SOS Kinderdorf Ngabu

Malawi zĂ€hlt zu den am wenigsten entwickelten LĂ€ndern der Welt. In den entlegenen lĂ€ndlichen Gebieten wie Ngabu ist das Leben besonders hart: es gibt nur selten Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitĂ€ren Einrichtungen und zu wenige Schulen. Kinder, die vom Verlust der elterlichen FĂŒrsorge bedroht sind oder ihre Eltern bereits verloren haben, sind in besonderem Maße gefĂ€hrdet.

Ngabu zÀhlt zu den Àrmsten Gegenden von Malawi


Kinder erkunden den ganz neuen SOS-Kindergarten in Ngabu (Foto: SOS-Archiv)


Das SOS-Kinderdorf Ngabu liegt im SĂŒden Malawis im Landkreis Chikwawa. Die Lebensbedingungen der Kinder zĂ€hlen zu den hĂ€rtesten des ganzen Landes. Die Region hat extrem hohe Armutsraten zu verzeichnen. Die meisten Familien leben von der Subsistenzwirtschaft. Etwa 15 Prozent aller Kinder unter 18 Jahren haben beide Eltern und 11 Prozent ein Elternteil verloren.

FĂŒr die lokale Bevölkerung stehen nur wenige infrastrukturelle Angebote zur VerfĂŒgung: es mangelt an Schulen, und die Gesundheitszentren sind schlecht ausgestattet. Die Zahl der HIV/AIDS-Infizierten ist im Anstieg begriffen. Immer mehr Kinder leiden an den Folgen der Epidemie. Wenn die Erwachsenen nicht lĂ€nger arbeiten können, mĂŒssen hĂ€ufig die Kinder die Verantwortung fĂŒr sich und ihre Eltern ĂŒbernehmen. In der Vergangenheit sorgte meist die Großfamilie fĂŒr Kinder ohne elterliche FĂŒrsorge, aber aufgrund des steigenden Armutsniveaus sind diese Sicherheitsnetze zusammengebrochen. Zahlreiche Kinder mĂŒssen die Schule abbrechen, um fĂŒr ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Malawi hat eine hohe Rate an Kinderarbeit zu verzeichnen: etwa 37 Prozent der Kinder zwischen fĂŒnf und 14 Jahren mĂŒssen arbeiten. Wenn diese Kinder keine Hilfe bekommen, werden sie hĂ€ufig zur Prostitution gezwungen, wodurch ihr Infektionsrisiko weiter steigt.

Junge Menschen haben nur selten die Chance auf einen guten Start ins Leben. HĂ€ufig haben sie keine ausreichende Bildung erhalten: in der Region besuchen nur sieben Prozent aller Kinder im schulpflichtigen Alter eine Sekundarschule. Auch der Zugang zu beruflicher Bildung ist Ă€ußert begrenzt. Viele junge Menschen ziehen auf der Suche nach BeschĂ€ftigungsmöglichkeiten in die StĂ€dte des Landes, aber ohne Bildung finden sie auch dort immer seltener eine Arbeit.
 

Sicherheitsnetze fĂŒr Familien und Kinder in Not

Die Gemeindeverwaltung hat die Notwendigkeit erkannt, die LebensumstĂ€nde der Kinder in der Region zu verbessern. In enger Zusammenarbeit mit den zustĂ€ndigen Behörden, kommunalen EntscheidungstrĂ€gern und der Gemeinde hat unsere Organisation vor Ort eine Bedarfsanalyse durchgefĂŒhrt. In dieser Region, in der so viele Kinder vom Verlust der elterlichen FĂŒrsorge bedroht sind, ist die UnterstĂŒtzung gefĂ€hrdeter Familien dringend erforderlich, und es herrscht dringender Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten fĂŒr Kinder, die schutzlos zurĂŒckgeblieben sind.

Auch das niedrige Bildungsniveau gibt Anlass zur Sorge: nur etwa die HĂ€lfte aller Kinder im schulpflichtigen Alter wird tatsĂ€chlich eingeschult. Die Schulabbruchsrate ist bei MĂ€dchen und Kindern, die vom Verlust der elterlichen FĂŒrsorge bedroht sind oder sie bereits verloren haben, besonders hoch. Viele Kinder mĂŒssen weite FußmĂ€rsche zurĂŒcklegen, um zur nĂ€chsten Schule zu gelangen. Die QualitĂ€t des Unterrichts leidet darunter, dass die Klassen im Durchschnitt mehr als 130 Kinder umfassen.
 

Unsere Arbeit in Ngabu


Kinder in unserer Obhut haben Spaß zusammen (Foto: SOS-Archiv)

FamilienstĂ€rkung Das SOS-Kinderdorf Ngabu leitet eine Reihe von Programmen fĂŒr die UnterstĂŒtzung der lokalen Bevölkerung. Wir versuchen, etwa 2000 gefĂ€hrdete Menschen zu erreichen. Im SOS-FamilienstĂ€rkungsprogramm werden Familien aus der lokalen Bevölkerung betreut, die von ZerrĂŒttung bedroht sind. Wir arbeiten direkt mit den Familien und Gemeinden zusammen, damit sie weiter fĂŒr ihre Kinder sorgen können. Wir sichern Kindern den Zugang zu Nahrung und medizinischer Versorgung und unterstĂŒtzen Eltern beim Erwerb einkommensschaffender Fertigkeiten. Bei Bedarf können Familien Beratungen in Anspruch nehmen. Unsere besondere UnterstĂŒtzung gilt Familien, die an HIV/AIDS leiden.

Betreuung in SOS-Kinderdorf-Familien Kinder aus der Region, die nicht lĂ€nger bei ihren Eltern leben können, finden in 15 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-MĂŒttern fĂŒrsorglich betreut.

UnterstĂŒtzung junger Menschen Ältere Kinder wechseln in das SOS-Jugendprogramm und werden weiter von ausgebildeten FachkrĂ€ften unterstĂŒtzt. Im SOS-Berufsbildungszentrum, das auch der lokalen Bevölkerung offen steht, können sie eine Berufsausbildung absolvieren.

Bildung: Kinder besuchen den SOS-Kindergarten und die Grundschule. Der Kindergarten bietet bis zu 90 Kindern im Vorschulalter eine qualitative Tagesbetreuung. In der Grundschule erhalten bis zu 640 SchĂŒlerInnen eine Chance auf Bildung.

 


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