Warum ist 1 + 1 = 4?

Wirkungsanalyse zu einer Wohngemeinschaft für Kinder auf der Flucht

Wie wertvoll die sorgfältige Begleitung junger Menschen mit Fluchterfahrung ist, belegt in beeindruckender Weise der ermittelte Social Return von BIWAK, einer Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Jugendliche.

 

 

BIWAK, eine Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

SOS-Kinderdorf Österreich hat im Frühling 2017 die ICG Integrated Consulting Group beauftragt, ein seit 14 Jahren bestehendes Angebote für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dem SROI-Ansatz entsprechend zu analysieren. Die Ergebnisse lassen sich auf alle Betreuungseinrichtungen von SOS-Kinderdorf für Kinder und Jugendliche auf der Flucht übertragen. 

BIWAK ist eine stationäre Einrichtung, die Jugendlichen mit Fluchterfahrung ein stabiles, sicheres Umfeld und intensive, professionelle Rund-um-die-Uhr-Betreuung bietet. Im Einklang mit dem Leitsatz von SOS-Kinderdorf "Jedem Kind ein liebevolles Zuhause" geht es auch bei BIWAK darum, die Entwicklung der jungen Menschen im Sinne einer wachsenden Selbstwirksamkeit zu ermöglichen. SOS-Kinderdorf betreute 2016 in Österreich insgesamt 480 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach ähnlichen Standards wie im BIWAK.

 

Bildung braucht Beziehung


Regelmäßiger Unterrichtsbesuch und motivierende Unterstützung ermöglichen einen schnellen Spracherwerb und somit auch eine schnellere Integration.

Lehrer

 

In einer Wohngruppe von SOS-Kinderdorf leben maximal 15 unbegleitete Jugendliche, was eine persönlichere Betreuung als in anderen teilweise anonymeren Großheimen ermöglicht. Während des Studienzeitraums lebten 26 Jugendliche in den unterschiedlichen Häusern des BIWAK . Alle von ihnen befanden sich aktiv in einer Ausbildung: 21 besuchten eine Schule, fünf eine Lehre. Und in andern, größeren Einrichtungen für jugendliche Flüchtlinge? Dort waren nur 2 von 3 jungen Menschen in Ausbildungsmaßnahmen. Ein deutlicher Hinweis, wie wichtig und unterstützend Betreuung und Bindung für junge Menschen ist!

Intensive Förderung von Bildung und beruflicher Erfahrung schafft eindeutig Vorteile für eine gelungene Integration am Arbeitsmarkt.

 

Selbstwirksamkeit – das Erziehungsziel

Kinder und Jugendliche, die in der Entfaltung der eigenen Fähigkeiten professionell unterstützt worden sind, verfügen als Erwachsene über eine höhere Selbstwirksamkeit. Jugendliche des Biwak verselbständigen sich, ziehen aus und finden wesentlich besser den Weg in den Arbeitsmarkt als andere junge Flüchtlinge, die eine durchschnittliche Betreuung genossen haben. Dadurch profitieren die Jugendlichen selbst, aber auch für die öffentliche Hand und die Gesellschaft als ganzes entstehen Zusatzeinnahmen, so etwa positive Steuereinnahmen im Gegensatz zu Kosten durch Arbeitslosigkeit. Problematischer Situationen, die häufig aus anhaltender Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung entstehen können zusätzlich leichter vermieden werden.

 

Alles Jugend? Oder: Stakeholderanalyse

Viele Menschen, unterschiedlichste Akteure und Interessensgruppen sind beteiligt, wenn es um das Thema Unterbringung und noch viel mehr um das Thema Integration geflüchteter Jugendlicher geht. Schulen – und damit LehrerInnen, MitschülerInnen, Eltern, Arbeitgeber, die öffentliche Hand liegen nahe. Aber denkt man dabei auch an Vereine, Eherenamtliche, PatInnen oder PraktikantInnen? Ein breiter Kreis ist von der Qualität der Arbeit betroffen. Deshalb ist es extrem wichtig, qualitativ hochwertige, professionelle Begleitung anzubieten.
 

Aus 1 mach 4 - Spendenmittel als sinnvolle Ergänzung

Die hohe Qualität und Wirksamkeit von BIWAK wird durch Spendengelder ermöglicht: 20 % der Kosten werden durch Spenden an SOS Kinderdorf finanziert, 80 % der Ausgaben deckt die öffentliche Hand. Laut Wirkungsstudie vervierfacht sich jeder eingesetzte Euro und fließt durch die positive langfristige Wirkung wieder in die Gesellschaft zurück.

 

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