SOS-Kinderdorf Jimma

Familien in Jimma sind aufgrund der erdrĂŒckenden Armut und dem Mangel an UnterstĂŒtzung, darunter Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, hĂ€ufig von ZerrĂŒttung bedroht. SOS-Kinderdorf unterstĂŒtzt seit 2012 gefĂ€hrdete Kinder, junge Menschen und Familien in Jimma. Kinder sind die grĂ¶ĂŸten Opfer von Armut und Entbehrungen.

Kinder leiden am stÀrksten unter der Armut

Sie sind glĂŒcklich, Zeit mit ihrer SOS-Mutter zu verbringen: SOS-Kinderdorf betreut Kinder, die die elterliche FĂŒrsorge verloren haben (Foto: SOS-Archiv).  
Jimma (auch Jima) ist die grĂ¶ĂŸte Stadt im sĂŒdwestlichen Teil der Region Oromia, die circa 35 Millionen Einwohner zĂ€hlt. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in lĂ€ndlichen Gebieten, in denen sich die Armutsraten zwar verbessern, aber deutlich langsamer als in den StĂ€dten.
Kinder sind hĂ€ufig am stĂ€rksten betroffen, wenn Familien unter wirtschaftlicher Not, politischen Krisen und Naturkatastrophen leiden. Zahlreiche Familien sind aufgrund der politischen Situation vertrieben worden: sie wurden gezwungen, ihr Zuhause und die vorhandenen UnterstĂŒtzungsstrukturen zurĂŒckzulassen. Sich in der Stadt Jimma ein neues Leben aufzubauen, ist hĂ€ufig alles andere als einfach.

In der Region Oromia haben ĂŒber 7.300 Kinder die elterliche FĂŒrsorge verloren oder laufen Gefahr, sie zu verlieren. Vertriebene Kinder mĂŒssen hĂ€ufig die Schule abbrechen und manchmal arbeiten, um zum Einkommen der Familie beizutragen. Laut offiziellen Angaben der Regierung verlassen rund 18% der Kinder die Grundschule frĂŒher als geplant, und nur circa 10% der Kinder besuchen danach die Sekundarstufe.

Das Angebot der Gesundheitsversorgung wird zwar besser, aber gefĂ€hrdete Familien – vor allem in lĂ€ndlichen Regionen – haben es hĂ€ufig schwer, Zugang zu medizinischer Betreuung zu erhalten. Dennoch haben sich die Impfquoten und Sterblichkeitsraten der Kinder unter fĂŒnf Jahren verbessert. HIV/AIDS stellt in der Region nach wie vor ein Gesundheitsproblem dar, aber das Bewusstsein ĂŒber Ansteckung und Behandlung ist gestiegen. SOS-Kinderdorf setzt sich unter anderem dafĂŒr ein, Kinder, junge Menschen und die lokale Gemeinde fĂŒr das Thema zu sensibilisieren.
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Vielen Familien fĂ€llt es schwer, fĂŒr ihre Kinder zu sorgen

Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Lage fĂ€llt es vielen Eltern schwer, ihre Familien zu ernĂ€hren und zu versorgen. Zu den Kindern, die am stĂ€rksten vom Verlust der elterlichen FĂŒrsorge bedroht sind, zĂ€hlen große Geschwistergruppen, BinnenflĂŒchtlinge und Kinder, die in Armut leben. Diese Familien brauchen hĂ€ufig zusĂ€tzliche UnterstĂŒtzung. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und gemeindebasierten Organisationen unterstĂŒtzt SOS-Kinderdorf diese Familien, um sie vor der ZerrĂŒttung zu bewahren.
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Unsere Arbeit in Jimma

Beim Gebeta-Spiel: Kinder können miteinander spielen und im Schutz einer liebevollen Familie aufwachsen (Foto: SOS-Archiv).
StĂ€rkung von Familien: Jedes Kind sollte beschĂŒtzt und betreut werden, damit es sich gesund entwickeln kann. Weil jede Familie verschieden ist, bieten wir diverse UnterstĂŒtzungsangebote. Beispielsweise helfen wir Eltern, damit sie ihre Kinder zu Schule schicken und medizinisch versorgen lassen können. DarĂŒber hinaus leisten wir Beratung und psychologischen Beistand. In Zusammenarbeit mit Partnern unterstĂŒtzen wir einkommensfördernde AktivitĂ€ten. 2017 haben wir ĂŒber 2.400 Kinder und Erwachsene in Jimma und Umgebung unterstĂŒtzt.

Betreuung in Familien: Kinder, die nicht lĂ€nger bei ihren Eltern leben können, finden in Familien ein stabiles und sicheres Zuhause. In jeder Familie wachsen die Kinder gemeinsam mit ihren Geschwistern auf. Einige von ihnen sind Pflegefamilien, die von SOS-Kinderdorf unterstĂŒtzt werden. Manche Familien leben in anderen Stadtvierteln von Jimma und sind vollstĂ€ndig in ihre lokale Gemeinde integriert.

Wann immer möglich arbeiten wir eng mit den Herkunftsfamilien der Kinder zusammen, damit sie in Kontakt bleiben. Manchmal können die Kinder zu ihren Familien zurĂŒckkehren. In diesen FĂ€llen leisten wir UnterstĂŒtzung wĂ€hrend der Phase der RĂŒckkehr und Wiedereingliederung.

Bildung: In Jimma leiten wir einen Kindergarten und eine Schule. Circa 240 Kleinkinder aus den SOS-Familien und der Gemeinde besuchen diesen Kindergarten. Danach können sie ihre Bildung in der nahegelegenen Schule fortsetzen, die SOS-Kinderdorf in Jimma gebaut hat. Hier besuchen rund 690 SchĂŒler/innen die PrimĂ€r- und Sekundarstufe. Wir arbeiten auch mit lokalen Schulen, um die QualitĂ€t der Bildung in der Region zu verbessern.

UnterstĂŒtzung fĂŒr junge Menschen: In Jimma ist es fĂŒr viele Jugendliche schwer, selbstĂ€ndig zu werden. Daher unterstĂŒtzen wir junge Menschen wĂ€hrend ihrer schulischen oder beruflichen Ausbildung. Mit Hilfe von qualifizierten Beratern lernen sie Verantwortung zu ĂŒbernehmen, ihre Zukunft zu planen und sich auf ein selbstĂ€ndiges Leben als Erwachsene vorzubereiten.
 
 



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