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Kinderrechte sind unteilbar. Eine Diskriminierung von jungen Flüchtlingen ist rechtswidrig.

#gleicheChancen – worum geht es?

Rund 35% der AsylwerberInnen in Österreich sind minderjährig, etwas mehr als ein Drittel kommt ohne Familie. Aktuell befinden sich ca. 6000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in den Grundversorgungseinrichtungen der Länder.

Aber Kinder sind in Österreich nicht gleich Kinder.
Geflüchtete Kinder und Jugendliche  werden in vielen Bereichen ihres Lebens schlechter gestellt als österreichische:
 
  • Keine Unterbringung und Betreuung...

    nach österreichischen kindgerechten Standards

  • Keine Berücksichtigung des Kindeswohls...

    bei der Unterbringung von jungen Flüchtlingen wird keine Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse gelegt, sie werden nach Aktenzahlen verteilt.

  • Keine Schule...

    mit 15 Jahren endet die Schulpflicht, dann haben viele Flüchtlingskinder kaum Chancen im regulären Schulbetrieb, es hängt vom Ermessen der SchulleiterInnen ab, ob sie aufgenommen werden.

  • Keine Lehre...

    Jugendliche die noch im Asylverfahren sind, finden nur sehr schwer einen Lehrstellenplatz. Einerseits dürfen sie nur in wenigen Berufen eine Lehre antreten, andererseits gibt es zu wenige Vorbereitungslehrgänge um sie für die Lehre fit zu machen.

  • Keine Ausbildung...

    ohne Schule und Lehre sind Flüchtlingskinder oft auf außerschulische Angebote angewiesen. Aber Projekte wie das Jugend College gibt es nur in Großstädten und die Plätze sind meist sehr begrenzt.

  • Kein Deutsch

    Die Grundversorgung beinhaltet 200 Stunden Deutschkurs, viele erreichen damit kaum einmal Niveau A1 (Anfänger). Damit Jugendliche an einem regulären Unterricht teilnehmen oder eine Ausbildung beginnen braucht es eine solide Sprachbasis.

  • Keine Therapieplatz...

    Krieg und Gewalt hinterlässt tiefe Spuren, Psychotherapieplätze für traumatisierte Minderjährige gibt es aber viel zu wenige.

 

Deshalb fordern wir:

Gleichstellung und Chancengleichheit für minderjährige Flüchtlinge: Kinderrechte sind unteilbar, eine Diskriminierung von Flüchtlingskindern ist rechtswidrig

Uneingeschränkte Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe: Unbegleitete Flüchtlingskinder sollen die gleichen Leistungen der Jugendämter erhalten wie österreichische, das Kindewohl muss berücksichtigt werden

Förderung von Plätzen im regulären Schulsystem, am schnellsten gelingt Integration beim gemeinsamen Lernen mit österreichischen Kindern

Öffnung des Lehrstellenmarkts für jungen Flüchtlinge

Mehr außerschulische Bildungsprojekte für nicht mehr schulpflichtige Jugendliche, Unterstützung von Pilotprojekten auch in den Bundesländern (z.B. Lehrgang der HTL Mödling, Pilotklasse HAK Feldkirch)

Ausbau der Deutschkurse für jugendliche AsylwerberInnen

Ausreichendes Therapieangebot für traumatisierte Kinder- und Jugendliche
 

Was tun wir:

SOS-Kinderdorf betreut rund 300 minderjährige Flüchtlinge österreichweit. Tagtäglich sind unsere PädagogInnen im Einsatz um mit den Kindern und Jugendlichen Schritt für Schritt wieder Sicherheit und eine Alltagstruktur aufzubauen.

Eine große Herausforderung mit geringen Mitteln. Es ist viel Einsatz und regionale Vernetzung mit Schulen, Freizeitvereinen und Einheimischen nötig, um die Kinder in die örtlichen Schulen und das Alltagsleben einzubinden. SOS-Kinderdorf entwickelt auch eigene Projekte, wie etwa das Bildungsangebot Minerva, um den Jugendlichen eine Zukunftsperspektive zu geben, wenn sonst keine Möglichkeiten offen stehen.
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