SOS-Kinderdorf Natitingou

In dieser √ľberwiegend landwirtschaftlich gepr√§gten und verarmten Region im Norden des Benins hilft das SOS-Kinderdorf Natitingou notleidenden Kindern und Familien durch den Ausbau der bestehenden Sozialleistungen und durch eigene Unterst√ľtzungsangebote.

Mangel an Sozialleistungen f√ľr die Bev√∂lkerung der Region


Frau aus der lokalen Bevölkerung im SOS-medizinischen Zentrum Natitingou (Foto: Catherine Flore Ngo Biyack)
 

Natitingou liegt im Nordwesten des Benins. Diese Region geh√∂rt zu den √§rmsten und am wenigsten entwickelten Gegenden und leidet wesentlich h√§ufiger an D√ľrren als der S√ľden des Landes. Etwa 50 km von Natitingou entfernt befindet sich der Pendjari-Nationalpark, der f√ľr seine Tierwelt bekannt ist und zahlreiche Besucher anlockt. Die Wirtschaft basiert √ľberwiegend auf der Landwirtschaft.

Ein gro√üer Teil der regionalen Bev√∂lkerung hat kaum Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Daher ist die Analphabetenrate sehr hoch, und besonders Frauen und M√§dchen werden im Bildungssystem benachteiligt. Die Regierung versucht, durch Initiativen wie zum Beispiel das Angebot einer kostenlosen Grundschulbildung f√ľr M√§dchen Abhilfe zu schaffen, aber auf absehbare Zeit wird der Mangel an Basisdienstleistungen weiter Probleme bereiten. Im l√§ndlichen Norden des Benins werden immer wieder Menschen von Schlangen gebissen. Nur wenige haben Zugang zu medizinischer Versorgung. Im Fall von Schlangenbissen oder anderen Notf√§llen entscheidet h√§ufig die Dauer des Transports in ein Krankenhaus √ľber Leben und Tod. Tausende Kinder in der Region sind dar√ľber hinaus durch Mangelern√§hrung in ihrer gesunden Entwicklung gef√§hrdet.

Bedeutung von Familienst√§rkung und Aufkl√§rung √ľber Kinderrechte

In der Region Natitingou besteht dringender Entwicklungsbedarf, um die Lebensbedingungen der Kinder zu verbessern. Kinder brauchen Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung, damit sie als Erwachsene eine Arbeit finden k√∂nnen. Durch den Erwerb beruflicher Kenntnisse werden Eltern und Betreuungspersonen in die Lage versetzt, besser f√ľr ihre Familien zu sorgen. Bei Unf√§llen oder langen Krankheiten kann eine medizinische Versorgung den Tod oder die Erwerbsunf√§higkeit des Ern√§hrers verhindern und damit Familien vor der Zerr√ľttung bewahren.

Im Benin muss mehr Aufkl√§rung √ľber Kinderrechte betrieben werden, um Kinder vor der Verschleppung oder Ausbeutung als Hausangestellte zu sch√ľtzen. Der Kinderhandel ist im Benin weit verbreitet, ebenso die alte Tradition des „Vidomegon“, nach der Kinder aus armen Verh√§ltnissen zu wohlhabenden Familien gegeben werden. Viele dieser Kinder leben unter sklaven√§hnlichen Bedingungen und werden auf alle erdenklichen Arten missbraucht. In der Region leben Tausende Waisenkinder, die in hohem Ma√üe gef√§hrdet und dringend auf Hilfe und bessere Sozialleistungen angewiesen sind. SOS-Kinderdorf unterst√ľtzt die Region Natitingou durch Familienst√§rkungsprogramme, Basisdienstleistungen und Aufkl√§rung √ľber Kinderrechte.

Unsere Arbeit im Natitingou



Nichts ist so schön wie Geschwisterliebe: SOS-Kinderdorf Natitingou (Foto: Catherine Flore Ngo Biyack)
 

SOS-Kinderdorf setzt sich seit 1999 f√ľr die Verbesserung der Lebensbedingungen gef√§hrdeter Kinder in Natitingou ein. Unser Sozialzentrum unterst√ľtzt von Zerr√ľttung bedrohte Familien aus der Gemeinde mit Nahrungsmittelpaketen, medizinischer Versorgung, Berufsbildungskursen und Aufkl√§rung √ľber Kinderrechte.

Kinder aus den SOS-Familien und der Gemeinde besuchen gemeinsam den SOS-Kindergarten und unsere Grundschule in Natitingou. Hier erhalten sie eine solide Grundausbildung. Durch das Angebot der Tagesbetreuung können erwerbstätige Eltern oder Betreuungspersonen beruhigt zur Arbeit zu gehen, während sie ihre Kinder in der Obhut professioneller Fachkräfte wissen.
Das SOS-medizinische Zentrum bietet der lokalen Bev√∂lkerung seit dem Jahr 2010 den dringend ben√∂tigten Zugang zu √§rztlichen Untersuchungen und Behandlungen. Im Zentrum werden tausende Tests durchgef√ľhrt, durch die besonders Malaria und andere Infektionskrankheiten fr√ľhzeitig erkannt und somit behandelt werden k√∂nnen. Das medizinische Zentrum bietet auch Workshops zur Aufkl√§rung √ľber Fragen der √∂ffentlichen Gesundheit sowie die Vermeidung der Ansteckung und den Umgang mit HIV/AIDS.

Kinder ohne elterliche F√ľrsorge finden in einer der zw√∂lf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause, in dem sie gemeinsam mit ihren Geschwistern in einem sicheren und f√ľrsorglichen Umfeld aufwachsen k√∂nnen. F√ľr jedes Kind in unserer Obhut wird ein pers√∂nlicher Entwicklungsplan erstellt, und alle Kinder erhalten Zugang zu schulischer und beruflicher Bildung. Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren m√∂chten, k√∂nnen in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms nach Natitingou oder auch nach Abomey-Calavi ziehen, wenn es ihre Ausbildung erfordert. Mit der Unterst√ľtzung qualifizierter Fachkr√§fte lernen sie Verantwortung zu √ľbernehmen und sich auf ein Leben in Selbst√§ndigkeit vorzubereiten.
 

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