SOS-Kinderdorf Dar Bouazza

Marokko hat seine Bem├╝hungen zur Verbesserung der Menschenrechtssituation verst├Ąrkt, und es sind bereits erste Erfolge zu verzeichnen. Dennoch leben Tausende Familien nach wie vor unter ├Ąu├čerst prek├Ąren Bedingungen.

Casablanca ist eine zutiefst geteilte Stadt


Im Kindergarten (Foto: L. Slaats)

Casablanca liegt an der Atlantikk├╝ste Marokkos und hat etwa 3,9 Millionen Einwohner. Hier steht die weltweit f├╝nftgr├Â├čte Moschee, in der 25 000 Gl├Ąubige Platz finden. Die Stadt ist voller Kontraste: w├Ąhrend in der N├Ąhe des Hafens malerische Str├Ąnde und Luxusvillen zahlreiche Touristen anlocken, ist das Stadtzentrum von sogenannten „Bidonvilles“ umgeben – Elendsvierteln, die in den 1920er Jahren entstanden sind. Im Zuge der Industrialisierung kamen viele Migranten aus den l├Ąndlichen Gebieten in die Stadt, um in den Fabriken Arbeit zu finden.

Im Jahr 2004 wurde das Regierungsprogramm „Villes sans Bidonvilles“ (St├Ądte ohne Slums) ins Leben gerufen, um die Lebensbedingungen von 293 000 Haushalten in 83 marokkanischen St├Ądten und Gemeinden zu verbessern. In den Bidonvilles von Casablanca leben gesch├Ątzte 490 000 Menschen unter prek├Ąren Bedingungen, meist ohne flie├čendes Wasser oder sanit├Ąre Einrichtungen.

Das Leben in diesen illegalen Siedlungen ist hart: in den beengten Verh├Ąltnissen geh├Âren Drogen, Prostitution, Verbrechen und famili├Ąre Zerr├╝ttung zum t├Ąglichen Leben. Kinder, die unter solchen Bedingungen aufwachsen, haben kaum eine Chance, den Armutszyklus zu durchbrechen. Ihr Leben ist von Gewalt und Unsicherheit gepr├Ągt. Dar├╝ber hinaus werden Slumkinder von der Gesellschaft stigmatisiert. Sie leiden an einem gest├Ârten Selbstwertgef├╝hl und haben nur wenig Aussicht auf eine bessere Zukunft.

Unterst├╝tzung f├╝r Familien, damit sie den Armutszyklus durchbrechen k├Ânnen

Aufgrund der gro├čen Armut zahlreicher Familien ist auch die Kinderarbeit in Marokko ein ernstes Problem. Viele Haushalte k├Ânnen ohne den finanziellen Beitrag ihrer Kinder schlichtweg nicht ├╝berleben. Im schlimmsten Fall verkaufen Eltern ihre Kinder an wohlhabende Familien, besonders M├Ądchen, die dann unter sklaven├Ąhnlichen Bedingungen als Haushaltshilfen arbeiten m├╝ssen.

Andere Kinder arbeiten im Handwerk, kn├╝pfen Teppiche oder verkaufen Kleinwaren an Touristen.
Die Rechte der Kinder werden nicht nur aufgrund der Armut missachtet; es herrscht auch ein mangelndes Problembewusstsein. Die Kinderarbeit ist in dieser Region in einigen Teilen der Bev├Âlkerung nach wie vor gesellschaftlich akzeptiert, und es bedarf weiterer Sensibilisierungs- und Aufkl├Ąrungsma├čnahmen zum Schutz der Kinderrechte.

Unsere Arbeit in Casablanca


Lachende Kinder (Foto: S. Houalet)

SOS-Kinderdorf begann seine T├Ątigkeit in Dar Bouazza etwa 25 km westlich des Zentrums von Casablanca im Jahr 2000.

Betreuung in Familien: Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen k├Ânnen, finden in drei SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M├╝ttern f├╝rsorglich betreut. In einigen unserer SOS-Familien, k├╝mmern sich zwei SOS-M├╝tter um die Kinder in Schichtdienst (Tag- und Nachtschicht). W├Ąhrend der Sto├čzeiten in der Fr├╝h und nach der Schule arbeiten sie beide zusammen.
Die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf besuchen die Kinderg├Ąrten und Schulen gemeinsam mit den Kindern aus der Gemeinde und sind daher von klein auf gut in ihre Umgebung integriert.

Unterst├╝tzung junger Menschen: Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren m├Âchten, k├Ânnen in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms nach Casablanca ziehen. Andere junge Leute wohnen in Familien, entweder in Pflegefamilien, oder wenn m├Âglich, in ihren leiblichen Familien. Mit der Unterst├╝tzung qualifizierter Fachkr├Ąfte k├Ânnen sie ihre Zukunft planen, Verantwortung ├╝bernehmen lernen und sich auf ein Leben in Selbst├Ąndigkeit vorbereiten.

Unterst├╝tzung junger Menschen mit besonderen Bed├╝rfnissen: Seit 2002 bieten wir spezielle Betreuung f├╝r junge Menschen mit besonderen Bed├╝rfnissen, die in unserer Obhut aufgewachsen sind. Sie leben zusammen und erhalten Therapie und eine Berufsausbildung. Wir helfen ihnen, bis sie in der Lage sind, unabh├Ąngig zu leben.

 



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