SOS-Kinderdorf Mbalmayo

Kinder sind die schwĂ€chsten Glieder der Gesellschaft. In Kamerun werden grundlegende Kinderrechte immer wieder missachtet. UnzĂ€hlige notleidende Familien brauchen medizinische Versorgung, Bildung und UnterstĂŒtzung bei der Einkommensförderung.

Tausende Familien leiden an Armut und an durch Impfungen vermeidbare Krankheiten


PleasZwei Kinder vor ihrem SOS-Zuhause (Foto: C. Ngo Biyack) 
Mbalmayo liegt in der Zentralregion von Kamerun etwa
50 km von der Landeshauptstadt YaoundĂ© entfernt und hat mehr als 65 000 Einwohner. Die Wirtschaft der Region basiert ĂŒberwiegend auf der Landwirtschaft, vor allem dem Anbau von Kakao zum Export.

In der Zentralregion fehlt es vor allem an sanitĂ€rer Infrastruktur. Vor allem in den lĂ€ndlichen Gebieten gibt es hĂ€ufig kein sauberes Trinkwasser. Die Menschen mĂŒssen das Wasser aus den FlĂŒssen trinken, das oft verschmutzt oder durch AgrarabfĂ€lle belastet ist. Daher sind Krankheiten wie Ruhr, Hepatitis A, aber auch Malaria, weit verbreitet.

Eine weitere Folge der schlechten sanitĂ€ren VerhĂ€ltnisse war der Ausbruch der Cholera in West- und Zentralafrika im Jahr 2011. Insgesamt wurden 85 000 FĂ€lle gemeldet, viele davon aus Kamerun. Vor allem unterernĂ€hrte Kinder waren von der Cholera-Epidemie betroffen. Besonders in Gegenden, in denen es kein sauberes Trinkwasser gibt, ist die AufklĂ€rung ĂŒber Hygiene zur Vermeidung wasserbedingter Krankheiten von besonderer Bedeutung.

Nicht nur das hohe Armutsniveau in weiten Teilen der Bevölkerung sondern auch die hohe Zahl der Menschenrechtsverletzungen ist in Kamerun besorgniserregend. Soziale Gewalt und Diskriminierung von Frauen und MĂ€dchen sowie weibliche GenitalverstĂŒmmelungen sind weit verbreitet. Kinderhandel, Kinderarbeit und Zwangsarbeit gehören ebenso zu den gesellschaftlichen Problemen wie Menschenrechtsverletzungen aufgrund von sexueller Ausrichtung oder Geschlechterzugehörigkeit.

Ganzheitliche und nachhaltige UnterstĂŒtzung zum Schutz von Kindern

Das SOS-Kinderdorf Mbalmayo wurde 1998 in Ngalla, einem kleinen Dorf etwa einen km vom Stadtzentrum Mbalmayos entfernt, eröffnet und bietet soziale und materielle UnterstĂŒtzung, damit Familien vor ZerrĂŒttung bewahrt werden und Eltern ihren Kindern ein sicheres und förderliches Zuhause bieten können. Das SOS-Sozialzentrum leitet ein FamilienstĂ€rkungsprogramm fĂŒr die notleidende Bevölkerung. Wir stellen sicher, dass Kinder Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung erhalten. Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind, werden durch die Übernahme von Mietschulden oder SchulgebĂŒhren sowie Nahrungsmittel- und Kleiderspenden unterstĂŒtzt. Daneben helfen wir anderen Familien bei der Einkommensförderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen bietet das Sozialzentrum auch Beratungen und medizinische Versorgung.

Unsere Arbeit in Mbalmayo


 Kinder im SOS-Kinderdorf (Foto: R. Pichler)
Das SOS-medizinische Zentrum sichert die Gesundheitsversorgung der Kinder und MitarbeiterInnen des Kinderdorfes sowie Patienten aus der umliegenden Gemeinde und bietet daneben Orientierungshilfen und ErnĂ€hrungsberatung fĂŒr MĂŒtter und Kinder. Auch Impfungen und Blutuntersuchungen werden durchgefĂŒhrt. Jeden Monat werden rund 300 Patienten im medizinischen Zentrum behandelt.

Bis zu 110 Kinder aus der Region, die nicht lĂ€nger bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in elf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-MĂŒttern fĂŒrsorglich betreut.

Die Kinder aus dem Kinderdorf besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. In der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Mbalmayo, die auch den Kindern aus der Nachbarschaft offen steht, erhalten 432 SchĂŒlerInnen ihre Grundschulausbildung.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der UnterstĂŒtzung qualifizierter FachkrĂ€fte können sie ihre Zukunft planen, Verantwortung zu ĂŒbernehmen lernen und sich auf ein Leben in SelbstĂ€ndigkeit vorbereiten.

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