SOS-Kinderdorf Assomada

SOS-Kinderdorf unterst√ľtzt seit den 1980er Jahren Kinder ohne elterliche F√ľrsorge auf den Kapverdischen Inseln. Obwohl sich die Lebensbedingungen der Bev√∂lkerung stetig verbessert haben, sind die Rechte der Kinder und Frauen nach wie vor √§u√üerst gef√§hrdet.

Nicht alle Bewohner dieses Handelszentrums profitieren vom Wirtschaftswachstum


Kleines Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf (Foto: C. Ladavicius).
Das SOS-Kinderdorf Assomada liegt im Herzen von S√£o Tiago - der gr√∂√üten Insel der Kapverden – etwa 64 km n√∂rdlich der Hauptstadt Praia. Assomada hat √ľber 12 000 Einwohner und liegt auf einem Hochplateau in einer von Bergen umgebenen landwirtschaftlichen Region.

In Assomada befindet sich einer der gr√∂√üten und wichtigsten M√§rkte des Landes. Viele Anbauprodukte aus der Region werden hier angeboten; dadurch ist die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum geworden. Assomada hat eine Grund- und eine Sekundarschule, eine technische Berufsschule und eine Universit√§t. In j√ľngster Zeit sind viele Menschen auf der Suche nach Arbeit aus den ganzen Kapverden nach Assomada gezogen.

Die meisten Menschen in der Region leben vom Ackerbau. Aufgrund des Mangels an nat√ľrlichen Ressourcen, der h√§ufigen D√ľrren und der geringen Produktivit√§t sind die Kapverden nach wie vor auf Nahrungsmittelimporte und internationale Hilfen angewiesen. Da derzeit mehr Kapverdier im Ausland als auf den Inseln selbst leben, leisten die Geldsendungen von Verwandten aus dem Ausland einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaft.

Die Kapverden haben 1992 die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert. Dennoch haben sich die Vereinten Nationen besorgt √ľber die weit verbreitete Praxis der k√∂rperlichen Z√ľchtigung in Familien und Schulen, den sexuellen Missbrauch von Minderj√§hrigen, Kindesvernachl√§ssigung und Kindesmisshandlung, die Zahl der Stra√üenkinder und das Ausma√ü der Kinderarbeit ge√§u√üert. Da Frauen traditionell f√ľr die Kindeserziehung verantwortlich sind, m√ľssen ihre Rechte ebenfalls gesch√ľtzt werden. Die UN hat auch Kritik an der Gewalt gegen Frauen - darunter h√§usliche Gewalt und sexuelle Bel√§stigung – ge√ľbt und festgestellt, dass Frauen besonders h√§ufig an Armut leiden, allen voran frauengef√ľhrte Haushalte, arbeitslose Frauen, Frauen mit niedrigem Bildungsniveau und Bewohnerinnen der l√§ndlichen Regionen.

Nachhaltige und ganzheitliche Unterst√ľtzung f√ľr die Schw√§chsten der Gesellschaft

Als SOS-Kinderdorf seine T√§tigkeit auf den Kapverden aufnahm, gab es einen gro√üen Mangel an Bildungseinrichtungen. Daher wurden kleine Schulen in entlegenen l√§ndlichen Gebieten und eine Grundschule in Praia errichtet. In der Zwischenzeit wurde die Verwaltung der Schulen an die lokalen Beh√∂rden √ľbergeben, und SOS-Kinderdorf kann sich auf die Unterst√ľtzung von Familien konzentrieren. Die SOS- Familienst√§rkungsprogrammen unterst√ľtzen der lokalen Bev√∂lkerung. Unser Angebot zielt darauf ab, die Not der Bev√∂lkerung zu lindern und Familien zu unterst√ľtzen, damit Kinder besch√ľtzt und versorgt werden k√∂nnen. Die Zentren bieten Gesundheitsberatung und psychologischen Beistand, Lehrg√§nge, Betreuungsangebote f√ľr Stra√üenkinder sowie Nahrungsmittelhilfen, sanit√§re und medizinische Versorgung.

Unsere Arbeit in Assomada


Mutter und Kinder aus unserem Familienstärkungsprogramm (Foto: C. Ladavicius).
SOS-Kinderdorf begann seine T√§tigkeit in Assomada in der Gemeinde Santa Catarina im Jahr 1984. Bis zu 100 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen k√∂nnen, finden in zehn SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M√ľttern f√ľrsorglich betreut.

Die Kinder aus dem Kinderdorf besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde. In einem der Klassenzimmer werden Kinder nach der Montessori-Methode unterrichtet. Bis zu 100 Kinder aus der Umgebung werden hier im Kindergarten betreut.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren m√∂chten, k√∂nnen in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der Unterst√ľtzung qualifizierter Fachkr√§fte k√∂nnen sie ihre Zukunft planen, Verantwortung zu √ľbernehmen lernen und sich auf ein Leben in Selbst√§ndigkeit vorbereiten.

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