SOS-Kinderdorf Juah Town

Liberia hat die schlimmsten Zeiten der Gewalt hinter sich. Das Land ist im Wiederaufbau einer friedlichen Gesellschaft begriffen. Die Folgen des jahrzehntelangen B√ľrgerkriegs sind jedoch nach wie vor sichtbar und sp√ľrbar - zahlreiche Kinder sind extrem gef√§hrdet.

SOS-Kinderdorf Juah Town und seine turbulente Geschichte

Kinder in unserer Obhut können in einer sicheren Umgebung aufwachsen - sie spielen und gehen in die Schule mit ihren Freunden (Foto: C. Ladavicius).
Kinder in unserer Obhut können in einer sicheren Umgebung aufwachsen - sie spielen und gehen in die Schule mit ihren Freunden (Foto: C. Ladavicius).

Das SOS-Kinderdorf Juah Town liegt in der Provinz Grand Bassa und ist etwa 40 km von Buchanan, der drittgr√∂√üten Stadt des Landes, entfernt. Liberia erholt sich langsam von mehr als zwei Jahrzehnten des B√ľrgerkriegs, der 250 000 Todesopfer gefordert und die Wirtschaft des Landes v√∂llig zerst√∂rt hatte. SOS-Kinderdorf war eine der wenigen Hilfsorganisationen, die w√§hrend des Krieges im Land geblieben waren.

Die Geschichte des SOS-Kinderdorfes war sehr turbulent und schwierig: der Bau hatte bereits 1989 begonnen, aber als sich der Krieg auf das Landesinnere ausdehnte, war Juah Town nicht mehr sicher, und der Betrieb konnte nicht aufgenommen werden. In den Folgejahren war das Kinderdorf von Soldaten der Miliz besetzt. Im Jahr 2000 konnten nach einer Generalsanierung die ersten Kinder in die Familienh√§user ziehen. Aufgrund der schweren K√§mpfe und der prek√§ren Situation in der Region musste das Kinderdorf 2003 erneut evakuiert werden. Die Kinder und SOS-MitarbeiterInnen zogen in das SOS-Kinderdorf Monrovia und waren dort bis zum Ende des B√ľrgerkrieges in Sicherheit.

Im Jahr 2003 wurden in Liberia Friedensverhandlungen aufgenommen, und 2005 fanden demokratische Wahlen statt. Das SOS-Kinderdorf Juah Town konnte im selben Jahr seine Tore wieder √∂ffnen und unterst√ľtzt seither ohne Unterbrechung die lokale Bev√∂lkerung und gef√§hrdete Kinder in der Region. In einem historischen Urteil wurde der Kriegsherr und fr√ľhere Pr√§sident Charles Taylor 2012 vom Internationalen Gerichtshof wegen Kriegsverbrechen verurteilt.

Ganzheitliche und nachhaltige Unterst√ľtzung f√ľr alle Mitglieder der Gemeinde

Heute herrscht in den Gemeinden der Provinz Grand Bassa ein gro√üer Bedarf an Unterst√ľtzung. Kinder sind nach wie vor in h√∂chstem Ma√üe gef√§hrdet. Die Arbeitslosen- und Armutsraten haben in Liberia einen H√∂chststand erreicht. Zahlreiche Kinder erwartet ein Leben in Armut. Tausende Kinder sterben in der Provinz Grand Bassa jedes Jahr an Malaria. 20 Prozent aller Todesf√§lle von Kindern sind auf vermeidbare Krankheiten wie Durchfall und Cholera zur√ľckzuf√ľhren. W√§hrend des Krieges war ein Gro√üteil der Infrastruktur des Landes zerst√∂rt worden. Schulen und Krankenh√§user befinden sich in einem erb√§rmlichen Zustand. Bis zu 81 Prozent der M√§dchen und jungen Frauen k√∂nnen weder lesen noch schreiben. Viele Kinder haben in ihrem bisherigen Leben mehr Krieg und Gewalt als friedliche Jahre erlebt. Die Folgen sind Traumata, Alptr√§ume, emotionale Probleme und Angstzust√§nde.

Seit dem Jahr 2010 werden bis zu 700 Menschen aus der lokalen Bev√∂lkerung durch das Familienst√§rkungsprogramm des SOS-Sozialzentrums in Juah Town beg√ľnstigt. Wir stellen sicher, dass Familien Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und materiellen Hilfen erhalten. Das Zentrum bietet eine Tagesbetreuung f√ľr die Kinder erwerbst√§tiger Eltern, Qualifizierungen f√ľr Erwachsene, damit sie eine Arbeit finden und sich selbst versorgen k√∂nnen, psychologischen Beistand sowie Informationen √ľber Hygiene und Ern√§hrung. Notleidende Familien bekommen solange Nahrungsmittelhilfe, bis sie auf eigenen F√ľ√üen stehen k√∂nnen. Die Krankenschwestern im Sozialzentrum sind f√ľr die Diagnose und Behandlung von Malaria ausgebildet. Das Familienst√§rkungsprogramm hat zahlreichen Familien geholfen, mehr Sicherheit und Stabilit√§t zu gewinnen.

Unsere Arbeit in Juah Town

Kinder haben einen guten Start in ihrer Schulbildung im SOS-Kindergarten (Foto: C. Ladavicius).
Kinder haben einen guten Start in ihrer Schulbildung im SOS-Kindergarten (Foto: C. Ladavicius).

Bis zu 120 Kinder aus Grand Bassa County, die nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, finden in zw√∂lf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M√ľttern f√ľrsorglich betreut.

Die Kinder aus dem Kinderdorf besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde und dem Familienstärkungsprogramm, schließen Freundschaften und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.

In den SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen in Juah Town werden √ľber 300 Sch√ľlerInnen aus dem Kinderdorf und der Gemeinde in der Prim√§r- und Sekundarstufe unterrichtet. Dadurch erhalten viele Kinder eine Bildung, deren Eltern sich ihren Schulbesuch sonst nicht leisten k√∂nnten.
 

Werden Sie jetzt SOS-Pate!


Teaser-klein-2


Mit 1 Euro am Tag schenken Sie einem Kind in Not ein liebevolles Zuhause. Dar√ľber hinaus erm√∂glichen Sie Ihrem Patenkind eine Schulausbildung und damit die Chance seinen Berufswunsch zu erf√ľllen. Werden Sie jetzt SOS-Pate!

/* pageName= Juah Town pagePrefix= breadCrumb=So hilft SOS / Wo wir helfen / Afrika / Liberia / Juah Town mainDomain=sos-kinderdorf.at langIdentifier=AT,de */