgerkrieges hatten gesch√§tzte zwei Millionen Menschen ihre H√§user und ihre Lebensgrundlage verloren. Das Armutsniveau ist extrem hoch, die Ungleichverteilung des Wohlstands stark ausgepr√§gt. Die Ebola-Epidemie hat alles noch schwieriger gemacht, da die Preise f√ľr Basisprodukte gestiegen sind. Aufgrund der schwierigen sozio√∂konomischen Bedingungen schicken viele Eltern ihre Kinder zur Arbeit, damit sie zum Haushaltseinkommen beitragen. Im Jahr 2010 mussten gesch√§tzte 48 Prozent aller Kinder zwischen f√ľnf und 14 Jahren in Sierra Leone Kinderarbeit verrichten.

Auch Fr√ľhehen sind weit verbreitet: knapp 20 Prozent aller M√§dchen unter 15 Jahren und 48 Prozent aller jungen Frauen unter 18 Jahren sind bereits verheiratet; 40 Prozent der M√§dchen werden zum ersten Mal Mutter, bevor sie vollj√§hrig sind, und die Geburtenrate ist hoch. Die Alphabetisierungsrate ist sehr niedrig: nur etwa 68 Prozent der M√§nner und knapp 48 Prozent der Frauen zwischen 15 und 24 Jahren k√∂nnen lesen und schreiben. Obwohl einige Schulen wieder aufgebaut worden sind und keine Schulgeb√ľhren erhoben werden, k√∂nnen sich viele Familien die Nebenkosten wie Schuluniformen oder Unterrichtsmaterialien nicht leisten. In vielen Schulen herrscht dar√ľber hinaus Mangel an Lehrpersonal. Mitte 2014 verschlechterte sich die Situation, da Schulen geschlossen wurden, um die Ausbreitung des Ebola-Virus zu verhindern.
 

Ganzheitliche und nachhaltige Unterst√ľtzung f√ľr die lokale Gemeinde

Das SOS-Kinderdorf Freetown wurde 1974 als erstes Kinderdorf in Sierra Leone und eines der ersten SOS-Programme in ganz Afrika er√∂ffnet. Unsere Arbeit passte sich im Lauf der Zeit stetig an die Bedingungen vor Ort an. W√§hrend des B√ľrgerkrieges leisteten wir dringend notwendige Soforthilfe. Tausende Familien mussten ihre H√§user verlassen; zeitweise suchten 2000 Fl√ľchtlinge Schutz im SOS-Kinderdorf Freetown.

Im Jahr 1999 startete SOS-Kinderdorf ein Soforthilfeprogramm f√ľr einige einen Teil der 30 000 Menschen, die vor Stra√üenk√§mpfen ins Stadion von Freetown geflohen waren. SOS-Mitarbeiter verteilten Medikamente, Nahrung, Kleidung, Decken und Zelte. Seit einigen Jahren ist die Lage in Freetown relativ stabil und sicher, aber der Wiederaufbau von Stra√üen, der Wasser- und Abwasserversorgung sowie der des Gesundheitssektors wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die SOS-Sozialzentren in Freetown bieten heute Familienst√§rkungsprogramme f√ľr die lokale Bev√∂lkerung und Hilfsangebote f√ľr Stra√üenkinder.

Unsere Arbeit in Freetown

Frauen aus der Gemeinde erhalten N√§hmaschinen, damit sie f√ľr ihr eigenes Einkommen sorgen k√∂nnen (Foto: O. Touray)
Frauen aus der Gemeinde erhalten N√§hmaschinen, damit sie f√ľr ihr eigenes Einkommen sorgen k√∂nnen (Foto: O. Touray)

Bis zu 140 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen k√∂nnen, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M√ľttern f√ľrsorglich betreut. Zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde besuchen sie den SOS-Kindergarten. Hier schlie√üen sie erste Freundschaften und sind bereits von klein auf gut in ihre Umgebung integriert. Etwa 1050 Sch√ľlerinnen und Sch√ľlerbesuchen die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule (Grund- und Sekundarschule) in Freetown.

Unser SOS-Familienprogramm versorgt notleidenden Familien mit Nahrungsmitteln, Kleidung und medizinischer Versorgung. Ziel ist es, betroffenen Familien dabei zu helfen, wirtschaftlich selbst auf eigenen Beinen zu stehen und selbst f√ľr ihre Kinder sorgen zu k√∂nnen.

Dar√ľber hinaus gibt es in Freetown ein in der Region einzigartiges Sozialzentrum f√ľr Kinder mit besonderen Bed√ľrfnissen. Kinder mit verschiedenen k√∂rperlichen Behinderungen werden dort von ausgebildeten Spezialisten betreut damit sie sp√§ter ein selbst√§ndiges Leben f√ľhren k√∂nnen.
Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren, k√∂nnen in die betreuten SOS-Jugendwohngemeinschaften ziehen. Begleitet durch qualifizierte Fachkr√§fte bereiten sie sich auf ein Leben in Selbst√§ndigkeit vor und erhalten Unterst√ľtzung bei der Suche nach Arbeit oder einem Ausbildungsplatz.

2014 beginnen umfangreiche Renovierungs- und Erneuerungsarbeiten im SOS-Kinderdorf Freetown.

W√§hrend der Ebola -Epidemie im Jahr 2014, hat SOS-Kinderdorf daf√ľr gesorgt, dass die Kinder in unserer Obhut gesund blieben. Die Kinder sind im Dorf geblieben und lernten dort mit speziell ausgebildeten Lehrer und Lehrerinnen. Die SOS-Kinderdorf Schule und der Kindergarten wurden geschlossen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Wir liefern Nahrung, Schutzausr√ľstungen und Desinfektionsmittel an die √∂rtlichen Familien.
 



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