Advocacy
Kinder- und Jugend­rechte

Wir ergreifen Partei für Kinder und Jugendliche in Not. Bedingungslos, couragiert, mutig und leidenschaftlich.

Unser kinderpolitischer Auftrag

Wir sind die gesellschaftspolitische Kraft, die für eine Verbesserung der Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen eintritt!

 
Durch unsere tägliche Arbeit kennen wir die Bedürfnisse und Interessen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Unser Auftrag ist es, diese Erfahrungen zu bündeln und die Themen junger Menschen in den gesellschaftspolitischen Diskurs einzubringen, um positive, nachhaltige Veränderungen für sie zu bewirken.
 
Als Advocacy-Abteilung verstehen wir uns als Interessensvertretung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Mit dem leitenden Motiv, dass allen jungen Menschen unabhängig ihrer Herkunft und ihres sozialen Hintergrunds die gleichen Rechte zustehen, übernehmen wir die Anwaltschaft für ihre Anliegen. Wir erheben die Stimme für sie, machen uns für die Durchsetzung ihrer Rechte stark und fördern ihre aktive Beteiligung innerhalb und außerhalb von SOS-Kinderdorf.
 
 

Unsere Arbeit

Aufgrund unserer täglichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bringen wir Expertise sowie Erfahrungen in den politischen Diskurs ein, die als Grundlage für politische Entscheidungen dienen sollen. Wir informieren die Politik und die Öffentlichkeit, wenn die Kinderrechte gefährdet sind – in Positionspapieren, Gesetzesbegutachtungen, Gesprächen mit Politikern, Vorträgen, Presseaussendungen, auf Sozialen Medien und in öffentlichen Kampagnen.

Ob zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe, zur Unterstützung junger Erwachsener, zum Schutz von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, zur Bekämpfung der Kinderarmut oder zum Schutz vor Gewalt – wir melden uns dort zu Wort, wo wir die Rechte von Kindern und Jugendlichen gefährdet oder verletzt sehen.

Unsere rechtliche Expertise geben wir aufgearbeitet für den pädagogischen Alltag an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Praxis weiter. Von der Aufsichtspflicht und Obsorge bis hin zur Medikamentenabgabe oder Abgängigkeitsanzeige – wir erstellen Broschüren und rechtliche Leitfäden zu den unterschiedlichsten Themen, die uns in der Betreuungspraxis begegnen.

Sie dienen als unterstützendes Werkzeug und Orientierung bei diversen rechtlichen und pädagogischen Fragestellungen und richten sich auch an externe Sozial- und FamilienpädagogInnen sowie Pflegeeltern.

SOS-Kinderdorf vertritt die Anliegen von Kindern und Jugendlichen in zahlreichen Arbeitsgruppen und Netzwerken, wie z.B. im Netzwerk Kinderrechte Österreich, dem Netzwerk Asylanwalt, der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, der Arbeitsgemeinschaft Globale Verantwortung, dem Menschenrechtsbeirat der Volksanwaltschaft oder den regionalen Dachorganisationen der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen. Hier vernetzen wir uns mit anderen Nichtregierungsorganisationen, Behörden und Institutionen, bringen Expertise aus unserer täglichen Arbeit ein und arbeiten gemeinsam an einer Verbesserung der Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen.

Kinderrechte und Beteiligung anzuerkennen und zu leben ist unser Auftrag. Uns ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche bei Fragen, die ihren Lebensalltag betreffen, mitreden und mitbestimmen können. Beteiligung ist ein Kinderrecht und als eine der vier Säulen von SOS-Kinderdorf ein zentraler Grundwert unserer Arbeit.

Als Abteilung Advocacy Kinder- und Jugendrechte unterstützen wir unsere Betreuer und Betreuerinnen in den Angeboten daher in allen Belangen rund um Kinderrechte und Beteiligung. Wir bieten individuelle Beratung zu rechtlichen Fragen, Aus- und Fortbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Workshops für unterschiedliche Altersgruppen zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Alltag.

Arbeitsmaterialien

Kinderrechte! Was ist das?

Kinderrechte sind eine besondere Gruppe von Menschenrechten, die für alle jungen Menschen unter 18 Jahre gelten. Niedergeschrieben sind die Kinderrechte in der UN-Kinderrechtskonvention, die 1989 von den Vereinten Nationen beschlossen wurde.

