Unsere Forderungen

Um Kinder und Jugendliche vor sexuelle Belästigung und Gewalt im Netz zu schützen, fordern SOS-Kinderdorf und Rat auf Draht von der Politik:

#1

Eine effektivere Strafverfolgung von sexueller Belästigung und Missbrauch Minderjähriger über digitale Medien

Immer wieder kommt es vor, dass Betroffene bei der Polizei auf Unwissen oder Unverständnis stoßen. Damit jeder und jedem Betroffenen geholfen werden kann, braucht es dringend eine bessere Sensibilisierung und Ausbildung von PolizistInnen rund um (neue) Deliktsformen im Bereich sexualisierte Gewalt im Netz.

#2

Umfassende Gewaltpräventionsprogramme an Schulen im Rahmen einer modernen Medienerziehung

Nur rund ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen wird über die Gefahren sexueller Übergriffe im Internet informiert. Der Großteil wünscht sich mehr Aufklärung und das vor allem in der Schule. Damit junge Menschen zu kritischen Usern heranwachsen und Gefahren erkennen können, braucht es umfassende Maßnahmen zur Aufklärung über sexuelle Belästigung und Gewalt im Netz im Rahmen einer modernen Medienerziehung. Als ersten Schritt braucht es ausreichend Ressourcen für die digitale Grundbildung der SchülerInnen sowie die Aus- und Fortbildung digital kompetenter PädagogInnen. Schulen brauchen verpflichtende Gewaltpräventionskonzepte. Zusätzlich ist ein Ausbau der Schulsozialarbeit und Schulpsychologie notwendig.

#3

Mehr Verantwortung der Seitenbetreiber und großer sozialer Medien, um Kinder und Jugendliche besser vor Übergriffen im Netz zu schützen

Jugendliche entwickeln selbst unterschiedliche Strategien, um mit sexuellen Übergriffen im Internet umzugehen oder sie zu vermeiden. Vor allem den Hilfefunktionen der Seitenbetreiber wird eine wichtige Rolle zugeschrieben. Viele wenden die Blockier- sowie Sperrfunktion der Seitenbetreiber an und melden die belästigende Person dem Seitenbetreiber. Die großen sozialen Medien müssen dieser Verantwortung gerecht werden, sexuelle Belästigung und Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Netz zu bekämpfen. Die Politik ist aufgerufen, die Seitenbetreiber stärker in die Pflicht zu nehmen, damit Meldungen rascher bearbeitet und illegale sowie Persönlichkeitsrechte verletzende Inhalte rascher gelöscht werden.

#4

Eine umfassende Bewusstseinsbildung unter Eltern und Erziehungsberechtigten zu allen Formen sexueller Gewalt, denen Kinder und Jugendliche im Netz ausgesetzt sein können

Um junge Menschen vor sexueller Belästigung und Gewalt im Netz zu schützen, ist es wichtig, sie bei ihren Online-Aktivitäten zu begleiten, sie aufzuklären und sie zu bestärken, kritisch und selbstbewusst zu sein. Neben der Schule wünschen sich Kinder und Jugendliche Aufklärung vor allem durch die Eltern. Dafür muss bei allen Eltern und Erziehungsberechtigten Bewusstsein über die Gefahren sexueller Belästigung und Gewalt im Netz geschaffen werden. Zusätzlich müssen ihnen konkrete Hilfestellungen zum Umgang mit Phänomenen wie Cyber-Grooming, Sextortion und Sexting geboten werden. Auch in der außerschulischen Jugendarbeit braucht es ausreichend Ressourcen, um Angebote der Medienpädagogik und Gewaltprävention sicher zu stellen.
Bei allen Maßnahmen muss stets die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sichergestellt werden – ob bei der Entwicklung von Regeln und Gesetzen, der Umsetzung von bewusstseinsbildenden Maßnahmen oder bei der Lösung von Konflikten, z.B. mithilfe von Peer-TrainerInnen und Peer-MediatorInnen. Denn Beteiligung ist nicht nur ein Kinderrecht. Beteiligung ermöglicht Kommunikation auf Augenhöhe, eröffnet neue Wege der Konflikt- und Problemlösung und macht Kinder und Jugendliche stark.

#sicher
online

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Ergebnisse
der Studie

Studie zu sexueller Belästigung und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen im Internet mit einer repräsentativen Befragung unter 400 Kindern (11 bis 18 Jahren).

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Tipps für
Eltern

Expertin Elke Prochazka gibt Tipps und Hilfestellungen für Eltern und Bezugspersonen, wenn eigene Kinder von Cyber-Grooming betroffen sind.

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