SOS-Kinderdorf Tlokweng

Das größte soziale Problem von Botswanas Landeshauptstadt Gaborone und der Umgebung ist die extrem hohe HIV/AIDS-Prävalenzrate mit all ihren Folgen.

Tlokweng liegt am Stadtrand von Botswanas Finanz- und Verwaltungszentrum


Mutter lernt mit ihrem Kind in unserem Familienstärkungsprogramm in Tlokweng (Foto: M. Morosini)

Tlokweng liegt vor den Toren der Hauptstadt und größten Stadt von Botswana, Gabarone. Seit Botswana im Jahr 1966 seine Unabhängigkeit erklärt hat, ist im Großraum Gaborone ein rasantes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen. Mitte der 1960er Jahre lebten hier weniger als 5000 Menschen; heute sind es knapp 200 000.

Gaborone ist das politische und wirtschaftliche Zentrum von Botswana und liegt knapp 15 km von der Grenze zu S√ľdafrika entfernt. Das Wachstum von Gabarone hat auch das Leben der Menschen in Tlokweng ver√§ndert. Heute sind die beiden St√§dte praktisch zusammengewachsen und nur noch durch den Notwane-Fluss getrennt. Trotz aller Modernisierung in Gaborone hat Tlokweng sein traditionelles Erscheinungsbild bewahrt.

Unterst√ľtzung f√ľr gef√§hrdete Kinder und ihre Familien in Tlokweng

Die Regierung von Botswana hat gr√∂√üte Anstrengungen im Kampf gegen HIV/AIDS unternommen und antiretrovirale Medikamente an zahlreiche Betroffene verteilt. Aber es ist ein harter Kampf: Sch√§tzungen zufolge sind mehr als 20 Prozent der Bev√∂lkerung mit HIV/AIDS infiziert. Tausende Kinder in der Region von Tlokweng und Gaborone sind bereits zu Aidswaisen geworden oder werden in den kommenden Jahren die elterliche F√ľrsorge verlieren.

Die meisten Waisenkinder kommen zu Angeh√∂rigen, die oftmals mit der Verantwortung f√ľr zus√§tzliche Kinder √ľberfordert sind. Gro√üeltern sind meist auf staatliche Sozialleistungen oder die Unterst√ľtzung internationaler Hilfsorganisationen angewiesen, um ihr eigenes √úberleben sichern zu k√∂nnen. Wenn Haushalte von Gro√üeltern gef√ľhrt werden, die selbst Analphabeten sind, messen sie der Bildung der Kinder meist wenig Bedeutung bei. Zahlreiche Kinder werden daher nicht zur Schule geschickt.

Bei der Unterst√ľtzung f√ľr gef√§hrdete Kinder in Tlokweng und Gaborone arbeitet SOS-Kinderdorf eng mit den lokalen Beh√∂rden zusammen und f√∂rdert den Ausbau der bestehenden sozialen Infrastruktur. Das Aufwachsen bei erkrankten Eltern oder der Verlust der Eltern k√∂nnen verheerende Folgen f√ľr die kindliche Entwicklung haben. Daher ist die psychosoziale Betreuung der Betroffenen von gr√∂√üter Bedeutung. Die Verbesserung der Lebensbedingungen ist ausschlaggebend, um die emotionale Entwicklung gef√§hrdeter Kinder zu f√∂rdern und ihren Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung zu sichern.

Nur durch Bildung und Aufkl√§rung k√∂nnen die verheerenden Folgen von HIV/AIDS einged√§mmt werden, damit in Zukunft mehr Ressourcen f√ľr die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Landes bereitgestellt werden k√∂nnen. Die ehrgeizigen Ziele der Regierung von Botswana im Kampf gegen HIV/AIDS waren bislang sehr erfolgreich, aber auch sehr kostspielig.

Unsere Arbeit in Tlokweng


Vergn√ľgte Kinder auf dem Spielplatz im SOS-Kinderdorf Tlokweng (Foto: M. Morosini)

Das SOS-Kinderdorf Tlokweng leitet ein Sozialzentrum, um gef√§hrdete Kinder und Familien in Tlokweng und Gaborone zu unterst√ľtzen. Bei Bedarf verteilen wir Schuluniformen und helfen Familien, ihre Kinder in die Grund- und Sekundarschule zu schicken. Die meisten Haushalte, die Hilfe im Sozialzentrum erhalten, werden von Gro√üeltern oder schwerkranken Menschen gef√ľhrt. Kinder aus diesen notleidenden Familien brauchen psychologischen Beistand.

Wir versuchen, ihnen Kraft zu geben, in dem sie beispielsweise mit Kindern aus √§hnlichen Verh√§ltnissen Ferienlager besuchen k√∂nnen. Hier erhalten sie emotionale Unterst√ľtzung und werden √ľber HIV/AIDS und die Gefahren von Alkohol f√ľr ihre gesunde Entwicklung aufgekl√§rt. Eltern und Betreuungspersonen k√∂nnen berufliche Qualifikationen erwerben. Einige Familien haben einen Gem√ľsegarten bekommen, in dem sie nicht nur eigene Nahrungsmittel anbauen, sondern die Ernte auch auf dem Markt verkaufen k√∂nnen.

Seit dem Jahr 1998 finden Kinder ohne elterliche F√ľrsorge in 16 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Gemeinsam mit ihren Geschwistern wachsen sie in einem liebevollen und f√ľrsorglichen Umfeld unter der Betreuung einer SOS-Mutter auf, die von Sozialarbeitern unterst√ľtzt wird. Alle Kinder aus den SOS-Familien gehen zur Schule. Je nach pers√∂nlichem Entwicklungsplan absolvieren sie anschlie√üend ein Studium oder eine Berufsausbildung.

Wenn die Kinder zu Jugendlichen heranwachsen, wechseln sie in das SOS-Jugendprogramm, in dem sie mit jungen Menschen aus anderen SOS-Familien unter der Aufsicht ausgebildeter Fachkräfte in betreuten Wohngemeinschaften leben. So können sie sich in einem förderlichen Umfeld auf die Selbständigkeit vorbereiten, während sie ihre Ausbildung oder ihr Studium vollenden.


 

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