Die Vertragsstaaten, darunter auch Österreich, haben sich verpflichtet, die Kinderrechte national umzusetzen – etwa durch Verabschiedung von Gesetzen, Bewusstseinsbildung, Schaffen von Strukturen und Institutionen zum Schutz und zur Stärkung der Rechte junger Menschen, Prüfung der Einhaltung von Kinderrechtstandards oder der Stärkung politischer Beteiligung junger Menschen.

Die UN-Kinderrechtskonvention beinhaltet umfangreiche Schutz-, Versorgungs- und Beteiligungsrechte – vom Recht auf Bildung über das Recht auf Schutz vor Gewalt bis hin zum Recht auf Gesundheit. Die vier Grundprinzipien der Konvention sind: der Vorrang des Kindeswohls, das Recht auf Gleichbehandlung (Verbot der Diskriminierung), das Recht auf Förderung und Entwicklung und das Recht auf Mitsprache und Beteiligung. Den Text der UN-Kinderrechtskonvention finden Sie hier.

Die Kinderrechte gelten für alle Personen unter 18 Jahren. Das heißt, immer wenn die UN-Kinderrechtskonvention von einem „Kind“ spricht, sind alle Minderjährigen gemeint, während umgangssprachlich und im nationalen Recht oft Kinder, Jugendliche, unmündige und mündige Minderjährige unterschieden werden. Die Kinderrechte gelten aber für alle unter 18 Jahren.

Die UN-Kinderrechtskonvention berücksichtigt bei der Ausgestaltung der Kinderrechte allerdings das individuelle Alter und die Reife eines Kindes. Zum Beispiel steht in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention: „Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.“ Auch das nationale österreichische Recht knüpft oft an die individuelle Reife oder an bestimmte Altersschwellen an: So braucht es für medizinische Heilbehandlungen die Zustimmung des einsichts- und urteilsfähigen Kindes oder müssen Kinder ab fünf Jahren in Obsorgeverfahren angehört werden. 16-Jährige dürfen zudem schon politische VertreterInnen wählen. All das sind Ausgestaltungen des Kinderrechts auf Beteiligung, das für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren gilt – aber eben unter Berücksichtigung ihres Alters und ihrer Reife.

Österreich hat die Kinderrechtskonvention 1992 ratifiziert und sich damit verpflichtet, die Kinderrechte auch national umzusetzen. An welchen Stellen es hier noch hakt wird im ergänzenden Bericht zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention aufgezeigt.

Kinderrechte und Beteiligung anzuerkennen und zu leben ist unser Auftrag. Uns ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche bei Fragen, die ihren Lebensalltag betreffen, mitreden und mitbestimmen können. Beteiligung ist ein Kinderrecht und als eine der vier pädagogischen Säulen von SOS-Kinderdorf ein zentraler Grundwert unserer Arbeit. Die Themen der Kinder und Jugendlichen bringt die Advocacy-Abteilung auch in den gesellschaftspolitischen Diskurs ein: Wir informieren die Politik und die Öffentlichkeit, wenn die Kinderrechte gefährdet sind – in Positionspapieren, Gesetzesbegutachtungen, Gesprächen mit Politikern, Vorträgen, Presseaussendungen, auf Sozialen Medien und in öffentlichen Kampagnen.

Als Abteilung Advocacy Kinder- und Jugendrechte bieten wir in den Angeboten von SOS-Kinderdorf auch Workshops für unterschiedliche Altersgruppen zu Kinderrechten sowie Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Alltag an. Unser Broschüren-Angebot finden Sie hier.

Bei SOS-Kinderdorf gibt es auch eigens ernannte Beteiligungsbeauftragte. Das sind erwachsene Ansprechpersonen für Kinder und Jugendliche, aber auch für MitarbeiterInnen, die darauf achten, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und alle Kinder und Jugendlichen bei SOS-Kinderdorf zum Thema informiert sind und wissen, wie Beteiligung im Alltag funktionieren soll. An immer mehr Standorten von SOS-Kinderdorf gibt es zudem Kinder- und JugendsprecherInnen, die die Meinungen der Kinder und Jugendlichen vertreten und an die Erwachsenen herantragen.

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